Alternative zum Arztberuf

Als Arzt oder Ärztin in der Telemedizin arbeiten

Arzt sitzt vor einem Laptop und erklärt in einem Videocall ein Röntgenbild.
doctari Redaktion | 20.7.2026 | Lesedauer: 4 Minuten

Ist ein Job in der Telemedizin für Ärzte und Ärztinnen eine gute Alternative zum Klinikalltag? Bringt er mehr Freizeit und eine bessere Planbarkeit? Wir verraten es hier.

Telemedizin bedeutet ärztliche Diagnostik und Therapie per Videosprechstunde oder Telefon – seit der Lockerung des Fernbehandlungsverbots 2018 ist das in Deutschland auch als alleinige Behandlungsform erlaubt. Ärztinnen und Ärzte können in der Telemedizin entweder als Honorarkraft (meist pro Konsultation oder Stunde vergütet) oder in Festanstellung bei einem Telemedizin-Unternehmen arbeiten. Der größte Vorteil ist die Flexibilität bei Ort und Zeit; der größte Nachteil der fehlende direkte Patientenkontakt.

Telemedizin: Was ist das?

Der Begriff Telemedizin bezeichnet alle gesundheitlichen Dienstleistungen, bei denen die Diagnostik und Therapie via Telekommunikation durchgeführt wird. Seit der Lockerung des sogenannten Fernbehandlungsverbots (§ 7 Abs. 4 der Musterberufsordnung für Ärzte) im Jahr 2018 dürfen Ärztinnen und Ärzte Patientinnen und Patienten in Deutschland auch ausschließlich per Video oder Telefon behandeln, sofern dies ärztlich vertretbar ist. Für Ärztinnen und Ärzte und deren Patienten und Patientinnen bedeutet die Telemedizin daher vor allem mehr räumliche und häufig auch zeitliche Flexibilität. Macht das alleine die Telemedizin für MedizinerInnen zu einer guten Alternative zum Klinikalltag?

Alles über die Vor- und Nachteile der Telemedizin lesen Sie hier.

Telemedizin als Alternative zum Klinikalltag

Wenn man als Arzt oder Ärztin in der Telemedizin arbeiten möchte, gibt es hierfür zwei Möglichkeiten:

  1. 1.
    als Honorararzt bzw. Vertretungsarzt
  2. 2.
    als Angestellter oder Angestellte bei einem Telemedizinunternehmen

Daraus ergeben sich viele Möglichkeiten, das Arztsein oder das Ärztinsein neu zu denken und eine bessere Work-Life-Balance zu erreichen. Da man mit wenigen Stunden in der Telemedizin bereits sein Gehalt als Arzt oder Ärztin verbessern kann, ist eine Karriere in der Telemedizin keine Entweder-oder-Entscheidung zwischen der Telemedizin und einer Festanstellung in einer Klinik. Stattdessen können MedizinerInnen flexibel entscheiden, wie sie ihren Alltag als Arzt oder Ärztin gestalten möchten.

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Vor- und Nachteile der Telemedizin

Die Tätigkeit als Ärztin, Arzt in der Telemedizin bietet viele Möglichkeiten, die eigene Work-Life-Balance zu verbessern. Flexible Arbeitszeitgestaltung und Homeoffice sind dabei wichtige Faktoren. Dadurch kann eine Tätigkeit in der Telemedizin auch ein erster Schritt von der Festanstellung in die deutlich besser bezahlte und mehr Freizeit bietende Tätigkeit als Honorararzt sein.

Hier ein paar Beispiele für das Arbeiten in der Telemedizin:

Vollzeittätigkeit in der Telemedizin:

Beim Wechsel von der Festanstellung in einer Klinik zu einer Festanstellung bei einer Telemedizin-Firma profitieren die MedizinerInnen von deutlich geregelteren Arbeitszeiten. Darüber hinaus gibt es weitere Vorteile, wie etwa die Möglichkeit auf Homeoffice. Da zahlreiche Telemedizin-Unternehmen jedoch noch Start-ups sind, sind die gutbezahlten Festanstellungen hier schwer zu finden und hart umkämpft. Daher bietet es sich an, die derzeitige Lage zu nutzen, um als Honorararzt erste Eindrücke der Arbeit bei einem solchen Unternehmen zu sammeln und gleichzeitig von Gehaltsvorteilen und mehr Freizeit zu profitieren.

Flexible Teilzeitmodelle als Ärztin, Arzt in der Telemedizin:

Natürlich kann man auch die Festanstellung in der Klinik behalten und z. B. auf 70 Prozent oder 50 Prozent reduzieren. Die dadurch gewonnene Zeit können MedizinerInnen mit Einsätzen als Telemediziner füllen. Dies ist jedoch nicht nur im Falle der Telemedizin, sondern auch als Honorararzt bzw. Vertretungsarzt im Allgemeinen möglich. Passende Stellen für Ihren Fachbereich finden Sie in unserer Jobbörse.

Honorararzt in der Telemedizin:

Wenn Sie bereits als Honorararzt tätig sind, können Sie zusätzlich zu den sonstigen Einsätzen auch telemedizinische Einsätze annehmen und so noch vielseitiger arbeiten.

Die Nachteile der Telemedizin:

MedizinerInnen haben in der Telemedizin keinen direkten Patientenkontakt mehr und (je nach Anstellungsform) mehr Bürokratie sowie eingeschränkte diagnostische Möglichkeiten, etwa fehlende körperliche Untersuchungen. Der Mehraufwand an Bürokratie kann jedoch auch von einer seriösen Agentur für Sie übernommen werden. Den fehlenden Patientenkontakt kann man je nach Anstellungsform durch reguläre Honorararztstellen oder die weiterhin ausgeführte Festanstellung bei einer Klinik oder Praxis ausgleichen.

Gehalt in der Telemedizin

Wie viel man in der Telemedizin verdient, hängt stark vom Vergütungsmodell des jeweiligen Anbieters ab – anders als bei tariflich geregelter Klinikarbeit gibt es hier keine einheitlichen, öffentlich einsehbaren Gehaltstabellen.

Bei größeren Telemedizin-Anbietern werden Videosprechstunden häufig pro Konsultation vergütet. Berichte aus der Branche nennen dabei Größenordnungen von rund 20 Euro pro Videosprechstunde als Nebenverdienst neben der Haupttätigkeit, teils mit Modellen von mehreren Hundert Euro zusätzlichem Monatseinkommen bei regelmäßiger Nutzung.

Wer über eine Zeitarbeitsagentur als Honorararzt bzw. Vertretungsarzt in der Telemedizin tätig wird, kann dagegen häufig stundenbasiert vergütet werden, ähnlich wie bei klassischen Vertretungseinsätzen. Hier lohnt sich immer ein individuelles Angebot, da die Spannbreite größer ist als bei tariflich geregelter Klinikarbeit und stark von Fachrichtung, Einsatzort und Anbieter abhängt.

Alle Informationen zum Thema: "Honorarzt werden" finden Sie hier.

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FAQ Telemedizin

Ist Telemedizin in Deutschland rechtlich erlaubt?

Ja. Seit der Lockerung des sogenannten Fernbehandlungsverbots (§ 7 Abs. 4 der Musterberufsordnung für Ärzte) im Jahr 2018 dürfen Ärztinnen und Ärzte Patientinnen und Patienten auch ausschließlich per Video oder Telefon behandeln, sofern dies ärztlich vertretbar ist.

Kann man als Arzt nur in der Telemedizin arbeiten, ohne Klinik oder Praxis?

Ja, das ist grundsätzlich möglich, entweder in Festanstellung bei einem Telemedizin-Unternehmen oder als Honorararzt. In der Praxis kombinieren die meisten Ärztinnen und Ärzte Telemedizin jedoch mit einer Festanstellung oder Niederlassung, um flexibel zu bleiben und den direkten Patientenkontakt nicht ganz zu verlieren.

Was sind die größten Nachteile der Telemedizin für Ärztinnen und Ärzte?

Der fehlende direkte Patientenkontakt und die eingeschränkten diagnostischen Möglichkeiten – etwa keine körperliche Untersuchung – gelten als Hauptnachteile. Je nach Anstellungsform kommt zusätzlicher bürokratischer Aufwand hinzu.

Bietet doctari Honorar-Tätigkeit an? Nein. doctari bietet für medizinische Fachkräfte ausschließlich Tätigkeiten in Arbeitnehmerüberlassung, als befristete Anstellung in einer medizinischen Einrichtung oder als Festanstellung in einer medizinischen Einrichtung an. Wir verwenden den Begriff „Honorararzt“ bzw. „Honorarpflegekraft“ ähnlich wie ein Deonym und synonym für ÄrztInnen bzw. Pflegefachkräfte, die in Vertretungsjobs der Zeitarbeit tätig sind (vergleichbar damit, wie der Markenname „Tesa“ als Bezeichnung für alle durchsichtigen Klebestreifen oder Tempo für alle Papiertaschentücher genutzt wird).

Titelbild: iStock.com/FatCamera

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