Ärzte-Tarifverträge und Gehälter im Überblick
Arzt-Gehalt nach TarifvertragÄrzte und Ärztinnen genießen ein hohes Ansehen und haben einen anspruchsvollen, abwechslungsreichen und erfüllenden Job – und sie werden vergleichsweise gut bezahlt. Doch wie hoch genau ist ein Arzt-Gehalt? Wie viel verdient ein Oberarzt in Deutschland? Und welche Unterschiede gibt es zwischen kommunalen Krankenhäusern, Uni-Kliniken und privaten Kliniken? All das regeln meist die Tarifverträge für Ärzte und Ärztinnen, die für fast alle festangestellten Mediziner gelten.
Kurzüberblick
Tarifverträge regeln das Gehalt von angestellten ÄrztInnen in Deutschland verbindlich nach Position, Erfahrung und Arbeitgeber. Zu den wichtigsten zählen TV-Ärzte/VKA (kommunale Kliniken), TV-Ärzte/TdL (Unikliniken) sowie Verträge privater Träger. doctari bietet ergänzend flexible Einsatzmodelle mit transparenter Vergütung außerhalb klassischer Tarifstrukturen.
Welche Tarifverträge für Ärzte gibt es?
In Deutschland gibt es verschiedene Ärzte-Tarifverträge: für Universitätskliniken, für kommunale Krankenhäuser sowie für private Kliniken. Sie alle enthalten nicht nur das Grundgehalt für Ärzte und Ärztinnen, für Fachärzte, Oberärzte und leitende Oberärzte, sondern auch die Gehaltsentwicklung im Laufe der Jahre. Chefärzte werden in der Regel nicht nach einem Tarifvertrag bezahlt, sondern handeln ihr Gehalt selbst aus.
Tarifvertrag für Ärzte und Ärztinnen an kommunalen Krankenhäusern
- TV Ärzte/VKA
- gilt für kommunale Kliniken
- ca. 40 Stunden Wochenarbeitszeit im Schnitt
- klare Gehaltsstufen nach Erfahrung
Tarifverträge für Ärzte an Universitätskliniken
- TV Ärzte TdL
- gilt für Unikliniken und Einrichtungen der Länder
- meist leicht höhere Einstiegsgehälter als kommunale Häuser
Tarifverträge für Ärzte an privaten Klinikkonzerne
- orientieren sich oft an VKA/TdL
- teilweise individuelle Vergütungsmodelle

Tarifvertrag für Ärzte an kommunalen Krankenhäusern
Der Tarifvertrag für ÄrztInnen an kommunalen Krankenhäusern trägt die offizielle Abkürzung TV-Ärzte/VKA. VKA steht für die Vereinigung der kommunalen Arbeitgeberverbände. Die aktuell gültige Gehaltstabelle gilt seit April 2024. Die regelmäßige Arbeitszeit beträgt 40 Stunden pro Woche. Diese wird in der Regel auf fünf Tage verteilt, kann jedoch – je nach Dienstmodell – auch anders organisiert sein. Da ÄrztInnen überwiegend im Schichtdienst arbeiten, wird die wöchentliche Arbeitszeit als Durchschnitt über einen längeren Ausgleichszeitraum berechnet.
Pro Schicht kann die Arbeitszeit – insbesondere im Rahmen von Bereitschaftsdiensten – bis zu zwölf Stunden am Tag betragen, sofern die tariflichen und arbeitszeitrechtlichen Vorgaben eingehalten werden.
Wie viel verdienen Ärzte an kommunalen Krankenhäusern?
In den Ärzte-Tarifverträgen werden die Mediziner und Medizinerinnen in verschiedene Entgeltgruppen eingestuft.
In den Tarifverträgen für ÄrztInnen werden MedizinerInnen in verschiedene Entgeltgruppen eingestuft:
- Entgeltgruppe I: AssistenzärztInnen in Weiterbildung
- Entgeltgruppe II: FachärztInnen
- Entgeltgruppe III: OberärztInnen
- Entgeltgruppe IV: Leitende OberärztInnen
Innerhalb der Entgeltgruppen I und II gibt es jeweils sechs Stufen, die sich nach der Berufserfahrung richten. Bereits nach einem Jahr erfolgt in der Regel der Aufstieg in Stufe 2. Weitere Stufen werden schrittweise mit zunehmender Berufserfahrung erreicht.
In der Entgeltgruppe III gibt es drei Stufen, in Entgeltgruppe IV zwei Stufen.
So viel verdienen Ärzte nach laut Tarifvertrag TV-Ärzte/VKA
Seit dem 1. April 2024 gelten folgende Gehälter gemäß dem Ärzte-Tarifvertrag (Bruttobeträge in Euro und auf einen Monat bezogen):
| Entgeltgruppe | Stufe 1 | Stufe 2 | Stufe 3 | Stufe 4 | Stufe 5 | Stufe 6 |
|---|---|---|---|---|---|---|
| I | 5.288,32 € | 5.588,11 € | 5.802,19 € | 6.173,28 € | 6.615,77 € | 6.797,77 € |
| II | 6.979,74 € | 7.564,95 € | 8.078,81 € | 8.378,57 € | 8.671,15 € | 8.963,74 € |
| III | 8.742,54 € | 9.256,37 € | 9.991,49 € | - | - | - |
| IV | 10.284,04 € | 11.019,20 € | - | - | - | - |
Ärzte-Tarifverträge für Universitätskliniken
ÄrztInnen an Universitätskliniken werden nach dem Tarifvertrag TV-Ärzte/TdL vergütet. Dieser gilt für Einrichtungen der Länder, sofern der Arbeitgeber Mitglied der Tarifgemeinschaft deutscher Länder ist. Die regelmäßige Arbeitszeit beträgt 42 Stunden pro Woche und liegt damit über der Arbeitszeit an kommunalen Krankenhäusern. Im Gegenzug ist das Gehalt in der Regel etwas höher.
Tabelle gültig ab 1. Februar 2025 (Bruttobeträge in Euro und auf einen Monat bezogen)
| ab dem | 1. Jahr | 2. Jahr | 3. Jahr | 4. Jahr | 5. Jahr | 6. Jahr |
|---|---|---|---|---|---|---|
| Arzt | 5.529,91 € | 5.945,86 € | 6.173,67 € | 6.568,57 € | 7.039,34 € | 7.222,97 € |
| ab dem | 1. Jahr | 4. Jahr | 7. Jahr | 9. Jahr | 11. Jahr | 13. Jahr |
| Facharzt | 7.426,63 € | 8.049,32 € | 8.596,06 € | 8.903,30 € | 9.070,79 € | 9.302,27 € |
| Oberarzt | 9.302,27 € | 9.849,02 € | 10.631,15 € | - | - | - |
| CA-Vertreter | 10.942,53 € | 11.724,64 € | 12.347,33 € | - | - | - |
Ärzte-Tarifverträge an privaten Kliniken
In Deutschland gibt es neben kommunalen und universitären Einrichtungen auch zahlreiche private Krankenhäuser. Auch hier werden festangestellte ÄrztInnen überwiegend nach Tarifverträgen oder tarifähnlichen Vergütungsmodellen bezahlt.
Die Eingruppierung erfolgt – ähnlich wie in öffentlichen Kliniken – nach:
- Position (Assistenzarzt,Facharzt, Oberarzt, leitender Oberarzt)
- Berufserfahrung bzw. Anzahl der Berufsjahre
Die konkreten Gehälter und Vertragsbedingungen unterscheiden sich jedoch je nach Träger und sind in der Regel auf den jeweiligen Klinik-Webseiten einsehbar.
Mit zunehmender Position und Spezialisierung steigt die Wahrscheinlichkeit, dass ÄrztInnen außertariflich (AT) vergütet werden. In diesen Fällen ist das Gehalt individuell verhandelbar und kann deutlich von klassischen Tarifstrukturen abweichen.
Gehaltsstufen bei Arbeitgeberwechsel
Die Entgeltstufen in Tarifverträgen richten sich nach der Berufserfahrung innerhalb einer Gehaltsgruppe. Diese wird in der Regel beim jeweiligen Arbeitgeber aufgebaut. Beim Wechsel des Arbeitgebers können bereits erworbene Zeiten jedoch unter bestimmten Voraussetzungen angerechnet werden. Im Tarifvertrag für kommunale Krankenhäuser (TV-Ärzte/VKA) ist festgelegt, dass Vorbeschäftigungen berücksichtigt werden, wenn sie für die vorgesehene Tätigkeit förderlich sind.
Ähnlich regelt es der Tarifvertrag für Universitätskliniken (TV-Ärzte/TdL): Auch hier werden Zeiten mit einschlägiger Berufserfahrung als förderlich anerkannt und können auf die Stufenzuordnung angerechnet werden.

Alle Medizin-Fachgebiete im Überblick
Einen Überblick zu allen Fachbereichen, dem jeweiligen Berufsbild, dem Weg dahin sowie zum Gehalt als Arzt haben wir hier zusammengefasst. Von A wie Allgemeinmedizin bis U wie Urologie.
FAQ Tarifverträge Ärzte
Die wichtigsten sind TV-Ärzte/VKA für kommunale Kliniken, TV-Ärzte/TdL für Universitätskliniken sowie individuelle Verträge privater Träger.
Es basiert auf Position, Berufserfahrung (Stufe) und Tarifvertrag. Zuschläge kommen zusätzlich hinzu.
Ja, innerhalb der Tarifverträge erfolgt der Aufstieg in höhere Stufen meist automatisch mit zunehmender Berufserfahrung.
In flexiblen Modellen wie der Zeitarbeit mit doctari sind höhere Stundenlöhne möglich. doctari vermittelt Einsätze außerhalb klassischer Tarifbindungen und schafft damit zusätzliche Optionen für ÄrztInnen.
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