2025 wurden in Deutschland insgesamt 16.195 Facharztanerkennungen ausgesprochen – mehr als je zuvor und ein Anstieg gegenüber 2024 (15.378). Die beliebteste Fachrichtung bleibt die Innere Medizin (2.283 neue Facharzttitel), gefolgt von Allgemeinmedizin (2.147) und Anästhesiologie (1.524). Neu in den Top 5: Die Kinder- und Jugendmedizin (914) hat die Frauenheilkunde und Geburtshilfe (790) überholt (Bundesärztekammer, Ärztestatistik zum 31.12.2025).
Große Vielfalt in der Theorie, wenig Vielfalt in der Praxis
Für Humanmedizinerinnen und Humanmediziner ist nichts so spannend wie der menschliche Körper. Sie widmen sich mit vollem Einsatz für dessen physische und psychische Gesundheit. Nach dem für alle gleich ablaufenden Studium der Medizin trennen sich mit der Wahl für eine Fachrichtung die Wege der jungen ÄrztInnen.
Insgesamt gibt es in Deutschland 51 anerkannte Facharztgebiete in 33 medizinischen Fachbereichen laut Musterweiterbildungsordnung der Bundesärztekammer (MWBO 2018). Allerdings entscheidet sich ein erheblicher Teil aller jungen MedizinerInnen für eine der Top-5-Fachrichtungen: Allein auf Innere Medizin, Allgemeinmedizin und Anästhesiologie entfielen 2025 rund 36 Prozent aller 16.195 Facharztanerkennungen (Bundesärztekammer, Ärztestatistik zum 31.12.2025). Der folgende Text liefert einen Überblick über die anerkannten Facharzttitel, auf die sich ÄrztInnen spezialisieren können.
Ein gefragter und beliebter Beruf: Hausarzt bzw. Hausärztin
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Die Top 5 der beliebtesten Facharztrichtungen
Der Blick in die Ärztestatistik der Bundesärztekammer verrät, welche Fachrichtungen aktuell besonders gefragt sind. Grundlage sind die im Jahr 2025 neu erteilten Facharztanerkennungen – also die Fachrichtungen, für die sich der ärztliche Nachwuchs entscheidet (nicht die Zahl der insgesamt bereits tätigen FachärztInnen).
Platz 1: Innere Medizin
Seit Jahren führt die internistische Ausbildung das Ranking der beliebtesten Facharztrichtungen mit deutlichem Abstand an. 2025 erhielten 2.283 Mediziner und Medizinerinnen den Facharzttitel Innere Medizin, davon 1.186 Frauen (Bundesärztekammer, Ärztestatistik zum 31.12.2025). Unter den Spezialisierungen sind die Kardiologie (659 neue Titel), die Gastroenterologie (309) und die Pneumologie (193) besonders gefragt.
Platz 2: Allgemeinmedizin
Die Generalistin aller Facharztsparten belegt weiterhin Platz 2 mit 2.147 neuen Facharzttiteln im Jahr 2025 (2024: 2.140), davon 1.366 an Frauen. Der Trend der letzten anderthalb Jahrzehnte zeigt klar nach oben: 2010 schlossen erst 1.085 ÄrztInnen ihre Weiterbildung zur Allgemeinmedizin ab (KBV, Weiterbildungsabschlüsse, Stand 2025). Angesichts des Ärztemangels vor allem in ländlichen Regionen ein positives Signal für die hausärztliche Versorgung der Zukunft.
Platz 3: Anästhesiologie
Auch diese Disziplin bleibt fest auf dem Treppchen. Narkoseärztinnen und -ärzte sind nach wie vor sehr gefragt: 2025 wurden 1.524 Facharzttitel vergeben, 778 davon an Frauen – ein spürbarer Anstieg gegenüber 2024 (1.458) und 2023 (1.375).
Platz 4: Orthopädie und Unfallchirurgie
Sie führt die chirurgischen Fachrichtungen klar an. Erkrankungen des Bewegungsapparats zu therapieren, bleibt vor allem bei Männern beliebt: Von den 961 neu erteilten Facharzttiteln 2025 gingen nur 285 an Frauen (rund 30 Prozent). Damit liegt die Orthopädie und Unfallchirurgie deutlich vor anderen chirurgischen Gebieten wie der Viszeralchirurgie (396 neue Titel 2025) oder der Allgemeinchirurgie/Allgemeinen Chirurgie (zusammen 156).
Platz 5: Kinder- und Jugendmedizin
Neu in den Top 5 gegenüber der letzten Auswertung: Die Kinder- und Jugendmedizin hat mit 914 neuen Facharzttiteln im Jahr 2025 (666 davon an Frauen, rund 73 Prozent) die Frauenheilkunde und Geburtshilfe überholt, die mit 790 neuen Titeln (658 an Frauen, rund 83 Prozent) auf Platz 6 liegt (Bundesärztekammer, Ärztestatistik zum 31.12.2025). Beide Fächer sind bei Ärztinnen besonders beliebt – gleichzeitig ein Fach mit spürbarem Nachwuchsbedarf: Mehr als 4.200 der knapp 17.650 berufstätigen Fachärztinnen und Fachärzte für Kinder- und Jugendmedizin sind bereits 60 Jahre oder älter.
Das Fachgebiet Umweltmedizin ist bei jungen Ärzten und Ärztinnen nicht gerade beliebt.
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Weniger gesuchte Facharztbereiche, aber bei Ärztinnen beliebt
Am anderen Ende der Beliebtheitsskala rangieren weiterhin Fächer wie Anatomie, Biochemie, Physiologie sowie Pharmakologie und Toxikologie. In der Anatomie wurden 2025 gerade einmal 4 Facharzttitel anerkannt, in der Biochemie nur 1. Über den Zeitraum 2023 bis 2025 kamen in der Physiologie insgesamt lediglich 12 neue Facharzttitel hinzu (Bundesärztekammer, Ärztestatistik zum 31.12.2025). In der Rechtsmedizin waren es 2025 immerhin 19 neue Titel, davon 13 an Frauen.
Dass Frauen vor allem in solchen "Orchideenfächern" stark vertreten sind, zeigt weiterhin das Fachgebiet Öffentliches Gesundheitswesen: Hier gingen 2025 von 81 neuen Titeln 58 an Frauen (rund 72 Prozent). Bei der Humangenetik verhält es sich ähnlich mit 18 Frauen bei 28 Facharzttiteln insgesamt. Bei der klinischen Pharmakologie gingen 6 von 10 Titeln an Medizinerinnen.
Mehr Facharzttitel im Bereich der Virologie aufgrund von Corona?
Die Mikrobiologie, Virologie und Infektionsepidemiologie sowie das Öffentliche Gesundheitswesen waren durch die Corona-Pandemie deutlich stärker ins öffentliche Bewusstsein gerückt und verzeichneten 2020 einen Zuwachs von 100 Prozent gegenüber dem Vorjahr (von 19 auf 40 anerkannte Titel). Die aktuellen Zahlen zeigen: Dieses höhere Niveau hat sich seither stabilisiert, statt weiter stark zu wachsen – 2023 wurden 36, 2024 47 und 2025 46 neue Facharzttitel in diesem Gebiet vergeben (Bundesärztekammer, Ärztestatistik 2023–2025). Ob sich das Fach dauerhaft auf diesem Niveau einpendelt oder wieder zu den vorpandemischen Werten zurückkehrt, bleibt abzuwarten.
Radioonkologie und SDie Facharztgebiete von A bis Z
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Hinweis: Diese Liste zeigt die 33 Gebiete mit ihren insgesamt 51 Facharztkompetenzen gemäß der aktuellen Muster-Weiterbildungsordnung (MWBO), Fassung vom 03.07.2026. Zwei wichtige Änderungen gegenüber älteren Darstellungen: Das frühere Facharztgebiet Biochemie ist entfallen und "Strahlentherapie" heißt seit der Reform offiziell "Radioonkologie und Strahlentherapie".
Zusätzlich zu den 51 Facharzttiteln gibt es 19 Schwerpunktkompetenzen (z. B. Gynäkologische Onkologie, Kinder-Kardiologie, Neuroradiologie) sowie 48 Zusatz-Weiterbildungen (z. B. Notfallmedizin, Palliativmedizin).
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Häufige Fragen zur Facharztwahl
Welche Facharztrichtung ist in Deutschland 2025 am beliebtesten?
Die Innere Medizin bleibt mit 2.283 neuen Facharztanerkennungen im Jahr 2025 die mit Abstand beliebteste Fachrichtung, gefolgt von Allgemeinmedizin (2.147) und Anästhesiologie (1.524) (Bundesärztekammer, Ärztestatistik zum 31.12.2025).
Wie viele Facharztgebiete gibt es in Deutschland insgesamt?
Laut Musterweiterbildungsordnung der Bundesärztekammer (MWBO 2018) gibt es 51 anerkannte Facharztgebiete. Hinzu kommen Schwerpunktbezeichnungen innerhalb einzelner Gebiete sowie 56 ärztliche Zusatzbezeichnungen, die zusätzlich zum Facharzttitel erworben werden können.
Welche Facharztrichtungen sind besonders wenig gefragt?
Zu den sogenannten Orchideenfächern zählen unter anderem Anatomie, Biochemie und Physiologie: Hier wurden 2025 teilweise nur ein bis wenige neue Facharzttitel bundesweit vergeben. Diese Fächer sind meist wissenschaftlich orientiert und finden sich seltener in der direkten Patientenversorgung.
Wie viele Facharztanerkennungen gab es 2025 insgesamt in Deutschland?
2025 wurden insgesamt 16.195 Facharztanerkennungen ausgesprochen, ein Anstieg gegenüber 2024 (15.378) und der höchste bisher erfasste Wert (Bundesärztekammer, Ärztestatistik zum 31.12.2025).
Warum hat die Kinder- und Jugendmedizin die Frauenheilkunde in den Top 5 überholt?
2025 entschieden sich 914 ÄrztInnen für die Kinder- und Jugendmedizin, gegenüber 790 in der Frauenheilkunde und Geburtshilfe. Beide Fächer bleiben bei Ärztinnen besonders beliebt (73 bzw. 83 Prozent Frauenanteil bei den neuen Titeln); zugleich besteht in der Kinder- und Jugendmedizin ein erhöhter Nachwuchsbedarf, da ein großer Teil der aktuell tätigen FachärztInnen bereits über 60 Jahre alt ist.
Titelbild: iStock.com/Wavebreakmedia
Textaktualisierung: August 2026
