Ärzte-Gehälter 2026 nach Fachrichtung im Überblick
Arzt-Gehalt mit eigener PraxisÄrzte sind gesellschaftlich hoch angesehen und verdienen gut. Damit werden sie nach einer langen und fordernden Ausbildung gleich doppelt belohnt. Doch bei der finanziellen Entlohnung, sprich beim Gehalt für Ärzte, gibt es große Unterschiede. Während angestellte Ärzte in Krankenhäusern überwiegend nach Tarifvertrag bezahlt werden, gibt es bei niedergelassenen Ärzten je nach Fachrichtung auch 2026 enorme Diskrepanzen. Ein Überblick.
Das Wichtigste in Kürze
- Bei niedergelassenen Ärztinnen und Ärzten entscheidet die Fachrichtung über die Höhe des Einkommens.
- Radiologen erzielen laut dem Statistischen Bundesamt die höchsten Einnahmen. Neurologen und Psychotherapeuten verdienen im Vergleich deutlich weniger.
- Das Einkommen von Ärzten und Ärztinnen variiert auch je nach Bundesland. In Bayern und Hamburg beispielsweise verdienen sie mehr als in Sachsen oder Mecklenburg-Vorpommern.
- Ärztinnen und Ärzte müssen auch die Kosten für Altersvorsorge, Krankenversicherung und Praxisübernahme berücksichtigen. Diese beeinflussen das tatsächliche Einkommen erheblich.
So hoch ist das Gehalt von niedergelassenen Ärzten und Ärztinnen
Wer Arzt werden möchte, hat die Wahl zwischen zahlreichen Fachrichtungen. Bei der Entscheidung für eine Arzt-Fachrichtung spielen persönliches Interesse sowie individuelle Stärken eine wichtige Rolle, aber auch die Frage: Welcher Arzt verdient am meisten? Die Unterschiede sind insbesondere dann groß, wenn die Gründung einer Praxis zum Berufsziel gehört. Das Statistische Bundesamt wertet regelmäßig die wirtschaftlichen Kennzahlen von Arztpraxen aus. Dabei zeigt sich: Die Einnahmen unterscheiden sich je nach Fachgebiet deutlich. Wichtig ist jedoch die Einordnung: Die folgenden Werte zeigen Brutto-Einnahmen pro Praxis – nicht das persönliche Einkommen der Ärztin oder des Arztes.
Die Übersicht basiert auf aktuellen Strukturen und verdeutlicht die Größenordnungen der Einnahmen in verschiedenen Fachrichtungen. Alle Beträge beziehen sich auf ein Jahr und sind nach der Höhe der Einnahmen pro Praxis geordnet.
Gehalt niedergelassener Ärzte: Brutto-Einnahmen absteigend
| Fachgebiet | Einnahmen pro Praxis |
|---|---|
| Radiologie | 3.500.000 € |
| Augenheilkunde | 1.226.000 € |
| Chirurgie | 950.000 € |
| Innere Medizin | 830.000 € |
| Urologie | 780.000 € |
| Orthopädie | 730.000 € |
| Dermatologie | 710.000 € |
| Hals-Nasen-Ohren | 650.000 € |
| Allgemeinmediziner | 590.000 € |
| Kinder- und Jugendmedizin | 580.000 € |
| Gynäkologie | 570.000 € |
| Neurologie / Psychotherapie | 430.000 € |

Ärzte-Gehälter: Wieso gibt es so große Unterschiede?
Wie die Tabelle im oberen Absatz zeigt, sind die Unterschiede bei den Gehältern niedergelassener Ärzten enorm. Bei einem angestellten Arzt entscheiden Kriterien wie die Qualifikation und Berufserfahrung über die Höhe seines Gehaltes, das ist im Tarifvertrag für Ärzte der verschiedenen Einrichtungen so geregelt.
Auch die Art der Einrichtung, in der der angestellte Arzt arbeitet, also ob er oder sie in einem kommunalen Krankenhaus, in einer Universitätsklinik oder einer privaten Klinik arbeitet, hat Einfluss auf den Tarifvertrag und damit das Gehalt. Bei den niedergelassenen Ärzten hingegen spielt vor allem die Fachrichtung eine entscheidende Rolle bei der Höhe des ärztlichen Einkommens.
Ein niedergelassener Arzt für Neurologie oder Psychotherapie mit eigener Praxis nimmt im Schnitt nicht einmal ein Drittel von dem ein, was eine Praxis für Radiologie an Einnahmen generiert - gemessen an den Einnahmen pro Praxisinhaber. Dies liegt unter anderem daran, dass die Behandlung eines Patienten beim Radiologen in der Regel deutlich kürzer ist als beispielsweise eine Sitzung bei einem Facharzt für Psychotherapie. Somit kann der Radiologe eine größere Anzahl an Patientinnen und Patienten pro Tag behandeln.
Ein weiterer Grund für die Höhe der Einnahmen von Radiologen sind die teuren medizinischen Geräte, die er anschaffen und einkalkulieren muss, um als niedergelassener Facharzt für Radiologie tätig werden zu können. Solche Anschaffungen müssen weder ein Arzt für Psychotherapie noch ein Allgemeinmediziner leisten. Bei Letzteren liegt der Fokus vor allem auf den Praxisräumen und deren Einrichtung sowie der nötigen Grundausstattung für Untersuchungen, Administration oder Empfang.
Die Höhe der Einnahmen ergibt sich somit aus einem Zusammenspiel mehrerer Faktoren:
- Art und Umfang der Leistungen
- Zeitaufwand pro PatientIn
- technische Ausstattung und Investitionskosten
- Personal- und Betriebskosten
- Praxisstruktur und Auslastung
Diese Unterschiede erklären, warum sich die wirtschaftlichen Kennzahlen von Arztpraxen je nach Fachgebiet deutlich unterscheiden können.
Diese Arzt-Fachrichtungen bringen am meisten Geld
Beim Vergleich von Arztgehältern bei niedergelassenen Medizinern müssen wie bei allen Selbstständigen neben den Einnahmen auch die Kosten betrachtet werden. Die Höhe des Reinertrags kann je nach Fachrichtung deutlich variieren. Aktuelle Daten zeigen jedoch vor allem Gesamtwerte – detaillierte, belastbare Vergleichszahlen je Fachgebiet werden nicht mehr regelmäßig veröffentlicht. Aktuelle Daten zeigen jedoch vor allem Gesamtwerte: So lag der durchschnittliche Reinertrag je Praxis zuletzt bei rund 310.000 Euro pro Jahr, der Median bei etwa 219.000 Euro. Detaillierte, aktuelle Vergleichszahlen je Fachgebiet werden hingegen nur noch eingeschränkt veröffentlicht.
Frühere Auswertungen des Statistischen Bundesamts zeigen jedoch typische Größenordnungen: Eine radiologische Praxis erzielte demnach Einnahmen von über 3,4 Millionen Euro jährlich, bei durchschnittlichen Aufwendungen von rund 2,1 bis 2,2 Millionen Euro. Daraus ergab sich ein Reinertrag von etwa 1,2 bis 1,3 Millionen Euro pro Jahr. In Fachrichtungen mit stärker zeitgebundener Arbeit fallen die Reinerträge deutlich geringer aus: Für Neurologie und Psychotherapie lagen sie bei rund 220.000 Euro jährlich, für Allgemeinmedizin bei etwa 280.000 bis 290.000 Euro pro Praxis. Dieser Wert beträgt mehr als die Hälfte der Einnahmen. Allgemeinmediziner erwirtschaften im Schnitt pro Jahr einen Reinertrag von 288.000 Euro pro Praxis. Folgende Tabelle enthält die vom Statistischen Bundesamt ermittelten Reinerträge. Darin nicht enthalten sind Kosten für Altersvorsorge, Krankenversicherung, Rente, Steuern oder die Übernahme einer Praxis.
Die vom Statistischen Bundesamt ermittelten Arztgehälter sind Durchschnittswerte. Was ein niedergelassener Arzt tatsächlich verdient, liegt nicht nur an seinem Fachgebiet und der Art und Weise seiner Arbeit, sondern auch an seinem Wohnort. Bei allen niedergelassenen Ärzten, egal ob Augenarzt, Allgemeinmediziner oder Dermatologe, gibt es auch wesentliche Gehaltsunterschiede zwischen den einzelnen Bundesländern.
Gehalt niedergelassener Ärzte: Reinertrag in Euro
| Fachgebiet | Reinertrag pro Praxis |
|---|---|
| Allgemeinmedizin | 288.000 € |
| Augenheilkunde | 554.000 € |
| Chirurgie | 398.000 € |
| Dermatologie | 296.000 € |
| Gynäkologie | 261.000 € |
| Hals-Nasen-Ohren | 307.000 € |
| Innere Medizin | 355.000 € |
| Kinder- und Jugendmedizin | 276.000 € |
| Neurologie / Psychotherapie | 220.000 € |
| Orthopädie | 301.000 € |
| Radiologie | 1.264.000 € |
| Urologie | 377.000 € |
*Quelle: Statistisches Bundesamt, veröffentlicht im September 2024
Reinertrag niedergelassener ÄrztInnen: Unterschiede nach Fachrichtung
ie Höhe des Reinertrags kann je nach Fachrichtung deutlich variieren. Aktuelle Daten zeigen jedoch vor allem Gesamtwerte – detaillierte, belastbare Vergleichszahlen je Fachgebiet werden nicht mehr regelmäßig veröffentlicht. Grundsätzlich lassen sich die Unterschiede zwischen den Fachrichtungen aber strukturell einordnen:
Fachrichtungen mit hohen Einnahmen und Investitionen
- Radiologie
- Augenheilkunde
- Teile der Inneren Medizin (z. B. Kardiologie)
Merkmale:
- hoher technischer Aufwand
- große Investitionen in Geräte
- hohe Einnahmen, aber auch hohe Kosten
Fachrichtungen mit mittleren Reinerträgen
- Urologie
- Orthopädie
- Dermatologie
- Chirurgie
Merkmale:
- Mischung aus apparativer und persönlicher Medizin
- moderate Investitions- und Personalkosten
Fachrichtungen mit geringeren Einnahmen pro Praxis
- Allgemeinmedizin
- Kinder- und Jugendmedizin
- Neurologie / Psychotherapie
Merkmale:
- hoher Zeitaufwand pro PatientIn
- geringere technische Ausstattung
- begrenzte Patientenzahl pro Tag
Ingesamt lässt sich festhalten: der durchschnittlicher Reinertrag liegt bei ca. 310.000 € pro Jahr, der Median bei ca. 219.000 € pro Jahr. Der Median ist oft die realistischere Orientierung, da einzelne große Praxen den Durchschnitt deutlich erhöhen können.
Reinertrag niedergelassener ÄrztInnen: Was bleibt tatsächlich übrig?
Die Einnahmen einer Arztpraxis lassen sich nicht direkt mit dem persönlichen Einkommen vergleichen. Entscheidend ist der sogenannte Reinertrag – also der Betrag, der nach Abzug aller Praxiskosten übrig bleibt. Nach aktuellen Daten des Statistischen Bundesamts lag der durchschnittliche Reinertrag je Arztpraxis im Jahr 2023 bei rund 310.000 Euro pro Jahr. Der Median – also der Wert, der die Mitte aller Praxen abbildet – lag mit etwa 219.000 Euro deutlich darunter. Diese Differenz zeigt: Einzelne besonders umsatzstarke Fachrichtungen können den Durchschnitt stark nach oben verzerren. Für viele Praxen ist der Median daher die realistischere Orientierung. Wichtig ist außerdem: Der Reinertrag entspricht nicht dem tatsächlichen Nettoeinkommen der Ärztin oder des Arztes. Davon müssen unter anderem noch folgende Kosten gedeckt werden:
- Altersvorsorge
- Krankenversicherung
- Steuern
- ggf. Kredite für Praxisübernahme oder Investitionen
Je nach Fachrichtung, Praxisgröße und Kostenstruktur kann das tatsächlich verfügbare Einkommen daher deutlich variieren. Frühere Auswertungen zeigen zudem, dass sich die Reinerträge je nach Fachgebiet stark unterscheiden können – etwa durch unterschiedliche Investitionskosten, Personalaufwand oder technische Ausstattung. Gleichzeitig hat sich in den letzten Jahren gezeigt, dass steigende Kosten die Erträge zunehmend unter Druck setzen.
Beim Arzt-Gehalt zählt der Wohnort mehr als die Leistung
Auch der Standort einer Praxis kann sich auf die wirtschaftliche Situation niedergelassener ÄrztInnen auswirken. Allerdings lässt sich das Einkommen nicht pauschal nach Bundesland vergleichen.
Anders als bei angestellten ÄrztInnen gibt es für niedergelassene MedizinerInnen keine standardisierten Gehälter. Stattdessen hängt das tatsächliche Einkommen von mehreren Faktoren ab, darunter:
- regionale Versorgungsstruktur
- Patientennachfrage
- Fachrichtung
- Praxisgröße und Kostenstruktur
Zwar zeigen einzelne Auswertungen und Gehaltsportale regionale Unterschiede, diese basieren jedoch häufig auf Schätzungen oder Selbstauskünften und sind daher nur eingeschränkt belastbar:
Nach Angaben des Internetportals gehaltsvergleich.com verdienen niedergelassene Ärzte in Bayern zwischen etwa 5.320 und knapp 10.600 Euro pro Monat (ermittelt im Mai 2023). In Hamburg reichen die ermittelten Gehälter von rund 6.200 Euro bis fast 10.600 Euro. In Sachsen hingegen liegt die Bandbreite der Gehälter für niedergelassene Ärzte bei 5.300 bis 9.100 Euro. In Mecklenburg-Vorpommern sind es 4.924 bis 8.400 Euro.
Das Portal gehalt.de erlaubt ebenfalls einen Vergleich von Gehältern aufgeteilt nach Branchen und Bundesländern. Demnach verdient ein niedergelassener Hausarzt in Bayern zwischen 5.950 und rund 11.000 Euro brutto im Monat. In Baden-Württemberg liegt der Wert sogar noch etwas darüber. In Mecklenburg-Vorpommern hingegen reichen die Gehälter von 4.300 bis etwas über 8.000 Euro. Auf einem ähnlichen Niveau liegt der Verdienst niedergelassener Hausärzte in Sachsen (ermittelt im Juli 2020).
Verlässliche amtliche Daten – etwa vom Statistischen Bundesamt – werden überwiegend auf Bundesebene erhoben und weisen darauf hin, dass die Unterschiede innerhalb einzelner Fachrichtungen und Praxisformen oft größer sind als zwischen den Regionen.
Gehalt niedergelassene Ärzte: Ost versus West
Das Statistische Bundesamt hat den Reinertrag der einzelnen Arztpraxen in alte und neue Bundesländer aufgeteilt. Ein Blick auf diese Zahlen ergibt einen klaren finanziellen Vorteil für Ärzte in den alten Bundesländern. Die Unterschiede variieren jedoch von Fachgebiet zu Fachgebiet. Bei den Neurologen liegt der Reinertrag je Praxis in den neuen Ländern sogar über dem in den alten Bundesländern. Auch bei der Allgemeinmedizin haben die neuen Bundesländer beim Reinertrag je Praxisinhaber die Nase vor den alten Ländern.

Alle Medizin-Fachgebiete im Überblick
Einen Überblick zu allen Fachbereichen, dem jeweiligen Berufsbild, dem Weg dahin sowie zum Gehalt als Arzt haben wir hier zusammengefasst. Von A wie Allgemeinmedizin bis U wie Urologie.
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