Gehalt Augenarzt, Augenärztin

So viel verdienen die Fachärzte

Fachärztinnen und Fachärzte für Augenheilkunde erzielen in Deutschland ein überdurchschnittlich hohes Einkommen. Es existieren jedoch Unterschiede nach Bundesländern und Art der Beschäftigung. Der folgende Text liefert einen Überblick über das Gehalt der Augenärzte und Augenärztinnen.

Kurz-Zusammenfassung

AugenärztInnen verdienen in Deutschland im Krankenhaus je nach Position meist zwischen rund 66.000 und über 127.000 Euro brutto pro Jahr. In eigener Praxis sind deutlich höhere Reinerträge möglich, die jedoch nicht mit persönlichem Einkommen gleichzusetzen sind. Laut Destatis lag der durchschnittliche Reinertrag in der Augenheilkunde 2023 bei 561.000 Euro je Praxis.

Tätigkeit als angestellter Facharzt

Angestellte Fachärzte und Fachärztinnen für Augenheilkunde in kommunalen Krankenhäusern, Universitätskliniken oder in privaten Kliniken werden in der Regel nach einem Tarifvertrag oder Hausvertrag bezahlt. Das Gehalt der Augenärzte liegt in diesem Fall zu Beginn ihrer Karriere, also als Assistenzarzt oder Assistenzärztin, üblicherweise bei etwa bei 5.600 bis 5.800 Euro brutto monatlich in einem kommunalen Krankenhaus.

In Universitätskliniken verdienen Augenärzte als Assistenzarzt etwas mehr Geld, rund 5.700 bis 5.900 Euro monatlich. Ab dem vierten Jahr kann das Gehalt des Augenarztes, der Augenärztin bereits auf etwa 6.800 bis 7.300 Euro pro Monat steigen. Hinzu kommen Zulagen, die durch Schicht- und Wechseldienste entstehen und das Einkommen des Augenarztes, der Augenärztin entsprechend erhöhen.

Als fertiger Facharzt für Augenheilkunde steigt das monatliche Gehalt auf etwa 7.100 bis 9.300 Euro brutto in einem kommunalen Krankenhaus. Augenärzte mit Facharzttitel, die in einer Universitätsklinik arbeiten, verdienen rund 7.200 bis 9.100 Euro, je nach Berufserfahrung. Als Oberarzt oder Oberärztin steigt das Augenarzt-Gehalt auf etwa 9.500 bis 10.500 Euro im Krankenhaus und auf etwa 9.600 bis 10.700 Euro in einer Universitätsklinik.

Der leitende Oberarzt, der in der Hierarchiestufe direkt unter dem Chefarzt steht (das Chefarzt-Gehalt wird nicht tariflich geregelt) und diesen auch vertreten muss, bekommt ein monatliches Gehalt von etwa 10.500 bis 12.500 Euro brutto im Krankenhaus und etwa 10.500 bis 12.000 Euro in einer Uniklinik.

Nach längerer Berufstätigkeit und mit Aufstieg in höhere Positionen entfällt häufig die Bindung an den Tarifvertrag oder Hausvertrag. Das Gehalt kann in diesem Fall frei verhandelt werden und hängt dann vom eigenen Verhandlungsgeschick ab.

Das Jahresgehalt eines Augenarztes oder einer Augenärztin liegt laut dem aktuellen Tarifvertrag Ärzte VKA (2025) für ein kommunales Krankenhaus in folgenden Bereichen:

  • Assistenzarzt für Augenheilkunde: 61.000 bis 78.000 Euro pro Jahr
  • Facharzt für Augenheilkunde: 80.000 bis 103.000 Euro pro Jahr
  • Oberarzt für Augenheilkunde: 100.000 bis 115.000 Euro pro Jahr
  • Leitender Oberarzt für Augenheilkunde: 118.000 bis 135.000+ Euro pro Jahr

Dabei spielt es keine Rolle, in welchem Fachgebiet der Arzt oder die Ärztin tätig ist. Das Gehalt eines Neurologen ist genauso hoch wie das Gehalt einer Augenärztin, der Verdienst eines Kinderarztes beträgt genauso viel wie der einer Radiologin

Gehalt an Universitätskliniken

An Universitätskliniken gilt der TV-Ärzte/TdL. Die zuletzt veröffentlichte Entgelttabelle weist für ÄrztInnen in Weiterbildung Monatsgehälter zwischen 5.308,41 und 6.814,12 Euro brutto aus. FachärztInnen liegen zwischen 7.006,15 und 8.775,72 Euro, OberärztInnen zwischen 8.775,72 und 10.322,78 Euro und leitende OberärztInnen zwischen 10.625,03 und 11.985,93 Euro brutto im Monat.

Damit ergeben sich grob diese Jahresgehälter:

  • AssistenzärztInnen: ca. 63.700 bis 81.800 Euro
  • FachärztInnen: ca. 84.100 bis 105.300 Euro
  • OberärztInnen: ca. 105.300 bis 123.900 Euro
  • Leitende OberärztInnen: ca. 127.500 bis 143.800 Euro

Auch hier erhöhen Dienste und Zulagen das tatsächliche Einkommen.

Tätigkeit in eigener Praxis

In der Niederlassung wird nicht von Gehalt, sondern vom Reinertrag je Praxis gesprochen. Für die Augenheilkunde weist das Statistische Bundesamt für 2023 besonders hohe Werte aus: durchschnittliche Einnahmen von 1,226 Millionen Euro, durchschnittliche Aufwendungen von 665.000 Euro und einen durchschnittlichen Reinertrag von 561.000 Euro je Praxis. Der Median des Reinertrags liegt bei 302.000 Euro.

Wichtig ist die Einordnung: Der Reinertrag ist nicht gleich persönliches Einkommen oder Gewinn der Ärztin bzw. des Arztes. Destatis weist ausdrücklich darauf hin, dass darin unter anderem Aufwendungen für Praxisübernahme sowie weitere persönliche und betriebliche Kosten nicht vollständig abgebildet sind.

Warum die Augenheilkunde wirtschaftlich stark ist

Die Augenheilkunde zählt zu den wirtschaftlich attraktiven Fachrichtungen im ambulanten Bereich. Das hängt unter anderem mit einem hohen Anteil planbarer Leistungen, spezialisierten Diagnostik- und Behandlungsangeboten sowie einem starken ambulanten Markt zusammen. Die Destatis-Zahlen zeigen, dass die Augenheilkunde 2023 bei den Praxiseinnahmen und beim Reinertrag zu den besonders starken Fachgebieten gehörte.

Checkliste: Was beeinflusst das Gehalt in der Augenheilkunde?

  • Position und Berufserfahrung
  • Kliniktyp: kommunal, universitäre oder private Einrichtung
  • Anzahl der Dienste und Zuschläge
  • Niederlassung oder Anstellung
  • Spezialisierung, etwa operative Ophthalmologie
  • Region und Auslastung der Praxis

Zeitarbeit und flexible Arbeitsmodelle in der Augenheilkunde

Auch in der Augenheilkunde gewinnen flexible Arbeitsmodelle an Bedeutung. Gerade für FachärztInnen, die mehr Einfluss auf Einsatzort, Verfügbarkeit und Arbeitszeiten wünschen, können projektbezogene oder befristete Einsätze interessant sein. Für die Bewertung lohnt sich weniger ein einzelner Durchschnittswert als der Vergleich konkreter Einsätze, Konditionen und Arbeitszeiten. Das passt gut zur transaktionalen Suchintention der Seite.

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Stand Januar 2024