Hilfe bei psychischen Erkrankungen
Facharzt Psychiatrie und Psychotherapie

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Als Fachärztin und Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie arbeitet man an der Schnittstelle der Betrachtung körperlicher und psychischer Prozesse. Es handelt sich dabei um ein spannendes Feld, für das Nervenstärke, Einfühlungsvermögen und Objektivität gefragt sind. Alle Fakten zum Berufsfeld sind hier zusammengefasst. 

Inhaltsverzeichnis 

Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie: Aufgabengebiete und Arbeitsbereiche

Fachärztinnen und Fachärzte für Psychiatrie und Psychotherapie erkennen und behandeln somatotherapeutische, psychotherapeutische sowie sozialpsychiatrische Erkrankungen genauso wie psychische und soziale Verhaltensauffälligkeiten.

Während sich Fachrichtungen wie Chirurgie oder Innere Medizin konkret und anfassbar mit dem menschlichen Körper beschäftigen, arbeiten Ärzte in der Psychiatrie und Psychotherapie mit dem weniger fassbaren menschlichen Geist. Die Herausforderung liegt darin, etwas zu behandeln, in das sich nicht hineinschneiden lässt oder das man wie beim Röntgen sichtbar machen kann und wofür sich im Zweifel keine körperlichen Ursachen finden lassen. Dennoch sind Körper und Psyche ein System, das sich gegenseitig beeinflusst; manche Störungen können körperliche Ursachen haben und wiederum können psychische Prozesse körperliche Symptome auslösen. Die ganzheitliche Betrachtung des Körpers und der Psyche wird als Psychosomatik bezeichnet. Eine Psychiaterin beziehungsweise ein Psychiater muss sich daher auch mit den Wechselwirkungen von „Körper, Geist und Seele“ sehr gut auskennen.

Der Ausdruck "Nervenarzt" ist eine veraltete Bezeichnung für Psychiater und Psychotherapeuten, fasst darunter allerdings auch die Neurologie. Hierbei handelt es sich um Ärzte, die sich mit dem Nervensystem beschäftigen. Beide Fachbereich stehen sich ziemlich nah. Und tatsächlich sollte sich ein Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie auch auf diesem Fachgebiet auskennen, um Krankheiten gezielt voneinander unterscheiden zu können. 

Das Fach Psychiatrie und Psychotherapie bietet sehr viele Möglichkeiten für einen direkten Patientenkontakt. In Therapiegesprächen versuchen die Ärztinnen und Ärzte, ihren Patienten gezielt zu helfen und verschreiben im Bedarfsfall Medikamente. Darüber hinaus bietet dieses spannende Gebiet auch viele Einblicke in andere Bereiche, zum Beispiel in die Neurochirurgie. Der Facharzt Psychiatrie und Psychotherapie setzt darüber hinaus viele verschiedene psychodiagnostische Test- und Behandlungsverfahren ein, die wie kaum ein anderes Fach direkt an seine soziale Kompetenz gebunden sind. 

Wo arbeiten Fachärztinnen und Fachärzte für Psychiatrie und Psychotherapie?

Die Psychiaterinnen und Psychiater sind genauso in Kliniken wie im ambulanten Bereich zu finden. Weitere Beschäftigungsmöglichkeiten gibt es für sie in der Forschung und Lehre. In diesem Falle arbeiten sie zum Beispiel in Hochschulen und Universitäten, wo sie in Klassensälen und Vorlesungsräumen unterrichten. 

Der Fachbereich Psychiatrie und Psychotherapie ist vor allem für jene angehenden Mediziner spannend, die als Arzt, Familie und Beruf verbinden möchten. So ist mehr als die Hälfte dieser Berufsgruppe weiblich, was auf eine vergleichsweise gute Work-Life-Balance hindeutet (Stand: 2018) . Denn die üblichen Arbeitszeiten eines Arztes im Krankenhaus sind durch Schichtdienst und Wochenendarbeit gekennzeichnet. Bei einer beruflichen Tätigkeit in der Psychiatrie gibt es aber auch die Möglichkeit, an einer Tagesklinik angestellt zu werden. Hierbei handelt es sich um eine teilstationäre Aufnahme von Patientinnen und Patienten, die in der Lage sind, am Wochenende auf ihren Arzt zu verzichten.  

Mit 11.346 berufstätigen Psychiatern und Psychotherapeuten in Deutschland gehört dieser Facharzt-Titel zu den zehn beliebtesten Facharztausbildungen. Davon sind knapp 34 Prozent mit einer eigenen Praxis niedergelassen (Stand: 2018). Damit steht den Fachärzten auch eine selbstständige Tätigkeit offen. Der Titel bietet gute Möglichkeiten, unternehmerisch tätig zu werden. 

Auch wenn das Fach so beliebt ist, gilt es keineswegs als überlaufen. Die beruflichen Perspektiven für Psychiater und Psychotherapeuten sind sehr gut. Denn leider sind psychische Erkrankungen zu einem großen Problem in der deutschen Bevölkerung geworden. Eine steigende Zahl an Arbeitnehmern wird wegen psychischer Belastungen und Erkrankungen krankgeschrieben . Mittlerweile sind sie die häufigste Ursache für Berufsunfähigkeit geworden. Und anders als bei anderen Erkrankungen ist es mit einer Operation nicht getan, denn die Behandlung zieht sich zumeist über einen sehr langen Zeitraum. Mit der Anzahl an Patientinnen und Patienten steigt auch der Bedarf an gut ausgebildeten Psychiatern und Psychotherapeuten – ein Fachbereich also, der auch in Zukunft eine steigende Nachfrage aufweisen dürfte.

 

Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie: Aus- und Weiterbildung

Um sich „Facharzt Psychiatrie und Psychotherapie“ nennen zu dürfen, sind ein Studium der Humanmedizin und eine Approbation nötig. Mit der Approbationsprüfung erwirbt ein Mediziner die Erlaubnis, Patienten behandeln zu dürfen. Danach steht der Ärztin bzw. dem Arzt die Weiterbildung zum Facharzt offen. Im Fach Psychiatrie und Psychotherapie dauert diese insgesamt fünf Jahre (60 Monate) und ermöglicht Einblicke in die psychiatrische und psychotherapeutische Patientenversorgung. Außerdem lässt sich die ärztliche Tätigkeit in anderen Gebieten anerkennen, zum Beispiel in der Inneren Medizin oder Neuropathologie. 

Was verdienen Fachärzte für Psychiatrie und Psychotherapie?

Will ein Arzt an einer öffentlichen Einrichtung wie einer Klinik oder einem Krankenhaus arbeiten, gelten die nach Bundesland gültigen Tarifverträge. Dabei kann mit folgenden durchschnittlichen Brutto-Jahresgehältern gerechnet werden, die sich nach beruflicher Erfahrung und Position richten: 

Das Gehalt in den öffentlich getragenen Kliniken ist somit festgelegt. Es kann jedoch auch eine höhere Eingruppierung oder eine außertarifliche Vergütung verhandelt werden. Außerdem gibt es zahlreiche privatwirtschaftliche Einrichtungen, die sich nicht nach den öffentlichen Tarifverträgen richten müssen. 

Wenn sich eine Ärztin oder ein Arzt mit eigener Praxis niederlässt, wird eine unternehmerische Tätigkeit ausgeübt. Dann ist das tatsächliche Einkommen von verschiedenen Faktoren wie Aufwendungen zur Vorsorge abhängig. Der durchschnittliche Reinertrag eines selbstständigen Psychiaters und Psychotherapeuten beträgt 180.000 Euro im Jahr (Stand: 2015). Dabei handelt es sich um den Umsatz minus der Praxisausgaben (Sach- und Personalaufwendungen).

Das ist jedoch keineswegs mit dem Nettogehalt gleichzusetzen. Davon müssen beispielsweise die Einkommenssteuer, alle Versicherungen für sich und seine Angehörigen und die Beiträge zu Versorgungseinrichtungen gezahlt werden. Nicht selten bleiben selbstständigen Ärztinnen und Ärzten netto im Durchschnitt gerade mal 24 Prozent des Gesamthonorarumsatzes.

Das liegt zwar dennoch deutlich über dem durchschnittlichen deutschen Haushaltseinkommen, dafür fallen nicht selten rund 60 Stunden pro Woche an. Auch der Kredit oder die Miete für die Praxis stehen auf der Rechnung.

Spezialisierungen und Fortbildungen für Fachärzte Psychiatrie und Psychotherapie

Neben dem „Facharzt Psychiatrie und Psychotherapie“ gibt es noch die Titel Kinder- und Jugendpsychiatrie und -psychotherapie sowie Psychosomatische Medizin und Psychotherapie. Weil die Fachbereiche eng verknüpft sind, können Weiterbildungszeiten im jeweils anderen Fachgebiet in der grundlegenden Ausbildung anerkannt werden. Ebenso können die Ärztinnen und Ärzte die gleichen Fortbildungen besuchen. Gerade Gruppen- oder Einzelübungen zur Selbsterfahrung und Reflektion sind besonders wichtig bei der Psychotherapie für Patienten. Das Erlernen spezieller Entspannungsverfahren (z. B. Hypnose) steht den Ärzten ebenso offen.

Grundsätzlich müssen sich Ärzte regelmäßig fortbilden, um weiter praktizieren zu dürfen. Diese müssen in Form von Fortbildungspunkten nachgewiesen werden. Die Fachärzte für Psychiatrie und Psychotherapie können sich im Bereich Forensische Psychiatrie auf ein besonderes Tätigkeitsfeld spezialisieren. Und das ist nichts für schwache Nerven. Hier werden nämlich unter anderem psychisch kranke Straftäter behandelt. Deswegen muss sich die forensische Psychiaterin bzw. der forensische Psychiater auch in juristischen Fragen gut auskennen. In diesem Bereich arbeiten lediglich 260 Ärzte in Deutschland (Stand: 2018), wovon weniger als ein Viertel weiblich ist. Wer also Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie werden möchte, muss genau wissen, worauf sie oder er sich einlässt. 

 Ein absolut spannender Fachbereich also, der viele Facetten und Chancen bietet, den Ärztinnen und Ärzten aber auch viel abverlangt.

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