Zeitarbeit für MedizinerInnen

Arbeitnehmerüberlassung für ÄrztInnen: Vorteile und Nachteile

Junge Ärztin im Kasack lächelt in die Kamera.
Sabine Stahl | 15.1.2023 | Lesedauer: 4 Minuten

Es gibt viele gute Gründe, als Ärztin oder Arzt in der Zeitarbeit tätig zu sein, wie das hohe Gehalt oder die gute Work-Life-Balance. Auch die Kliniken profitieren von dem Modell.

Ärzte und Ärztinnen haben verschiedene Möglichkeiten, ihren Beruf auszuüben. Neben der Festanstellung in einer Klinik und der Arbeit in einer Praxis können MedizinerInnen auch in der Arbeitnehmerüberlassung (kurz ANÜ) tätig werden. Das heißt, sie sind bei einer Zeitarbeitsfirma wie doctari befristet oder unbefristet angestellt und werden von dieser an Kliniken oder andere medizinische Einrichtungen vermittelt. Die Firma kümmert sich darum, die Konditionen für den Einsatz zu verhandeln und den gesamten Papierkram zu erledigen.

Welche Vorteile hat die Arbeitnehmerüberlassung für Ärzte und Ärztinnen?

Die Bezeichnung Arbeitnehmerüberlassung klingt sperrig und sicher fragen sich viele MedizinerInnen: Was genau ist das? Das erklären wir ausführlich in unserem Artikel "Was ist die Arbeitnehmerüberlassung". In diesem Text wollen wir zeigen, welche Vorteile das Modell für ÄrztInnen hat.

Vorteile: ANÜ für ÄrztInnen auf einen Blick

  • Mehr Gehalt
  • Mehr Freizeit
  • Mitspracherecht beim Dienstplan
  • Höhere Flexibilität
  • Keine Überstunden
  • Viel Berufserfahrung

Mehr Geld: In der Arbeitnehmerüberlassung verdienen ÄrztInnen deutlich über Tarif und somit mehr als ihre KollegInnen, die festangestellt in einem Krankenhaus arbeiten. Ein Beispiel: Eine Oberärztin an einem kommunalen Krankenhaus erhält laut Tarifvertrag ein Gehalt von etwas mehr als 8.000 Euro brutto pro Monat. Bei doctari verdienen OberärztInnen je nach Qualifikation bis zu 120 Euro pro Stunde und somit hochgerechnet bis zu 20.160 Euro pro Monat.

Bessere Work-Life-Balance: Wer als Ärztin oder Arzt in der Arbeitnehmerüberlassung arbeitet, hat deutlich mehr Einfluss auf die eigene Work-Life-Balance. Während bei festangestellten ÄrztInnen die Wochenarbeitszeit immer gleich ist und Überstunden und Schichtdienste zum Alltag gehören, bestimmen ÄrztInnen in der Arbeitnehmerüberlassung selbst, wann und wie viel sie arbeiten. Das bedeutet: Längere Auszeiten von der Arbeit im Krankenhaus sind genauso möglich wie zusätzliche Schichten für zusätzliches Geld.

Gleicher Job, bessere Bedingungen

Mehr Geld, mehr Freizeit, mehr Mitsprache – in der Zeitarbeit gibt es sehr viele Vorteile für die ArbeitnehmerInnen und die Kliniken. Registrieren Sie sich und erfahren Sie mehr.

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Mehr Mitbestimmungsrecht: Kliniken und Krankenhäuser sind meist hochkomplexe Unternehmen. Die Dienstpläne der ArbeitnehmerInnen müssen gut geplant und genau strukturiert sein. Als Ärztin oder Arzt in der Arbeitnehmerüberlassung kann man durch die Wahl der verfügbaren Einsätze selbst bestimmen, wann und wie viel man arbeitet. Durch dieses hohe Maß an Mitbestimmung ergibt sich eine hohe Zufriedenheit für die ÄrztInnen und mehr Flexibilität bei der Freizeitgestaltung.

Keine ungeplanten Überstunden: Aufgrund des ausgeprägten Fachkräftemangels in Kliniken sowie des stetig wachsenden Dokumentationsaufwandes gehören Überstunden für die meisten ArbeitnehmerInnen im medizinischen Bereich zum Alltag. Als Ärztin oder Arzt in der Arbeitnehmerüberlassung bei doctari machen die MedizinerInnen nur dann Überstunden, wenn sie das möchten – und bekommen diese dann auch bezahlt.

Wertvolle Erfahrungen: ÄrztInnen in der Zeitarbeit sammeln schnell viele Erfahrungen, da sie häufig die Stelle wechseln. Dadurch lernen sie viel und können sich gleichzeitig ein wichtiges Netz an Kontakten aufbauen.

Nachteile: ANÜ für ÄrztInnen

Weniger Konstanz: Ein fester Job in einem Krankenhaus bedeutet ein hohes Maß an Sicherheit und jeden Monat ein festes Arztgehalt. In der ANÜ müssen ÄrztInnen mitunter selbst dafür sorgen, dass sie neue Einsätze haben oder auf die Unterstützung einer Zeitarbeitsfirma vertrauen, die ihnen bei allen Belangen zur Seite steht.

Wechselnde Teams: Im Krankenhaus gibt es häufig einen großen Zusammenhalt der ArbeitnehmerInnen. Als Arzt oder Ärztin in der Zeitarbeit müssen die Mediziner nicht nur fachlich sehr kompetent, sondern auch offen und vor allem flexibel sein. Das gilt sowohl für die Arbeitszeit als auch für den Einsatzort. Zudem müssen sie sich häufiger als andere auf neue KollegInnen und neue Prozesse einstellen.

Junge medizinische Fachkraft trinkt eine Tasse Kaffee.

Einer der Vorteile der Zeitarbeit: Die medizinischen Fachkräfte bestimmen selbst, wie viel sie arbeiten

Was sind die Vorteile und Nachteile für Arbeitgeber bzw. Unternehmen?

Das Thema Zeitarbeit in der Medizin wird immer wieder heiß diskutiert. Fakt ist, ohne Ärzte und Ärztinnen, die in der Arbeitnehmerüberlassung arbeiten, müssten zahlreiche Stationen schließen. Bereits in den vergangenen Jahren gab es Meldungen über geschlossene Stationen, da Personal fehlte.

Für medizinische Einrichtungen besteht der größte Vorteil der Arbeitnehmerüberlassung darin, dass die Überwindung eines sich plötzlich ergebenden
Personalengpasses zu transparenten Kosten mit geringstem Zeitaufwand und absolut rechtssicher möglich ist. Das gilt bei Krankheit der eigenen ArbeitnehmerInnen genauso wie bei Urlaub, Elternzeiten oder anderen Ausnahmesituationen.

Da die Zeitarbeitsfirma für den gesamten Einsatzzeitraum als Arbeitgeber für die Ärztin oder den Arzt fungiert, ist diese für sämtliche Lohnnebenkosten sowie für Fehlzeiten verantwortlich. Die fachliche und die persönliche Qualität der ÄrztInnen und Ärzte wird dabei von den Agenturen geprüft. Die Kliniken haben demzufolge keinerlei Risiko und sparen sich den gesamten Bewerbungsprozess.

Die Abrechnung erfolgt in der Regel über den Stundensatz, der vom Entleiher, also der Klinik, unter Einbeziehung sämtlicher Lohnnebenkosten kalkuliert wird. Falls sich die Zeitarbeitskraft gut in die Stammbelegschaft einpasst, kann bei beiderseitigem Interesse die Fachkraft auch in eine Festanstellung bei der ausleihenden Einrichtung wechseln. Die Zeitarbeitsfirma fungiert dann meist als Personalvermittler und verlangt entsprechende Gebühren.

In der ANÜ arbeiten – bei doctari

Schon seit 2008 vermittelt doctari, die Nummer 1 für Zeitarbeit, ausgewählte Jobs an Ärztinnen, Ärzte und Pflegekräfte. Unsere Karriereberaterinnen und -berater kennen die Branche bestens und helfen Ihnen gerne dabei, Ihre nächste Traumstelle zu finden. Melden Sie sich kostenlos und unverbindlich an und erfahren Sie mehr über doctari, die Arbeitnehmerüberlassung und das Thema Zeitarbeit.

Bildtitel: iStock.com/Tempura

Autor

Sabine Stahl

Die erfahrene Journalistin und Medizin-Redakteurin arbeitet seit 2021 in der doctari-Redaktion und beschäftigt sich am liebsten mit Ratgeber- und Statistikthemen.

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