Verdienst als Gesundheits- und Kinderkrankenpfleger

Gesundheits- und Kinderkrankenpfleger bilden die zweitgrößte Berufsgruppe im Pflegedienst. Es stellt sich die Frage, wie sich die Gehälter und Arbeitsbedingungen von Gesundheits- und Kinderkrankenpflegenden wirklich darstellen und zukünftig entwickeln werden.

Gehälter in der Gesundheits- und Kinderkrankenpfleger

Kranke Kinder benötigen rund um die Uhr Zuwendung, weshalb viele Kinderkrankenschwestern und Kinderkrankenpfleger in Wechselschicht (Früh, Mittag, Nacht, Wochenende) arbeiten. Gleichzeitig liegt das Alter von 54,5 % der Gesundheits- und Kinderkrankenpfleger/innen über 50 Jahren, weshalb die Branche auf junge Kräfte angewiesen ist. Das Thema Pflege ist zum Dauerbrenner in Politik und Medien geworden.

Was man als Kinderkrankenschwester oder Kinderkrankenpfleger verdient, hängt von der Einrichtung und Art der Anstellung ab. Manche Einrichtungen nutzen auch eigene Hausverträge oder treffen außertarifliche Vereinbarungen. Die Arbeitsbedingungen gelten in der Pflege als eher ungünstig, obwohl es große Unterschiede zwischen den Pflegeberufen und -einrichtungen sowie Bundesländern gibt. Die monatlichen Bruttoentgelte von Krankenpflegefachkräften liegen je nach Region durchschnittlich in folgenden Bereichen:

  • Deutschland gesamt – 3.337 Euro
  • Westdeutschland – 3.419 Euro
  • Ostdeutschland – 3.030 Euro
  • Saarland – 3.596 Euro
  • Mecklenburg-Vorpommern – 2.882 Euro

Quelle: IAB 2018

Da die Gesundheitssysteme der meisten Industrienationen zunehmend unter einem Mangel an Gesundheitsfachkräften leiden, wird vielerorts versucht, Fachkräfte aus dem Ausland anzuwerben. Trotz des unerwünschten Nebeneffekts, dass gerade ärmere Länder ihre wertvollen Arbeitskräfte verlieren, kann es für die einzelne Fachkraft durchaus sinnvoll sein, ins Ausland abzuwandern. Beliebte Ziele deutscher Pflegekräfte sind die Schweiz, Österreich und Luxemburg. Gleichzeitig unterscheiden sich die Lebenshaltungskosten zum Teil stark. Wenn Geld weniger wichtig ist und das Fernweh ruft, kann man beim Deutschen Roten Kreuz (DRK) oder der Robert-Ernst-Stiftung anfragen. Dort werden Freiwilligendienste und Berufsausbildungen im Ausland finanziell und organisatorisch unterstützt.

Selbstständigkeit und berufliche Alternativen für Kinderkrankenpflegerinnen und Kinderkrankenpfleger

Wenn sie über die entsprechende Berufserfahrung verfügen, können sich Kinderkrankenpflegende in der Grundpflege selbstständig machen. Beispielsweise ist eine freiberufliche Tätigkeit im ambulanten Pflegedienst möglich.

Wer der Kinderkrankenpflege den Rücken kehren, aber weiterhin im Pflegesektor arbeiten will, kann über den Wechsel in eine Führungsposition in Alten- oder Heilerziehungspflegeeinrichtungen nachdenken. Mit der bisherigen Ausbildung in der Krankenpflege verfügt man über umfangreichere Befugnisse als Altenpfleger. Die Generalisierung der Pflegeberufe soll dazu beitragen, solche Ungleichheiten zwischen den Pflegeberufen auszumerzen. Bis dahin können Gesundheits- und Krankenpflegerinnen und -pfleger ihren Vorteil beruflich nutzen und eine entsprechende Stelle besetzen.

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Da sich Tarifsituation und Vergütungspraxis regelmäßig verändern und stark vom Einzelfall abhängen, sind alle Angaben ohne Gewähr.