Psychiater Gehalt: Alle Infos

So viel verdient ein Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie

Der Facharzt Psychiatrie und Psychotherapie ist auf dem Arbeitsmarkt sehr begehrt. Spiegelt sich dies auch im Verdienst wider? Hier finden Sie alle Informationen zum Gehalt eines Psychiaters bzw. einer Psychiaterin.

Facharzt Psychiatrie: Wie viel verdient ein Psychiater?

Das Einstiegsgehalt als Assistenzarzt für Psychiatrie und Psychotherapie liegt im ersten Jahr gemäß Tarifvertrag bei mehr als 4.900 Euro brutto pro Monat (TV TDL 2022). Im Anschluss steigt das Assistenzarztgehalt jährlich. Nach 5 Jahren in der Weiterbildung zum Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie erhält ein Psychiater ein Gehalt von 6.300 Euro brutto pro Monat. Das Bruttojahresgehalt eines fertig ausgebildeten und erfahrenen Facharztes im Bereich Psychiatrie und Psychotherapie beträgt laut des Tarifvertrages von Unikliniken bis zu knapp 98.000 Euro.

Das Gehalt als Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie ist abhängig von geltenden Tarifverträgen. Die verbreitetsten Tarifverträge sind der TV-Ärzte VKA für kommunale Krankenhäuser und der Tarifvertrag der Unikliniken, TV Ärzte TdL. In diesen ist die Gehaltsentwicklung fest definiert. Auch einige private Klinikkonzerne wie etwa SRH haben bundesweit geltende Tarifverträge für Ärzte und Ärztinnen.

Außerdem können je nach Einrichtung auch außerhalb des Tarifvertrages Vereinbarungen bezüglich des Psychiater-Gehaltes getroffen werden. Dabei kommt es auf das Verhandlungsgeschick der Ärztin bzw. des Arztes an. Insbesondere bei der Tätigkeit in einer Tagesklinik oder in Teilzeit können sich die Brutto-Jahresgehälter für Psychiater stark unterscheiden. Auch bei einer Tätigkeit in einer privaten Einrichtung werden häufig hausinterne Tarifverträge zur Berechnung des Psychiater-Gehaltes herangezogen, die meist über dem Verdienst im öffentlichen Bereich liegen. Grundsätzlich zählen angestellte und selbstständige Ärzte zu den Top-Verdienern in Deutschland.

Als Vertretungsarzt ist man generell an keine Tarifverträge gebunden. Hier sind für Psychiater weit höhere Gehältern als in Festanstellung möglich und man hat häufig eine bessere Work-Life-Balance.

Gehalt als selbstständiger Psychiater

Eine eigene Praxis als ärztliche Psychotherapeutin oder ärztlicher Psychotherapeut ist für viele eine reizvolle Alternative zur Tätigkeit im stationären Bereich. Dabei konkurrieren die Mediziner mit nicht-ärztlichem Fachkräften wie psychologischen Psychotherapeuten.

Letztere haben ihren Beruf im Zuge eines Psychologiestudiums und einer mindestens dreijährigen Ausbildung zum Psychotherapeuten erlernt. Zu dieser Ausbildung gehören eine einjährige praktische Tätigkeit in einer psychiatrischen oder psychosomatischen Einrichtung sowie eine theoretische und praktische Ausbildung an einer staatlich anerkannten Ausbildungsstätte. Ein Medizinstudium mit abschließender Approbation haben sie nicht absolviert.

Um als Psychiater mit eigener Praxis erfolgreich zu sein, ist eine Analyse der Marktbedingungen unerlässlich. Das genaue Gehalt eines selbstständigen Psychiaters lässt sich nicht pauschal einschätzen, denn es ist von Faktoren wie der eigenen Krankenvorsorge oder den Kosten für die Einrichtung abhängig. Grundsätzlich existiert eine hohe Nachfrage nach Psychotherapeuten, weil psychische Erkrankungen wie Angststörungen und Depressionen in Deutschland zunehmen. Dennoch belegen Psychiater und Psychotherapeuten in Sachen Gehalt eher die unteren Ränge der selbstständigen Ärzte, was das durchschnittliche Jahreseinkommen betrifft.

Neben einer Einzelpraxis gibt es aber auch die Möglichkeit, sich in einer Gemeinschaftspraxis niederzulassen. Dann teilen sich mehrere Ärzte die gleichen Räumlichkeiten. Inhabern von Gemeinschaftspraxen wird nachgesagt, über ein höheres Gehalt im Vergleich zur Einzelpraxis zu verfügen. Als Facharzt Psychiatrie und Psychotherapie sollte man sich also auch für die Selbstständigkeit vorher genau überlegen, wie man seine beruflichen Zukunft gestalten möchte.

Bildquelle: iStock.com/erdikocak