Gesundheits- und Krankenpfleger/innen

Das Fundament des deutschen Gesundheitswesens

Der Beruf als Gesundheits- und Krankenpflegerin bzw. Gesundheits- und Krankenpfleger gilt als extrem anspruchsvoll. Die Fachkräfte tragen hohe Verantwortung für Ihre PatientInnen und müssen sich bestens mit medizinischen Behandlungen auskennen. Die Arbeit ist anstrengend – trotzdem sagen viele Schwestern und Pfleger, dass sie im „schönsten Beruf der Welt“ arbeiten. Warum das so ist und welche Karrieremöglichkeiten sie haben, folgt hier.

Die Ausbildung zur Gesundheits- und Krankenpfleger

Als Gesundheits- und Krankenpflegerin bzw. Gesundheits- und Krankenpfleger, auch GuK abgekürzt, betreut und versorgt man kranke bzw. pflegebedürftige PatientInnen. Sie dürfen auch medizinische Behandlungen durchführen, wenn eine Ärztin oder ein Arzt sie entsprechend angewiesen hat. Sie verbringen viel Zeit mit den PatientInnen und beobachten dabei deren Zustand genau. Zudem assistieren sie bei Untersuchungen und müssen PatientInnendaten dokumentieren. Sie nehmen damit zentrale Aufgaben in allen Bereichen der Pflege wahr.

Auch bei den Bezeichnungen Krankenschwester bzw. Krankenpfleger handelt es sich um geschützte Berufsbezeichnungen, die staatlich reglementiert sind. Zum 1. Januar 2004 trat das neue Krankenpflegegesetz in Kraft, das unter anderem auch neue Berufsbezeichnungen für Krankenpflegekräfte zur Folge hat. Ab diesem Zeitpunkt neu ausgebildete Fachkräfte tragen mit Abschluss ihrer Ausbildung die Bezeichnung Gesundheits- und KrankenpflegerIn. Umgangssprachlich werden sie weiterhin oft einfach Pfleger oder Schwester genannt. Zum 1. Januar 2020 trat erneut eine Reform der Pflegeausbildung in Kraft. Die Ausbildung für die Bereiche Krankenpflege, Kinderkrankenpflege und Altenpflege wird in einer generalistischen Ausbildung zur Pflegefachfrau/zum Pflegefachmann zusammengefasst.

Das Pflegepersonal stellt die größte Berufsgruppe im Gesundheitswesen dar. Dazu gehören Beschäftigte der Gesundheitspflege, der Krankenpflege und Altenpflege. Sie sind also das Fundament der deutschen Gesundheitsversorgung. Ende 2017 gab es über 3,4 Millionen Pflegebedürftige in Deutschland. (destatis: 2018)

Wo arbeitet man als Gesundheits- und Krankenpfleger?

Einsatzorte für Pflegekräfte sind üblicherweie stationäre und ambulante Einrichtungen. Im Jahr 2017 haben fast 765.000 Menschen in Heimen gearbeitet, im ambulanten Bereich dagegen über 390.000 Personen (destatis: 2019). In Deutschland gibt es verschiedene Pflegeangebote:

  • Dauer- und Kurzzeitpflege
  • Tagespflege
  • Nachtpflege

Innerhalb der Europäischen Union ist der Abschluss als GuK flächendeckend anerkannt. Gesundheits- und KrankenpflegerInnen werden darüber hinaus in der ganzen Welt benötigt, weshalb eine Pflegeausbildung beste Voraussetzungen für die Arbeit im Ausland ist oder eine internationale Karriere eröffnet. Somit gibt es  verschiedene Richtungen für Krankenpflegerinnen und Krankenpfleger innerhalb des Gesundheitswesens, ohne dass sie den Quereinstieg in eine andere Branche wagen müssen. Es ist nicht unüblich, dass sie auch im Bereich der Altenpflege arbeiten können. Allerdings gab es hierfür vor der Einführung der Berufsbezeichnung Pflegefachfrau bzw. Pflegefachmann einen eigenständigen Ausbildungsberuf.

Voraussetzungen, Ausbildung, Verdienst

Wie wird man Gesundheits- und Krankenpfleger?

Die Ausbildung als Gesundheits- und KrankenpflegerIn wurde Anfang 2020 in die generalistische Ausbildung zur Pflegefachfrau bzw. zum Pflegefachmann überführt. Die Ausbildung ist dual gestaltet, das heißt man lernt sowohl in der Praxis als auch in der Berufsschule. Die bisherige Ausbildung zum Gesundheits- und Krankenpfleger war eine schulische Ausbildung an Berufsfachschulen für Krankenpflege mit Praxisphasen in Krankenhäusern oder Arztpraxen. Die Ausbildung dauerte 3 Jahre und führte zu einem staatlich anerkannten Abschluss.

Bis zur Einführung der generalisierten Pflegeausbildung (Pflegefachfrau/Pflegefachmann) existierte sogar die Möglichkeit, Gesundheits- und Krankenpflege im Hauptfach zu studieren. Dieses Studium wird voraussichtlich in die neue Ausbildung umgewandelt, sodass auch weiterhin die Möglichkeit zum dualen Studium erhalten bleibt. Bisher konnte man in acht Semestern zwei Abschlüsse erwerben: den Berufsabschluss in der Gesundheits- und Krankenpflege nach dreieinhalb Jahren sowie den akademischen Abschluss als Bachelor of Science als Gesundheits- und KrankenpflegerIn nach vier Jahren.

Was verdienen Gesundheits- und Krankenpfleger?

In allen Bereichen der Pflege droht eine große Versorgungslücke. Bis 2035 werden voraussichtlich 307.000 Pflegekräfte in Deutschland fehlen (statista: 2018). In privatwirtschaftlichen Branchen geht ein solcher Fachkräftemangel oft mit steigenden Löhnen einher. Im Pflegesektor gibt es dagegen ein Problem: die Finanzierung. Die Pflege wird durch die Versicherer in den meisten Fällen lediglich bezuschusst, was auch Einfluss auf die Pflegegehälter haben kann. Das tatsächliche Gehalt einer/eines GuK hängt davon ab, wo er oder sie angestellt ist. Für Angestellte im Öffentlichen Dienst werden die Entgelte durch verschiedene Tarifverträge geregelt, bei Wohlfahrtsverbänden oder privaten Häusern gelten andere Tarife.

Berufliche Entwicklung als GuK

Der Beruf Gesundheits- und Krankenpfleger gehört zu den Heilberufen. Dabei ist die Tätigkeit in der Pflege weit mehr als „nur“ die direkte PatientInnenversorgung. Als Krankenpflegerin bzw. Krankenpfleger arbeitet man im Krankenhaus beispielsweise in einer bestimmten Fachabteilung, die man im Laufe der Karriere wechseln kann. Man kann auch in anderen Pflegebereichen wie der Altenpflege unterkommen oder sich in der Pflegedienstleitung oder im Pflegemanagement als Führungskraft professionalisieren. Es gibt zudem Stabsstellen im Qualitätsmanagement, wofür verschiedene Einrichtungen eigene Abteilungen besitzen oder externe Firmen beauftragen. Zu den typischen Hauptaufgaben gelernter Pflegefachkräfte zählen:

  • PatientInnenbetreuung
  • Wundversorgung
  • Medikamentenausgabe
  • Infusionen anlegen
  • Information von Angehörigen und Patienten zu Behandlungsmaßnahmen und Gesundheitsförderung

Dazu kommen administrative Aufgaben, zum Beispiel Dokumentation, Schichtpläne erstellen oder Patientendaten erfassen. Nur mit Hilfe der Fachkräfte kann eine ordnungsgemäße Abrechnung, Verwaltung und Überwachung in ambulanten und stationären Pflegeeinrichtungen sichergestellt werden. Das Pflegepersonal hält auch ein Auge auf Materialbestände und führt gegebenenfalls Nachbestellungen aus. Das macht das Berufsbild der Gesundheits- und Krankenpfleger besonders vielseitig und abwechslungsreich.

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