Der Beruf Altenpflegerin

Arbeiten in der Altenpflege: Alt und Jung unter einem Dach

Altenpflegerinnen und Altenpfleger arbeiten in einer Wachstumsbranche, denn der Anteil an älterer Bevölkerung in Deutschland wächst stetig. Kein Wunder also, dass der Beruf in den Fokus von Gesundheitspolitik und Gesellschaft gerückt ist. Alle Infos dazu gibt es hier.

Arbeiten in der Altenpflege

Es mag paradox klingen, aber Altenpflegerinnen und Altenpfleger arbeiten in einem recht jungen Berufsbild. Die Altenpflege hat ihre Anfänge in den 1960er-Jahren und entwickelte sich aus der Krankenpflege. Erst 1995 wurden Pflegekassen als jüngster Zweig des Sozialversicherungssektors eingeführt. Ihre Angliederung an die gesetzlichen Krankenkassen erinnert an die Geschichte der Disziplin, wobei die Pflegeversicherung nicht nur Leistungen der Seniorenpflege übernimmt.

Nach wie vor gelten Altenpflegefachkräfte als die „Underdogs“ des Gesundheitswesens. In ihrem Pflegebereich gibt es einen erheblichen Fachkräftemangel. Gleichzeitig verfügen Krankenpflegefachkräfte über umfangreichere Befugnisse, sodass Führungspositionen häufig anderweitig besetzt werden. Das hat zu prekären Arbeitsbedingungen geführt, die mit Reformen bekämpft werden. Daher gibt es seit 2020 eine generalisierte Pflegeausbildung, die eine zukunftsfähige und hochwertige Lehre für die Bereiche Kranken-, Kinderkranken- und Altenpflege sichern soll. Bisher galten eigene Gesetze für Altenpflege und Krankenpflege. Diese werden im neuen Pflegeberufegesetz zusammengeführt.

Unterstützung im Alltag

Wie der Name schon sagt, betreuen Altenpflegerinnen und Altenpfleger hilfsbedürftige ältere Menschen und pflegen sie. Gerade die Alltagsbewältigung und Motivation der Seniorinnen und Senioren ist sehr wichtig, damit diese ihren Lebensabend mit bestmöglicher Lebensqualität genießen können. Außerdem nehmen die Pflegekräfte auch Aufgaben in Organisation, Planung und Verwaltung wahr. Es handelt sich also um ein Berufsfeld, das viele Schnittstellen zu den anderen Bereichen des Gesundheitswesens aufweist.

Altenpflegerinnen und Altenpfleger arbeiten meistens ganz nah an ihren Patienten, die in Seniorenheimen in der Regel als Bewohner bezeichnet werden. Sie sind in das familiäre, private und ehrenamtliche Umfeld ihrer Schützlinge eingebunden. Gerade das Selbstbestimmungsrecht ist ein wichtiges Thema in der Altenpflege, was die Versorgung hilfsbedürftiger älterer Personen besonders anspruchsvoll macht.

Wo arbeiten Altenpfleger?

Die Altenpflege erstreckt sich über ambulante und stationäre Angebote. Die Fachkräfte können in folgenden Einrichtungen eine Anstellung finden:

  •  Seniorenheime, Pflegeheime, Altenheime
  •  Mobile Pflege- und Betreuungsdienste
  •  Geriatrische (Altersheilkunde) und Gerontopsychiatrische Abteilungen von Krankenhäusern
  •  Hospize
  •  Pflege- und Rehabilitationseinrichtungen
  •  Häusliches Umfeld (Pflege zu Hause)

Demnach gibt es auch für die Altenpflegerinnen und Altenpfleger Quereinstiegsmöglichkeiten in die Krankenpflege. Wer als Pflegefachkraft beruflich aufsteigen möchte, hat durch die pflegerische Erstausbildung bereits beste Voraussetzungen. Zum einen wird der Bedarf an Altenpflegekräften durch den demografischen Wandel, also die Alterung der Gesellschaft, massiv ansteigen. Mit Fortbildungen kann man sich zum Experten seines Fachgebiets machen. Auch ein Studium ist mit dem Abschluss als Altenpflegerin oder Altenpfleger – ohne Abitur – möglich.

Wie wird man eine Altenpflegerin: Ausbildung und Voraussetzung

Mehrere Wege führen in die Altenpflege. Wer später in der Altenpflege arbeiten möchte und seine Ausbildung ab 2020 oder später beginnt, muss zunächst eine generalistische Ausbildung als Pflegefachfrau bzw. Pflegefachmann beginnen. Im letzten Drittel der Ausbildung kann der entsprechende Schwerpunkt gewählt werden, um nach drei Jahren einen Abschluss als Altenpflegerin bzw. Altenpfleger zu erhalten. Genauso unterschiedlich gestalten sich die Zugangsvoraussetzungen für eine Ausbildung in diesem Bereich. Demnach kann der Einstieg über folgende Schulabschlüsse erreicht werden:

  •  Hauptschulabschluss: Helfer- oder Assistenzausbildung
  •  Mittlere Reife: Ausbildung als Pflegefachmann/-frau
  •  Abitur: Pflegeausbildung im Rahmen eines Hochschulstudiums

Mit einer Ausbildung in der Altenpflege kann man einige Karriereschritte gehen, denn die Abschlüsse sind aufwärtskompatibel. Das heißt, mit einer Helferausbildung kann man in der Regel Pflegefachkraft werden und anschließend nebenberuflich studieren.

Der Altenpflegeberuf hat hohe Anforderungen an die Persönlichkeit und Psyche der BewerberInnen. So wird ein hohes Einfühlungsvermögen im Umgang mit PatientInnen und Angehörigen benötigt. Sorgfalt und Verantwortungsbewusstsein sollten für Pflegekräfte selbstverständlich sein, beispielsweise müssen Dokumentationen ordnungsgemäß geführt werden. Im Umgang mit kranken PatientInnen sollte man psychisch und sozial stabil sein. AusbilderInnen achten bei BewerberInnen üblicherweise auf die Noten in Ethik, Biologie, Chemie, Deutsch und Mathematik.

Was verdienen Altenpfleger?

Der Verdienst in der Altenpflege wird durch tarifliche Vereinbarungen oder Verhandlungen bestimmt. Aber Pflegelöhne unterscheiden sich auch nach dem Bundesland und dem konkreten Werdegang. Im Durchschnitt verdienen Altenpflegefachkräfte in Deutschland nach Institut für Arbeitsmarkt und Berufsforschung in der Regel folgende monatlichen Bruttoentgelte:

  •  Krankenhäuser: 3179 Euro
  •  Stationäre Pflege: 2829 Euro
  •  Ambulante Pflege: 2471 Euro
  •  Insgesamt: 2744 Euro

Die aufgeführten Löhne enthalten Zuschläge für Nachtschichten sowie Wochenend- bzw. Feiertagsdienste. Als Ursache für den Fachkräftemangel in der Altenpflege werden immer wieder niedrige Gehälter angeführt, wobei sich die Gehälter in der Altenpflege im Vergleich mit der allgemeinen Lohnentwicklung überdurchschnittlich gestiegen sind. Sollte der Trend anhalten, könnte sich die Altenpflege zu einem durchaus attraktiven Berufsfeld entwickeln.

Mehr als nur Altenheim: Berufliche Entwicklung als Pflegefachkraft

Die Arbeit in der Altenpflege kann sehr erfüllend sein, aber auch deutliche Spuren hinterlassen. Schichtdienste, hohe physische und psychische Anforderungen und Arbeiten unter Zeitdruck wecken bei vielen Beschäftigten den Wunsch, sich beruflich zu verändern. Je nach Grund für diesen Wunsch kommen folgende Wege in Betracht:

  • Spezialisierung als Expertin oder Experte
  • Beruflicher Aufstieg durch Weiterbildung
  • Quereinstieg in einen anderen Pflegebereich
  • Quereinstieg in einen anderen Bereich des Gesundheitswesens
  • Quereinstieg in eine andere Branche

Bevor man aber radikal mit der Altenpflege bricht, empfiehlt es sich, mit KollegInnen und Vorgesetzten über die eigenen beruflichen Vorstellungen zu sprechen. Veränderungen des Arbeitszeitmodells hin zu einer Teilzeitbeschäftigung mit einem Nebenerwerb als selbstständige Pflegefachkraft kann zum Beispiel eine Lösung sein, um weiterhin abgesichert zu sein und eine bessere Work-Life-Balance zu erhalten. Fort- und Weiterbildungen können bei Berufsverbänden, Altenpflegeträgern sowie im Hochschulbereich belegt werden.

Da das neue Pflegeberufegesetz keinen direkten Einfluss auf die Arbeitsbedingungen und den Verdienst hat, müssen noch einige Veränderungen im Gesundheitswesen geschehen, damit die Altenpflegerinnen und Altenpfleger in Deutschland die Wertschätzung erhalten, die sie für ihre Arbeit verdienen.

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