Alle Gesundheits- und Heilberufe im Überblick

Von Altenpflege bis Pflegestudium

Wer Pflege hört, denkt als erstes an Kranken- und Altenpflege. Beim Stichwort Heilberufe assoziieren viele Menschen neben dem Beruf des Arztes Bereiche wie Physiotherapie oder Heilpraktiker. Doch zusätzlich zu diesen weit verbreiteten Berufen gibt es unzählige weitere. Hier listen wir alle wichtigen Gesundheits- und Heilberufe für all diejenigen auf, die sich für einen medizinischen Beruf oder eine Arbeitsstelle in der Pflege interessieren.

Was sind Gesundheitsberufe?

Eine genaue Definition oder Abgrenzung für den Begriff „Gesundheitsberuf“ existiert nicht. Vielmehr können alle medizinischen Berufe als Gesundheitsberufe bezeichnet werden – von A wie Altenpfleger bis V wie veterinärmedizinisch-technischer Assistent.

Das Bundesgesundheitsministerium unterscheidet bei den Gesundheits- und Pflegeberufen zwischen geregelten und nicht geregelten Berufen. In den Zuständigkeitsbereich des Bundes fallen dabei alle Heilberufe, alle Berufe nach dem Berufsbildungsgesetz und alle nach der Handwerksordnung. Bei allen vom Bund geregelten Berufen ist die Bezeichnung geschützt. Das heißt, nur mit einer Approbation oder einer Berufserlaubnis darf in diesem Bereich gearbeitet werden – andernfalls liegt eine Straftat oder eine Ordnungswidrigkeit vor (Übersicht über geregelte Heil- und Gesundheitsberufe, Bundesgesundheitsministerium).

Der Name erklärt bereits, welches Ziel Gesundheits- und Heilberufe verfolgen: Es geht in erster Linie um die Genesung von Kranken. Somit sind ÄrztInnen aller Art ein wichtiger Teil dieser Berufsgruppe. Doch um kranken Menschen helfen und einen Heilberuf ausüben zu können, wird nicht zwangsläufig die Hochschulreife und ein Medizinstudium benötigt. Die Möglichkeiten zu heilen sind vielfältig. So gehören beispielsweise auch Physiotherapeuten, Logopäden und Podologen zu den Gesundheits- und Heilberufen, genauso natürlich die Ergotherapeuten. Wer eine Ausbildung als Rettungssanitäter macht, übt ebenfalls einen Gesundheits- und Heilberuf aus. Das Gleiche gilt für einen Diätassistenten.

Medizinische Berufe

Atemtherapeut/inArzthelferin - MTA - Medizinisch-technische/r Angestellte/R
Diätassistent/inATA - Anästhesietechnische AssistentIn
Ergotherapeut/inCTA - Chirurgisch-technisch/r AssistentIn
Heilpraktiker/inMTAF - Medizinisch-technischer Assistent/in für Funktionsdiagnostik
Kunsttherapeut/inMTLA - Medizinisch-technischer Laboratoriumsassistent/in
Logopäde/LogopädinMTRA - Medizinisch-technischer Radiologieassistent/in
Masseur/in und medizinische/r Bademeister/inOTA - Operationstechnische/r AssistenIn
Musiktherapeut/inPTA - Pharmazeutisch-technische/r Assistent/in
Orthoptist/inRettungssanitäter/in
Physiotherapeut/inNotfallsanitäter/in
Podologe/ PodologinRettungsdiensthelfer/in
Psychologische/r Psychotherapeut/inRettungshelfer/in

Pflegebereich: Jobs für Menschen mit großem Herz

Die Arbeit in einem Pflegeberuf erfordert ein hohes Maß an Einfühlungsvermögen. Denn alle professionellen Pfleger und Pflegerinnen kümmern sich um Menschen, die Hilfe benötigen und sich folglich in einer schwierigen Situation befinden. Dies kann durch eine Krankheit, einen Unfall oder durch das Alter des Patienten erforderlich sein.

Bei der Pflege geht es um die Betreuung und Unterstützung des Patienten sowie um erhaltende Maßnahmen. Die Hilfestellung kann den Alltag betreffen, den Haushalt, die Körperpflege oder bürokratische Aufgaben. Zu den bekanntesten Pflegeberufen zählen Kranken- und Altenpfleger. Daneben gibt es aber auch Berufe wie Alltagspfleger, Gesundheitspfleger sowie Haus- und Familienpfleger.

Altenpfleger/inHebamme/ Entbindungshelfer
Altenpflegehelfer/inHeilerziehungspfleger/in
Fachkraft – PflegeassistenzHeilerziehungspflegehelfer/in
Gesundheits- und Krankenpfleger/inPflegedienstleitung (PDL)
Gesundheits- und KinderkrankenpflegePflegefachmann/-frau
Gesundheits- und Krankenpflegehelfer/inSozialassistent/in
Haus- und Familienpfleger/inSozialpädagogische/r Assistent/in / Kinderpfleger/in

Der Bedarf an Pflegepersonal ist hoch

Die Gesundheits- und Pflegeberufe bieten eine hervorragende Zukunftsperspektive. Der Grund dafür: Der Bedarf an qualifiziertem Personal steigt stetig. Im Jahr 2018 waren in Deutschland nach Angaben des Statistischen Bundesamtes mehr als 4 Millionen Menschen in einem Gesundheits- oder Pflegeberuf tätig.

Vor allem im Bereich der Altenpflege wächst der Bedarf an gut ausgebildetem Personal. Innerhalb von zehn Jahren – von 2007 bis 2017 – wuchs die Zahl der Beschäftigten in Pflegeheimen von rund 575.000 auf rund 765.000 Mitarbeiter. Ein ähnliches Bild zeigen die Zahlen des Statistischen Bundesamtes für die ambulanten Pflegeeinrichtungen. Hier gab es einen Anstieg von 236.000 auf 390.000 Mitarbeiter innerhalb von zehn Jahren.

Arbeit in der Pflege: Hoher Frauenanteil, viel Teilzeit

Gesundheitsberufe sind Frauensache. Ein Klischee mit viel Wahrheitsgehalt. Der Frauenanteil in allen Gesundheitsberufen lag im Jahr 2019 bei mehr als 75 Prozent. In Krankenhäusern, Kliniken und Praxen betrug der Anteil an weiblichen Mitarbeitern 2019 rund 76 Prozent. In Pflegeeinrichtungen für Alte, Kranke und Menschen mit Behinderung lag er bei 77 Prozent. Dies entspricht einem Anstieg des Männeranteils im Vergleich zum Jahr 2014 um drei Prozentpunkte.

Die Arbeit in Gesundheits- und Pflegeberufen ist herausfordernd. Häufig muss das Personal am Wochenende arbeiten oder Schichtdienst leisten. Hinzu kommt oft eine psychische Belastung. Kein Wunder also, dass der Anteil an Teilzeitkräften wächst. Innerhalb von fünf Jahren, von 2014 bis 2019, kletterte der Anteil von Teilzeitbeschäftigen in Krankenhäusern und Praxen von 39 auf 42 Prozent.

Welche Ausbildungen gibt es für Pflege- und Gesundheitsberufe?

Hinsichtlich des Ausbildungsweges können Gesundheits- und Pflegeberufe in zwei Gruppen eingeteilt werden: Ausbildung und Studium. Die meisten der hier besprochenen Gesundheitsberufe werden über eine Ausbildung erlernt. Diese kann ein, zwei oder drei Jahre dauern. Meist wird sie an einer Berufsfachschule absolviert. Je nach Beruf wird die Ausbildung vergütet oder nicht. So erhält beispielsweise ein Auszubildender zum Altenpflegehelfer kein Geld. Seine Ausbildung dauert in der Regel aber auch nur ein Jahr. Ein Altenpfleger muss drei Jahre lang ausgebildet werden, sowohl theoretisch als auch praktisch. In dieser Zeit bekommt er ein Lehrlingsgehalt. Auch Gesundheits- und Krankenpfleger müssen eine dreijährige Ausbildung im Dualen System absolvieren und erhalten hierfür eine Vergütung.

Insbesondere die Berufe im therapeutuschen Bereich wie Ergotherapie oder Musiktherapie werden an privaten Schulen unterrichtet, für die dann Schulgeld anfällt.

Auch eine Studium ist im Bereich der Pflege möglich. Neben dem Medizin-, Zahn- und Tiermedizinstudium gibt es unter den Gesundheitsberufen noch weitere Teilbereiche der Medizin, die im Rahmen eines Studiengangs erlernt werden können. Bespielhaft folgende Studiengänge:

Studium PflegemanagementBachelor of Science Präventions-, Therapie- und Rehabilitationswissenschaften
Studium PflegewissenschaftBachelor of Arts Pflege inkl. Berufsausbildung
Studium PflegepädagogikBachelor of Science Pflegewissenschaften inkl. Berufsausbildung

Wie viel verdient man in Pflege- und Gesundheitsberufen

Die Frage nach dem Verdienst kann nicht pauschal beantwortet werden. Das Gehalt schwankt sehr stark je nachdem, welcher Beruf ausgeübt wird und bei welchem Arbeitgeber. Am leichtesten bekommen Interessierte einen Überblick, wenn sie in die Tarifverträge für Berufe im öffentlichen Dienst schauen. Das Gehalt für den Bereich Pflege startet im öffentlichen Dienst bei rund 2.280 Euro brutto (Stand 2020). Wer eine dreijährige Ausbildung absolviert hat, wird in der Regel als Fachkraft als P8 eingestuft und startet bei rund 3.000 Euro im Monat.

Bei einem direkten Vergleich der einzelnen Berufsgruppen werden Unterschiede deutlich. So verdient beispielsweise ein Altenpfleger in der Regel weniger als ein Gesundheits- und Krankenpfleger. Noch ein wenig mehr Geld erhalten im Durchschnitt Kinderkrankenpfleger.