Gute Vorsätze für 2023

So werden aus Vorsätzen echte Veränderungen

Feuerwerk vor dunklem Himmel als Grafik
Juliane Beckmann | 16.12.2022 | Lesedauer: 5 Minuten

Gute Vorsätze anzugehen, ist besonders für ÄrztInnen und Pflegekräfte schwer – denn es fehlt oft an Freizeit. So können sie dennoch umgesetzt werden.

Zum neuen Jahr gehören Neujahrsvorsätze wie Patientenakten zum Krankenhaus. Eigentlich hat niemand die Zeit, sich ausführlich damit zu befassen. Aber ohne sie ist es schwierig, die Ziele im Auge zu behalten. Deshalb ist es hilfreich, zum Jahresende darüber nachzudenken, was in den vergangenen Monaten gut lief und was man im neuen Jahr anders machen möchte.

Den Beschäftigten in medizinischen Einrichtungen, die stets dafür sorgen, dass es allen anderen (wieder) gut geht, fehlt jedoch oft die Muße, einen Schritt zurückzutreten und zu überlegen: Was brauche ich, damit es MIR gut geht? Im Dienst müssen ÄrztInnen und Pflegefachkräfte auf den Punkt funktionieren, in der spärlichen Freizeit haben andere Dinge Priorität.

Was ist ein guter Vorsatz?

Jeder gute Vorsatz ist am Ende ein Bedürfnis, das erfüllt werden möchte. Wer nicht viel Freizeit hat, wie ÄrztInnen und Pflegekräfte, kann ja einmal folgenden Satz mit drei verschiedenen Betonungen aussprechen: WAS will ich? Was WILL ich? Was will ICH?

Mit dieser kleinen Übung kann man sich klarmachen:

  • Was sind meine Ziele?
  • Wie viel Kraft kann ich hineingeben?
  • Was hält mich von meiner Weiterentwicklung ab?
  • Wo stehe ich eigentlich gerade?
  • Bin ich mit meinem Job und Status gerade zufrieden?
  • Was passt zu mir?
  • Und ganz wichtig: Wie stelle ich mir die richtigen Fragen?

Einen Vorsatz zu machen heißt, sich eines Problems bewusst zu werden

Im üblichen Krankenhausbetrieb ist es schwer, sich solche Fragen zu stellen. Zu viele Überstunden, umfangreiche Dokumentation, nicht planbare Freizeit und die eigene Verpflichtung dem Team gegenüber lassen kaum innere Ressourcen, um den nötigen Abstand zu gewinnen. Denn wer hochbelastet ist, funktioniert einfach nur noch. Für einen selbst bleibt schlicht und ergreifend keine Zeit.

Betrachtet man die Top 5 der guten Neujahrsvorsätze, steckt in allen: Ich will etwas für mich tun. Ich wünsche mir Veränderung. Ich brauche mehr Zeit, das auch zu erreichen.

Die Top 5 der guten Vorsätze

Das sind die Top 5 der guten Neujahrsvorsätze laut statista

Mehr Freizeit, mehr Geld und Gesundheit

Zusammengefasst sind die Dauerbrenner unter den Vorsätzen fürs neue Jahr: mehr Freizeit, mehr Geld und Gesundheit. Was bedeuten diese drei typischen Vorsätze bzw. Wünsche im Rahmen medizinischer Berufe?

Mehr Freizeit: Viele möchten mehr freie Zeit, die sie verbringen können, wie sie möchten – oft lassen das starre Dienstpläne und ungeplante Überstunden durch erkrankte KollegInnen allerdings nicht zu. Der gute Neujahrsvorsatz „Mehr Zeit für Familie und Freunde“ lässt sich dann nur schwer umsetzen. Arbeitsmodelle, die Flexibilität und Verlässlichkeit erlauben, gibt es allerdings auch in der Medizin. Aus diesem Grund liebäugeln immer mehr medizinische Fachangestellte mit dem Modell der Zeitarbeit bzw. der Arbeitnehmerüberlassung, bei dem man deutlich mehr Kontrolle über Dienstpläne, Schichten, Überstunden und ungeplante Einsätze hat.

Mehr Geld: Klar, das wünschen sich so gut wie alle Berufstätigen. Zwar ist einer der Top-Vorsätze „Geld sparen”, aber was ist mit „mehr Geld verdienen”? Vor allem in der Pflege wird oft zu wenig Gehalt gezahlt. Gemessen daran, wie anspruchsvoll sowie körperlich und mental fordernd die Jobs sind, landet auf den Konten der Fachkräfte am Ende des Monats meist zu wenig Geld. Hinzu kommen eingeschränkte Aufstiegsmöglichkeiten bzw. Karriereoptionen in dieser Berufsgruppe, sodass oftmals kein klarer Weg zu mehr Gehalt erkennbar ist. Eine mögliche Lösung ist der Wechsel in die Zeitarbeit mit besseren Gehaltsstrukturen, nachzurechnen mit unserem Gehaltsvergleich Pflege bzw. Gehaltsvergleich für Ärztinnen/Ärzte.

Mehr Gesundheit (Sport und bessere Ernährung): Wer sich wünscht, mehr Sport zu treiben und sich gesünder zu ernähren, hat das Bedürfnis, seinen Körper gesund zu halten. Vor allem in den körperlich anspruchsvollen medizinischen Berufen ist das oft der Schlüssel zu mehr Leistungsfähigkeit und Widerstandsfähigkeit. Aber wenn freie Zeit fehlt, um Sport zu treiben oder gesundes Essen zu kochen, kann man dieses Ziel nur schwer erreichen – ein Teufelskreis. Auch hier gilt: Eine bessere Work-Life-Balance ist der Schlüssel.

Glücklich im Job

Als Pflegekraft, Arzt oder Ärztin in der Zeitarbeit können Sie über Tarif verdienen und selbst bestimmen, wann und wie viel Sie arbeiten. Registrieren Sie sich, es dauert nur zwei Minuten und ist kostenlos.

Jetzt registrieren

Warum scheitern Neujahrsvorsätze so oft?

In vielen Berufen verhindern äußere Umstände eine Umsetzung der guten Vorsätze. Wer ständig unerwartet Dienste übernehmen muss, kann seine Freizeit nicht planen. Einen Vertrag im Sportstudio abzuschließen, überlegt man sich dann zweimal. Wer nach ungeplanten Überstunden müde nach Hause kommt, hat vielleicht noch Energie für Pizza auf der Couch, aber für gemütliches Kochen mit der Familie vielleicht nicht mehr.

Wichtig: Beim Thema gute Vorsätze geht es nicht darum, hart mit sich ins Gericht zu gehen. Oft bringt schon die Veränderung von Kleinigkeiten das positive Gefühl: Ich mache etwas für mich. Wenn der Fitnessstudio-Vertrag zu viel ist, reicht zu Beginn auch: Ich laufe zur Arbeit oder steige drei Stationen später in die Bahn nach Hause ein.

Wie hält man gute Vorsätze ein?

Zuerst einmal gilt: Einfühlsam und freundlich zu sich selbst sein. Nicht alles läuft immer nach Plan und gute Vorsätze sollten nicht unnötig unter Druck setzen. Wenn selbst gesetzte Ziele fürs neue Jahr realistisch sind, ist es leichter, sie umzusetzen. Daneben hilft:

  • Der gute Vorsatz ist in kleinen Schritten umsetzbar. Mehrere Meilensteine lassen das Ziel nicht riesig erscheinen, sondern zerlegen es in Teilschritte.
  • Der Wunsch ist konkret formuliert. Statt: Ich möchte mehr Zeit mit Freunden verbringen, besser: Ich treffe mich jeden 1. Mittwochabend im Monat zum Kochen mit der besten Freundin.
  • Der Vorsatz ist positiv formuliert. Statt: Ich möchte weniger Geld ausgeben, besser: Ich möchte mehr Geld verdienen und somit mehr Geld sparen können.
  • Gleich in die Tat umsetzen. Ist der Entschluss einmal gefasst, kann er doch auch umgesetzt werden. Direkt mal das Fahrrad aus dem Keller holen und zum Dienst radeln. Mal den Kühlschrank ausmisten. Termin mit ErnährungsberaterIn machen. 
  • Sich Verbündete suchen: Der innere Schweinehund will lieber auf der Couch bleiben? Wenn man mit der Nachbarin zum Joggen verabredet ist, hat er keine Chance.
Eine breite Auswahl an gesundem Essen liegt auf einer Platte.

Gesünder Essen ist einer den meisten Neujahrsvorsätze

Gute Vorsätze brauchen oft große Veränderungen

Viele Menschen setzen sich zum Jahreswechsel gute Vorsätze fürs kommende Jahr. Aber wie viele setzen diese auch tatsächlich in die Tat um? Es gibt ja das bekannte Phänomen, dass sich im Januar besonders viele Menschen im Fitnessstudio anmelden. Supermärkte berichten, dass in dieser Zeit mehr Obst und Gemüse gekauft wird. Aber diese Trends verpuffen schnell, wenn wir Richtung Frühling gehen.

Der Grund: Oftmals sind bestehende Strukturen einfach zu starr. Vor allem in medizinischen Berufen bleiben gute Vorsätze häufig auf der Strecke, wenn die Realität des Alltags alle Luftschlösser zerplatzen lässt. Ja, ich möchte mehr Sport treiben, mehr Zeit mit FreundInnen verbringen und mich gesünder ernähren. Aber Extraschichten und Überstunden machen einfach einen Strich durch die Rechnung. Wo soll denn die Zeit und Energie für die Erfüllung meiner Vorsätze herkommen, wenn ich nur von Schicht zu Schicht hüpfe?

Was in solchen Fällen helfen kann, ist eine radikale Veränderung. In medizinischen Berufen ist der Wechsel in die Zeitarbeit ein solcher Schritt, der für viele Beschäftigte sehr groß ist. Aber diejenigen, die diesen Wechsel vollzogen haben, genießen in der Regel ein höheres Gehalt und eine weitaus bessere Freizeitplanung. Plötzlich haben sie Zeit für Familie, Freunde, Sport und Hobby, wie zum Beispiel Intensivpfleger Eric Böhme und Intensivpflegerin Arnhild Tontsch berichten

Autor

Juliane Beckmann

Online-Redakteurin mit viel Erfahrung und seit 2019 Teil der doctari Redaktion. Lernt gern dazu, mag Bindestriche und macht die Texte rund.

Inhaltsverzeichnis
Teilen
Mehr zum Thema
Mitleidsmüdigkeit
Compassion fatigue: Wenn zu viel Mitgefühl krank macht

Medizinische Fachkräfte brauchen die Fähigkeit, Mitgefühl zu empfinden. Zu viel Empathie kann aber zum Problem werden und zu Mitleidsmüdigkeit führen.

Zum Artikel >
Besorgt blickende junge Ärztin sitz auf einem Stuhl in einem Krankenhausflur.
Anzeichen, Ursachen und Prävention
Burnout in der Pflege

Das Risiko für einen Burnout als Pflegekraft ist doppelt so hoch wie in der restlichen Bevölkerung. Tendenz steigend.

Zum Artikel >
Eine Pflegerin sitzt auf dem Boden und stützt den Kopf mit ihren Händen
Gehaltsreport 2023
Was verdient eine Ärztin oder ein Arzt in Deutschland?

Der Gehaltsreport Medizin zeigt: Beim Gehalt von Ärztinnen und Ärzten sind Fachrichtungen, Titel und Region entscheidend.

Zum Artikel >
Junge Ärztin lächelt in die Kamera
Fachkräftemangel in der Pflege
„Du wirst gebraucht!”: Perspektiven für Pflegekräfte auf dem Absprung

Zu wenig Geld, zu wenig Freizeit und wenig Wertschätzung: Viele PflegerInnen hängen ihren Kasack an den Nagel. Dabei braucht Deutschland jede einzelne Pflegekra…

Zum Artikel >
Junge Pflegerin im Kasack lächelt in die Kamera
Gehaltsreport 2023
Pflegefachkräfte: Gehälter in Deutschland

Pflegende gelten, gemessen an ihrer Verantwortung und an ihrem anstrengendem Job, als schlecht bezahlt. Doch wie viel genau verdienen Pflegefachkräfte in Deutsc…

Zum Artikel >
Junger Pfleger lächelt in die Kamera.
Depressionen, Sucht und Co.
Psychische Krankheiten: So spricht man Kollegen darauf an

KollegInnen auf mögliche psychische Probleme anzusprechen, fällt vielen schwer. Dennoch ist es wichtig. Hier steht, was dabei zu beachten ist.

Zum Artikel >
Eine medizinische Fachkraft mit Haube und Mund-Nasen-Schutz blickt zu Boden.
Werden Sie jetzt Teil von doctari und finden Sie Ihren Traumjob