Facharzt/Fachärztin für Psychiatrie und Psychotherapie – Berufsbild im Überblick

Facharzt Psychiatrie und Psychotherapie 2026

FachärztInnen für Psychiatrie und Psychotherapie behandeln Menschen mit psychischen Störungen und spielen eine zentrale Rolle im Gesundheitswesen. Sie diagnostizieren, therapieren und begleiten PatientInnen mit Angst-, Stimmungs- oder Suchterkrankungen – häufig über einen langen Zeitraum hinweg. Der Bedarf an qualifizierten PsychiaterInnen wächst angesichts steigender Fallzahlen psychischer Erkrankungen kontinuierlich.

Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie: Gefragt wie nie

Selten war der Facharzt Psychiatrie und Psychotherapie so wichtig wie heute. Burnout, Depressionen, Angststörungen und andere Erkrankungen, die die Psyche betreffen, sind mittlerweile zur häufigsten Ursache für Berufsunfähigkeit in Deutschland geworden. Die Behandlung dieser Krankheitsbilder fällt in das Tätigkeitsfeld von Psychiatern und Psychotherapeuten. Die steigenden Fallzahlen treibt auch den Bedarf nach guten Fachärzten stark nach oben. Eine Fachrichtung also, die derzeit eine steigende Nachfrage hat.

Neben dem klassischen psychotherapeutischen Bereich erkennen und behandeln die Ärzte alle Arten psychischer und sozialer Auffälligkeiten. Anders als ihre Kollegen aus dem nicht-ärztlichen Tätigkeitsfeld darf eine Fachärztin bzw. ein Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie auch Medikamente verschreiben. Diese werden bei speziellen Krankheitsbildern nötig. Damit bildet der Facharzt Psychiatrie und Psychotherapie die Schnittstelle zwischen ärztlicher und nicht-ärztlicher psychosozialer Versorgung.

Des Weiteren gehören folgende Aufgaben zum Berufsbild:

  • Feststellen von Verhaltensauffälligkeiten im Kindes- und Jugendalter
  • Durchführen von Familienberatungen
  • Durchführen von Kriseninterventionen
  • Bewerten der Leistungsfähigkeit und Belastbarkeit von Patientinnen und Patienten
  • Mitwirken bei Präventions- und Rehabilitationsmaßnahmen
  • Mitwirken in der Sucht- und Suizidprophylaxe

Darüber hinaus übernehmen die Mediziner Verwaltungs- und Organisationsaufgaben wie die Koordination der Aufnahme, der Verlegung und der Entlassung von Patienten in Krankenhäusern und Kliniken, das Verfassen von Arztberichten und Gutachten sowie die Befunddokumentation.

Das behandelt der Facharzt Psychiatrie und Psychotherapie

Zu den häufigsten Krankheitsbildern, die der Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie behandelt, gehören:

  • Angststörungen
  • Depressionen
  • Suchterkrankungen (insbesondere Alkohol- und Medikamentenmissbrauch)
  • Somatoforme Störungen bzw. Psychosomatik (körperliche Beschwerden ohne erkennbare organische Erkrankung)
  • Essstörungen wie Bulimie und Magersucht
  • Demenz
  • Psychosen und Schizophrenien

Hierbei handelt es sich lediglich um eine Auswahl, weil das Betätigungsfeld der Psychiater und ärztlichen Psychotherapeuten sehr umfassend sein kann und stark von seiner jeweiligen beruflichen Erfahrung abhängt. Sein Job ist besonders wichtig, da Depressionen oder suizidale Tendenzen noch immer Tabu-Themen in Deutschland darstellen und somit nicht viel über die Arbeit der Psychiater in der Öffentlichkeit gesprochen wird.

Hoher Bedarf an Psychiatern und Psychotherapeuten

Weil die Arbeit der Psychiaterinnen und Psychiater so wichtig ist, gibt es einen steigenden Bedarf, um die zunehmenden psychischen Erkrankungen in Deutschland einzudämmen. Sie können im Krankenhaus oder einer Klinik arbeiten, wobei auch die teilstationäre Tätigkeit in einer Tagesklinik möglich ist. Weitergehend bieten eine eigene Niederlassung oder die Arbeit an einer Lehreinrichtung umfangreiche berufliche Entfaltungsmöglichkeiten für den Facharzt Psychiatrie und Psychotherapie.

FAQ Berufsbild Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie

FachärztInnen für Psychiatrie und Psychotherapie behandeln Menschen mit psychischen Störungen, psychosomatischen Beschwerden und seelischen Krisen. Dazu gehören Diagnostik, Therapieplanung, medikamentöse Behandlung und Krisenintervention. Sie arbeiten in Kliniken, psychosozialen Einrichtungen oder ambulant und tragen zur ganzheitlichen Versorgung bei – inklusive Familienberatung, Prävention und Rehabilitationsmaßnahmen.

Das Gehalt hängt von Einsatzort, Tarifvertrag, Berufserfahrung und Verantwortungsbereich ab. AssistenzärztInnen in der Weiterbildung verdienen tariflich üblicherweise mehr als 5.000 € brutto/Monat; mit zunehmender Erfahrung liegt das Einkommen für FachärztInnen häufig zwischen 7.000 € und über 10.000 € brutto/Monat – abhängig von Klinik, Position und Zusatzfunktion.

Psychische Erkrankungen wie Depressionen, Angst- oder Belastungsstörungen gehören zu den häufigsten Ursachen für krankheitsbedingte Fehlzeiten und Berufsunfähigkeit. Dadurch steigt die Nachfrage nach spezialisierten FachärztInnen, die sowohl Diagnostik als auch komplexe Therapien leiten können. Der Bedarf zeigt sich sowohl in stationären als auch ambulanten Versorgungsbereichen.

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