Von Allgemeinmedizin
bis Urologie
Alle Medizin-Fachgebiete im Überblick

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Der Weg zum Arzttitel startet für alle gleich: mit dem Studium der Humanmedizin. Doch kaum halten die Kommilitonen ihre Approbation in den Händen, trennen sich ihre Karrierewege in insgesamt 34 Fachbereiche. Einen Überblick zu allen Fachbereichen, dem jeweiligen Berufsbild, dem Weg dahin sowie zum Gehalt als Arzt haben wir hier zusammengefasst. Von A wie Allgemeinmedizin bis U wie Urologie.

Inhaltverzeichnis 

Die medizinischen Fachrichtungen im Überblick

Manche angehenden Mediziner wissen bereits zu Beginn des Studiums, für welche Fachrichtung sie sich später entscheiden werden. Anderen fällt die Wahl trotz der im Studium gewonnenen Einblicke in viele der Facharztrichtungen schwer.

So oder so sollten frisch Approbierte gut über die Wahl des medizinischen Fachgebietes nachdenken und sich fragen: Welche Interessen und Fähigkeiten sind vorhanden? Wie viel Patientenkontakt ist gewünscht und wie intensiv sollte er sein? Welche Rolle spielt der Verdienst bei der Wahl des medizinischen Fachbereichs?

Die Auswahl ist immens, die Unterschiede auch: Die Bundesärztekammer listet in ihrer Weiterbildungsordnung 34 Fachrichtungen für Ärzte und Ärztinnen auf. Manche davon teilen sich nochmals in Unterbereiche auf, wie etwa die Chirurgie, die Innere Medizin oder die Kinder- und Jugendmedizin. Entscheidet sich ein Arzt für die Fachrichtung Chirurgie, kann er sich weiter auf die Gefäßchirurgie, die Herzchirurgie oder die Kinderchirurgie spezialisieren. Die Unterteilung in so viele medizinische Facharztgebiete erfolgt aufgrund der hohen Komplexität der einzelnen Bereiche.

Für jeden Facharzttitel müssen junge Mediziner erneut vier bis sechs Jahre lernen. Im Anschluss an diese Ausbildung stehen völlig unterschiedliche Berufsbilder, deren Arbeitsalltag und Wissen nicht miteinander vergleichbar sind. Umso wichtiger ist es, dass junge Ärztinnen und Ärzte die Entscheidung für eine Fachrichtung mit Bedacht treffen.

Fachrichtungen Ärzte im Überblick

  • Facharzt für Mund-Kiefer-Gesichtschirurgie
  • Facharzt für Neurochirurgie
  • Facharzt für Neurologie
  • Facharzt für Nuklearmedizin
  • Facharzt für Öffentliches Gesundheitswesen
  • Facharzt für Pathologie
  • Facharzt für Pharmakologie
  • Facharzt für Phoniatrie und Pädaudiologie
  • Facharzt für Physikalische und Rehabilitative Medizin
  • Facharzt für Physiologie
  • Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie
  • Facharzt für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie
  • Facharzt für Radiologie
  • Facharzt für Rechtsmedizin
  • Facharzt für Strahlentherapie
  • Facharzt für Transfusionsmedizin
  • Facharzt für Urologie

Die beliebtesten Facharztrichtungen

Die mit Abstand beliebteste Fachrichtung unter Ärztinnen und Ärzten ist die Innere Medizin. In diesem medizinischen Fachgebiet arbeiten nach Angaben der Bundesärztekammer rund 55.000 Ärzte. Auf dem zweiten Rang der begehrtesten Fachgebiete für Ärzte folgt die Allgemeinmedizin mit knapp 44.000 Medizinerinnen und Medizinern. Die Chirurgen belegen den dritten Platz mit fast 38.000 ausgebildeten Fachärzten. Noch rund 25.000 Mediziner arbeiten als Facharzt für Anästhesiologie, etwa 18.500 als Facharzt für Frauenheilkunde. Die Plätze sechs bis zehn belegen die medizinischen Fachrichtungen Kinder- und Jugendmedizin (14.999), Psychiatrie und Psychotherapie (11.346), Radiologie (8.792), Augenheilkunde (7.639) und Neurologie (7.537).

Diese Fachgebiete bevorzugen Frauen

Die Zahl der Ärztinnen wächst seit Jahren. Die meisten Ärztinnen arbeiten als Allgemeinmedizinerinnen. Fast genauso viele haben den Facharzt für die Innere Medizin. In der Frauenheilkunde sind ebenfalls überdurchschnittlich viele Ärztinnen tätig, genauso wie in der Anästhesie, der Kinder- und Jugendmedizin sowie in der Chirurgie. Zu den Top Ten der begehrtesten Fachrichtungen von Ärztinnen zählen noch die Psychiatrie, die Augenheilkunde, die Neurologie sowie die Dermatologie.

Betrachtet man ausschließlich junge Ärztinnen bis zum Alter von 40 Jahren, verschiebt sich die Rangliste ein wenig. Junge Fachärztinnen wählen deutlich öfter die Frauenheilkunde sowie die Anästhesie. Auch die Radiologie schafft es bei den beliebtesten Fachrichtungen für Ärztinnen bis 40 Jahre unter die Top Ten.

Fachkräftemangel vs. Fachkräfteüberschuss

Seit Jahren steigt die Zahl der Ärztinnen und Ärzte in Deutschland an, jedoch nicht schnell genug, um den vorherrschenden Fachärztemangel auszugleichen. Was schlecht für die alternde Gesellschaft ist, beflügelt die Jobaussichten für Ärzte. Die tatsächlichen Berufschancen und die Nachfrage nach Fachärzten hängt jedoch stark von der Fachrichtung und vor allem von der regionalen Lage ab.

Auf dem Land ist der Fachärztemangel weitaus größer als in der Stadt. Am Beispiel Landshut betrachtet gibt es in Landshut 10,1 HNO-Ärzte pro 100.000 Einwohner, im ganzen Landkreis Landshut sind es dagegen nur 1,3 HNO-Ärzte. Ähnlich sieht es bei Kinderärzten aus. Hier stehen 24,6 Medizinern in der Stadt 4,5 Kinderärzte auf dem Land gegenüber. Besonders schwierig wird für die Bewohner des Landshuter Landkreises die Suche nach einem Orthopäden oder einem Neurologen.

Der Fachärztemangel in ländlichen Gebieten hat zur sogenannten Landarztquote geführt. Hierbei können Bundesländer Teile der Studienplätze an die Auflage koppeln, dass die Studenten später als Hausarzt in unterversorgten Gebieten tätig werden.

Um die Berufsaussichten für die medizinischen Fachrichtungen berechnen zu können, hat ein medizinisches Consulting-Unternehmen die Zahl der Ärzte den ausgeschriebenen Stellen gegenübergestellt. Demnach hatte die Fachrichtung Hygiene-und Umweltmedizin 2018 die größte Schwierigkeit, offene Positionen zu besetzen: rein rechnerisch hatten sie die wenigsten Bewerbern auf offene Vakanzen, nämlich 10,5 Bewerber auf alle offenen Stellen. Auf Platz zwei rangiert die Psychosomatische Medizin mit einem Wert von 11,6. Fast genauso gefragt sind Fachärzte für Geriatrie (11,8) und für das Öffentliche Gesundheitswesen (12,6). Auf den weiteren Rängen der gefragtesten Fachrichtungen für Ärzte folgen Gastroenterologen, Pneumologen, Psychiater, Kinder- und Jugendpsychiater, Kardiologen und Fachärzte für Plastische Chirurgie.

FacharztrichtungBewerber auf offene Stellen

Hygiene- und Umweltmedizin

10,5

Psychosomatische Medizin

11,6

Geriatrie

11,8

Öffentliches Gesundheitswesen

12,6

Gastroenterologie

13,3

Pneumologie

16,7

Psychiatrie

19

Kinder- und Jugendpsychiatrie

20,1

Kardiologie

20,2

Plastische Chirurgie

21,7

Der beste Verdienst

Bei der Wahl der medizinischen Fachrichtung lohnt sich neben dem Blick auf die Berufschancen auch ein Blick auf die Gehaltstabellen. Während der Ausbildung sowie für angestellte Ärzte in Krankenhäuserngelten Tarifverträge. Hier richtet sich die Bezahlung nach der Position, der Erfahrung und eventuell nach den Arbeitszeiten.

Die Ärzte-Tarifverträge und Gehälter im Überblick haben wir hier zusammengefasst.

Bei niedergelassenen Ärztinnen und Ärzten sind die Unterschiede je nach Fachrichtung jedoch enorm. Mit Abstand das meiste Geld nehmen Radiologen, Nuklearmediziner und Strahlentherapeuten ein. Sie verdienen nach Angaben des Statistischen Bundesamtes etwa 850.000 Euro pro Jahr – Reinertrag. Augenärzten bleiben am Ende des Jahres ca. 370.000 Euro in der Praxiskasse, bei Orthopäden ungefähr 311.000 Euro. Hausärzte verdienen demgegenüber deutlich weniger mit durchschnittlich 227.000 Euro. Neurologen und Psychiater haben im Schnitt einen Reinertrag von 180.000 Euro.

Informationen zum Gehalt niedergelassener Ärzte haben wir hier zusammengefasst.


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