Wie wird man Gesundheits- und Krankenpfleger

Auch wenn die Ausbildungsregelung für den Beruf Gesundheits- und Krankenpflegerin bzw. -pfleger (GuK) Ende 2019 außer Kraft trat, sind weiterhin viele Fachkräfte mit dieser Berufsbezeichnung aktiv. Die Bezeichnung verliert mit der Reform der Ausbildung nicht ihre Anerkennung. Wer ab Januar 2020 eine Ausbildung in der Krankenpflege machen möchte, kann sich in der generalisierten Ausbildung zum Pflegefachmann, zur Pflegefachfrau darauf spezialisieren.

Ausbildung Krankenpflege: Voraussetzungen und Eignung

Die bisher einzelnen Ausbildungen in den Bereichen Altenpflege, Krankenpflege und Kinderkrankenpflege wurden im Zuge der Pflegeberufe-Reform in einer gemeinsamen Ausbildung zur Pflegefachfrau bzw. zum Pflegefachmann zusammengelegt. Die Auszubildenden lernen in den ersten zwei Jahren gemeinsam, die Inhalte sind auf alle Versorgungsbereiche ausgelegt. Im letzten Ausbildungsjahr können sie sich dann für einen Schwerpunkt entscheiden, zur Wahl stehen Krankenpflege, Altenpflege oder Kinderkrankenpflege. Es gibt auch weiterhin die Möglichkeit, die Ausbildung im Zuge eines Hochschulstudiums parallel zu abzuschließen. Für ein Studium muss man in der Regel über die entsprechende Hochschulreife verfügen, während man mit der mittleren Reife für die Berufsausbildung zugelassen wird. Schulabgänger mit Hauptschulabschluss können zunächst eine Helferausbildung in der Pflege machen und bei Interesse eine Ausbildung zur Pflegefachkraft anschließen.

Bereiche der Ausbildung als Gesundheits- und Krankenpfleger

Die Ausbildung zur Pflegefachfrau und zum Pflegefachmann dauert drei Jahre. Sie ist vielerorts im Blocksystem organisiert. Das bedeutet, dass der Unterricht nicht – wie sonst in der Berufsausbildung üblich – in einzelnen Schulstunden und an einzelnen Schultagen einer Woche erfolgt. Stattdessen wird in zusammenhängenden Zeiträumen von mehreren Tagen bis Wochen gelernt. Der Unterricht in der Pflegeschule muss mindestens 2.100 Stunden umfassen, wobei genauso praktische wie theoretische Inhalte behandelt werden. Zudem müssen mindestens 2.500 Stunden in der praktischen Ausbildung absolviert werden, wobei es sich bei der Gesundheits- und Krankenpflege häufig um Krankenhäuser oder Kliniken handelt. Dabei wird im Rahmen eines Schichtplanmodells gearbeitet, das mit der späteren Arbeit als Pflegefachkraft vergleichbar ist. Es wird in den Bereichen der Akut- und Langzeitpflege, der Kinderheilkunde und der psychischen Versorgung ausgebildet.

Ausbildungsvergütung, Kosten und Inhalte

Die Ausbildung zum Gesundheits- und Krankenpfleger war an staatlichen Pflegeschulen kostenfrei, es gab aber auch eine Anzahl an privaten Pflegeschulen, die Schulgeld oder Verwaltungsgebühren erhoben haben. Die reformierte genralistische Ausbildung zum Pflegefachmann, zur Pflegefachfrau ist kostenlos und die Auszubildenden haben Anspruch auf eine angemessene Vegütung. Die genaue Höhe muss aus dem Ausbildungsvertrag hervorgehen. Ausbidlungsinhalte sind:

  • Krankheiten, ihre Ursachen und Prävention sowie die Behandlung
  • Vorbereitung der PatientInnen auf Untersuchungen wie Röntgen usw.
  • Blutentnahme, Lesen einer Fieberkurve, Pflegetechniken wie Injektionen, Wundversorgung oder Infusionen
  • Zusammenarbeit mit und Assistenz für Ärztinnen und Ärzte
  • Pflegebedarf ermitteln, Pflegepläne und Pflegedokumentationen erstellen
  • Umgang mit Angehörigen, Einbeziehen des sozialen, ethnischen, kulturellen, religiösen Umfelds
  • Mitwirkung an Rehabilitationskonzepten
  • rechtliche Rahmenbestimmungen

Der Beruf als Gesundheits- und Krankenpfleger ist damit inhaltlich und fachlich äußerst anspruchsvoll.

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