Raus aus der Pflege

Alternative Berufe für Pflegekräfte

Junge Pflegerin im grünen Kittel und mit Stethoskop um den Hals.
Sabine Stahl | 4.3.2026 | Lesedauer: 5 Minuten

Pflege fordert – emotional und körperlich. Deshalb suchen viele Fachkräfte nach einer beruflichen Alternative. Was Zeitarbeit damit zu tun hat und was es noch gibt, verraten wir hier.

Viele Pflegekräfte suchen aufgrund schlechter Arbeitsbedingungen und hoher emotionaler Belastung nach beruflichen Alternativen. Dabei können verbesserte Rahmenbedingungen viele Fachkräfte im Beruf halten.

Mögliche Alternativen sind weniger stressige Fachbereiche wie Anästhesie oder Dialyse oder eine Tätigkeit in einer Arztpraxis als medizinische Fachangestellte.

Eine weitere Alternative ist ein Wechsel in die Verwaltung oder eine Weiterbildung zum oder zur pflegefachlichen GutachterIn beim MDK.

Die Zeitarbeit bietet die Möglichkeit, den gleichen Job mit besseren Konditionen und einer besseren Work-Life-Balance auszuüben. Hier geht es zu unserem Gehaltsrechner.

Hohe Unzufriedenheit führt zur Frage: Wo kann man als Pflegekraft arbeiten?

„Ich will nicht mehr in der Pflege arbeiten!“ Wenn Pflegefachfrauen und Pflegefachmänner diesen Satz denken, dann hat das in der Regel nichts mit ihrem Beruf zu tun. Das gilt genauso für Ärzte und Ärztinnen auf der Suche nach Alternativen. Es sind die Arbeitsbedingungen, aufgrund derer Krankenschwestern und -pfleger über das Aufhören nachdenken. Oder sogar gehen.

Meist sind die Gründe dafür:

  • unterbesetzte Stationen,
  • die Belastung durch Schichtarbeit,
  • zu wenig Zeit für PatientInnen oder die eigene Familie
  • oder die hohe emotionale Belastung.

Laut einer Studie der Arbeitnehmerkammer Bremen würden in Deutschland rein rechnerisch rund 300.000 Pflegfachkräfte zur Verfügung stehen, wenn sich an den Konditionen in ihrem Beruf etwas ändern würde. Und diese Zahlen sind konservativ gerechnet.

Junge Arzthelferin arbeitet am Computer.

Eine Alternative zum Pflegeberuf im Krankenhaus kann zum Beispiel eine Tätigkeit in einer Arztpraxis sein.

Anderer Fachbereich, weniger Stress

Viele Pflegerinnen und Pfleger im Krankenhaus oder in einer Klinik müssen Schichten arbeiten, wie Nachtschichten und Wochenenddienste. Die Schichtarbeit mit dem Privatleben zu vereinbaren, ist für viele Pflegefachkräfte eine große Herausforderung. Oft leidet das Privatleben der Fachkräfte unter dem Schichtdienst.

Aus diesem Grund lohnt es sich für so manche Pflegekraft auf der Suche nach Berufsalternativen, einen anderen Fachbereich in Erwägung zu ziehen. Vor allem medizinische Bereiche mit ambulanten Einsätzen wie etwa die Anästhesie arbeiten ohne Nachtschichten. Auch als Pflegefachkraft bei der Dialyse oder bei Funktionsdiensten in der Endoskopie profitieren Sie davon, keine Nachtschichten mehr machen zu müssen.

Arztpraxis als Alternative für Pflegekräfte

Raus aus der Pflege bedeutet für viele: vor allem raus aus dem stressigen Krankenhausalltag. Um dennoch weiterhin mit Patientinnen und Patienten arbeiten und gelerntes Fachwissen anwenden zu können, ist eine Stelle in einer Arztpraxis als Medizinische Fachangestellte (MFA) eine mögliche Berufsalternative für Pflegekräfte.

Für einen Quereinstieg in Bereich der medizinischen Assistenz müssen ausgebildete Gesundheits- und Krankenpfleger in der Regel keine Umschulung durchlaufen. Nur im Bereich der Praxisorganisation könnte eine Weiterbildung nötig sein. Das ist oft auch als Fernkurs möglich. Allerdings verdienen MFA weniger Geld als ausgebildete Krankenschwestern und Krankenpfleger, allein schon aufgrund der fehlenden Schichtzulagen.

Welche Option passt zu mir?

Die passende Entscheidung hängt stark von der eigenen Lebensphase und den persönlichen Zielen ab.

Option

Vorteil

Nachteil

Pflegeheim/Praxis

geregelte Arbeitszeiten

oft geringeres Gehalt

Verwaltung/Beratung

körperlich entlastend

weniger Patientenkontakt

Zeitarbeit

mehr Flexibilität und oft bessere Vergütung

kein festes Team

kompletter Berufswechsel

Neuanfang möglich

oft neue Qualifikationen nötig

Welche alternativen Berufe gibt es für Pflegekräfte?

Nicht jeder Wunsch nach Veränderung bedeutet automatisch, den Beruf komplett zu verlassen. Oft geht es eher darum, Arbeitsbedingungen zu verbessern.

Zur Orientierung:

  • Ich bin dauerhaft überlastet → Arbeitsmodell oder Arbeitgeber wechseln
  • Ich brauche geregelte Arbeitszeiten → z. B. Praxis oder Verwaltung prüfen
  • Ich möchte etwas ganz anderes machen → Berufswechsel gezielt planen

Viele Pflegefachkräfte entscheiden sich heute bewusst für Zwischenlösungen statt radikalem Ausstieg. Aber: Entscheidet sich die Pflegekraft tatsächlich dazu, ihren aktuellen Job aufzugeben, bleibt die Frage: Welche Alternativen gibt es für Krankenschwestern und Pflegefachkräfte? Die gute Nachricht für alle, die gerade raus aus der Pflege möchten: Pflegefachkräfte sind qualifizierte und gut ausgebildete Arbeitskräfte und auch außerhalb ihres erlernten Berufes gefragt. Der folgende Text liefert einen Überblick über berufliche Möglichkeiten, um raus aus der Pflege zu kommen. Oder zumindest raus aus der Belastung.

Wer seinen Beruf nicht aufgeben möchte, sondern ausschließlich mit den Rahmenbedingungen hadert, für den kann der Wechsel in die Zeitarbeit als Pflegekraft eine Möglichkeit sein. Dabei profitieren Sie von einem höheren Gehalt und mehr Wertschätzung.

Raus aus der Pflege, rein in die Verwaltung

Ein Wechsel in die Verwaltung einer Krankenkasse oder in Gesundheitseinrichtungen kann ein Ausweg aus dem stressigen Pflegealltag sein. Die Voraussetzungen hierfür sind, dass die Pflegekraft genügend Fachwissen hat, um Gutachten zu verfassen. Dann sind ihre Kenntnisse für viele Krankenkassen oder andere medizinische Einrichtungen sehr wertvoll. Eine Umschulung zur Bürokauffrau oder zum Bürokaufmann bzw. zur Verwaltungsfachkraft ist nicht unbedingt notwendig.

Stattdessen ist eine Weiterbildung zur medizinischen Kodierkraft sinnvoll, wie sie zum Beispiel der TÜV Rheinland anbietet. Pflegefachkräfte lernen dort unter anderem:

  • medizinische Dokumentation
  • Kodierung nach den Deutschen Kodierrichtlinien
  • Abrechnungsgrundlagen im Gesundheitswesen
  • Prüfaufträge des Medizinischen Dienstes (MD)
  • Qualitätssicherung

Pflegefachliche GutachterIn beim MDK

Alle Pflegefachkräfte können sich zur Gutachterin oder zum Gutachter für den medizinischen Dienst (MDK) weiterbilden lassen. Voraussetzung ist eine abgeschlossene:

Nach der Weiterbildung sind die GutachterInnen im Auftrag des Medizinischen Dienstes (MDK) unterwegs und übernehmen unter anderem:

  • Begutachtung von Versicherten
  • Einschätzung von Pflegegraden
  • Qualitätsprüfungen in Pflegeeinrichtungen

Diese Tätigkeit bietet eine Alternative zur direkten Pflege mit mehr Struktur und planbaren Arbeitszeiten.

Weiterbildung zur Arzt-Assistentin oder zum Arzt-Assistenten

Ein weiterer möglicher Karriereweg ist die Weiterbildung zur Arztassistentin oder zum Arztassistenten (Physician Assistant). Dieser Beruf wird in der Regel über ein Bachelorstudium erlernt.

Die Studiendauer beträgt meist:

  • Vollzeit: ca. 6 Semester
  • Teilzeit: ca. 8–9 Semester

Für Pflegefachkräfte mit abgeschlossener Ausbildung (z. B. als MFA oder OTA) bestehen häufig Möglichkeiten zur berufsbegleitenden Qualifizierung. Die Hauptaufgabe von Physician Assistants besteht darin, ÄrztInnen im Arbeitsalltag zu entlasten. Typische Tätigkeiten sind:

  • Blutabnahmen
  • Unterstützung bei Notfallbehandlungen
  • Assistenz im OP
  • Dokumentation und Organisation

Der Beruf verbindet medizinische Tätigkeit mit erweiterten Kompetenzen und klareren Arbeitsstrukturen.

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Selbstständig als Pflegekraft

Eine Pflegekraft kann auch selbstständig arbeiten, ähnlich wie Vertretungsärzte. Das bringt viele Vorteile, da Sie auf diese Weise selbst bestimmen können, wann, wie viel und für wen Sie arbeiten. Allerdings ist ein selbstständiges Arbeiten als Pflegefachkraft nicht in allen Bereichen möglich und der Verwaltungsaufwand sowie das unternehmerische Risiko bei Auftragsflauten sind nicht zu unterschätzen.

Als Fachkraft in Arbeitnehmerüberlassung bei einer professionellen Agentur wie doctari, der Nr. 1 für Zeitarbeit in der Medizin, profitieren Sie von den meisten Vorteilen, die selbstständige Pflegekräfte haben. Sie haben aber zusätzlich einen starken und professionellen Partner an Ihrer Seite, der Sicherheit gibt. Als Vertretungskraft bei doctari bestimmen Sie selbst, wie viel Sie arbeiten und profitieren von mehr Mitspracherecht beim Dienstplan. Das erhöht die Work-Life-Balance. Häufig verdienen Fachkräfte in der Zeitarbeit Pflege noch dazu mehr Geld als festangestellte Kollegen und sie erfahren mehr Wertschätzung. Unsere Fachkräfte machen seit Jahren gute Erfahrungen mit doctari.

Fazit: Es gibt mehr Optionen, als es zuerst scheint

Viele Pflegefachkräfte stehen irgendwann an dem Punkt, an dem sie sich fragen: Kann – oder will – ich so weitermachen? Diese Frage ist berechtigt. Und sie bedeutet nicht automatisch, dass der Beruf nicht mehr passt. Viele Pflegefachkräfte wollen nicht dauerhaft aus dem Beruf aussteigen, sondern bessere Arbeitsbedingungen.

Heute gibt es mehr Möglichkeiten als noch vor einigen Jahren: andere Einsatzbereiche, neue Arbeitsmodelle oder bewusst gewählte Übergangsphasen. Wer sich die Zeit nimmt, die eigenen Prioritäten zu klären, findet häufig Wege, die besser zur aktuellen Lebenssituation passen.

Ob innerhalb der Pflege oder darüber hinaus: Es lohnt sich, Optionen zu prüfen, statt vorschnell eine endgültige Entscheidung zu treffen.

Weitere Fragen

In welche Beruf wechseln Pflegekräfte am häufigsten?

Typische Wechsel führen in Bereiche wie Arztpraxis (z. B. als MFA-nahe Tätigkeit), Verwaltung im Gesundheitswesen, Medizinischer Dienst (GutachterIn), Forschung oder Leitungspositionen wie Heimleitung. Auch flexible Modelle wie Zeitarbeit werden zunehmend genutzt, um im Beruf zu bleiben, aber unter besseren Bedingungen zu arbeiten.

Wie gelingt der Ausstieg aus der Pflege konkret?

Der Ausstieg erfolgt meist in drei Schritten:

  1. Ziel klären (z. B. Verwaltung, Praxis oder kompletter Berufswechsel)
  2. Qualifikation prüfen (Weiterbildung notwendig oder nicht)
  3. Bewerben oder alternative Modelle testen (z. B. andere Einrichtung oder Arbeitsmodell)

In vielen Fällen ist kein kompletter Ausstieg nötig, sondern ein Wechsel der Rahmenbedingungen ausreichend. Je nach gewünschtem neuen Job könnte eine Fortbildung notwendig sein. Für manche Berufe ist auch ein Wechsel ohne zusätzliche Qualifikation möglich.

Was kann man statt Pflege machen, ohne komplett neu anzufangen?

Nicht immer ist ein Berufswechsel notwendig. Alternativen innerhalb des Gesundheitswesens sind zum Beispiel:

  • Wechsel in eine Arztpraxis (geregeltere Arbeitszeiten)
  • Tätigkeit in der Verwaltung oder Abrechnung
  • Einsatz als GutachterIn beim Medizinischen Dienst
  • Spezialisierungen (z. B. Dialyse)
  • flexible Arbeitsmodelle wie die Zeitarbeit mit doctari

Diese Optionen nutzen vorhandenes Fachwissen und erfordern oft nur kurze Weiterbildungen.

Warum wollen viele Pflegekräfte aus dem Beruf aussteigen?

Häufige Gründe sind hohe körperliche und psychische Belastung, Schichtarbeit, Personalmangel und fehlende Planbarkeit. Viele Pflegefachkräfte suchen daher nicht zwingend einen neuen Beruf, sondern bessere Arbeitsbedingungen.

Welche Alternative zur Kündigung gibt es?

Statt auszusteigen können Pflegefachkräfte auch den Fachbereich wechseln oder in flexiblere Arbeitsmodelle wie Zeitarbeit gehen.

Bietet doctari Honorar-Tätigkeit an? Nein. doctari bietet für medizinische Fachkräfte ausschließlich Tätigkeiten in Arbeitnehmerüberlassung, als befristete Anstellung in einer medizinischen Einrichtung oder als Festanstellung in einer medizinischen Einrichtung an. Wir verwenden den Begriff „Honorararzt“ bzw. „Honorarpflegekraft“ ähnlich wie ein Deonym und synonym für ÄrztInnen bzw. Pflegefachkräfte, die in Vertretungsjobs der Zeitarbeit tätig sind (vergleichbar damit, wie der Markenname „Tesa“ als Bezeichnung für alle durchsichtigen Klebestreifen oder „Tempo“ für alle Papiertaschentücher genutzt wird).

Titelbild: iStock.com/David-Prado

Redakteurin und Contentmanagerin

Sabine Stahl

Sabine Stahl Redakteurin und Contentmanagerin

Die erfahrene Journalistin und Medizin-Redakteurin beschäftigt sich am liebsten mit Ratgeber- und Statistikthemen.

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