Einstiegsgehalt als Assistenzarzt oder Assistenzärztin
Das Medizinstudium ist überstanden, die Approbation in der Tasche. Jetzt wird es Zeit, dass sich das lange und aufwändige Medizinstudium auch finanziell auszahlt. Das Anfangsgehalt bzw. Einstiegsgehalt als Assistenzarzt oder Assistenzärztin an einem kommunalen Krankenhaus liegt aktuell im ersten Jahr bei rund 5.600 bis 5.900 Euro brutto pro Monat.
Nach dem Start in den Arztberuf steigt das Assistenzarztgehalt jährlich an. Nach mehreren Jahren Weiterbildung kann das monatliche Grundgehalt über 7.100 Euro brutto erreichen. Das entspricht rein rechnerisch einem Jahresgehalt von rund 85.000 Euro.
Die genannten Gehälter für Assistenzärztinnen und Assistenzärzte stammen aus dem Tarifvertrag für kommunale Krankenhäuser, dem TV-Ärzte VKA. An einer Universitätsklinik ist der Verdienst eines Assistenzarztes im ersten Jahr ähnlich hoch. Nach dem Tarifvertrag TV-Ärzte TdL liegt das Einstiegsgehalt derzeit bei rund 5.626 Euro brutto pro Monat (bei 42 statt 40 Wochenstunden). Das zeigt, dass das Einkommen eines Assistenzarztes oder einer Assistenzärztin je nach geltendem Tarifvertrag leicht variieren kann.
Bei der Eingruppierung bzw. der Bezahlung nach Tarifvertrag spielen mehrere Faktoren eine Rolle. In welchem Fachbereich ein Arzt oder eine Ärztin arbeitet, hat auf das Gehalt eines Assistenzarztes jedoch keinen Einfluss. Das heißt, ein Assistenzarzt der Anästhesie verdient genauso viel wie eine Assistenzärztin der Gynäkologie oder eine Assistenzärztin der Inneren Medizin oder der Kinderheilkunde.
Tarifvertrag-Ärzte: Welche Tarifverträge gibt es?
Das Gehalt von Assistenzärzten und Assistenzärztinnen ist, wie auch das Gehalt als Facharzt und das als Oberarzt, in den meisten Fällen abhängig von den aktuell geltenden Tarifverträgen. Die verbreitetsten Tarifverträge sind der TV-Ärzte VKA für kommunale Krankenhäuser und der Tarifvertrag der Unikliniken, der TV Ärzte TdL.
In diesen beiden ist die Gehaltsentwicklung fest definiert – vom Einstiegsgehalt bis hin zum Verdienst als Arzt mit viel Berufserfahrung. In diesen sind auch Zuschläge für Nachtdienste, Feiertagsarbeit und Co. geregelt, wie unten genauer ausgeführt wird. Auch viele private Klinikkonzerne haben bundesweit geltende Tarifverträge.
Assistenzarzt-Gehalt an einer Universitätsklinik
Die folgende Entgelttabelle zeigt, wie viel Ärzte bzw. Ärztinnen an Unikliniken verdienen, aufgeteilt in die jeweiligen Entgeltgruppen: angefangen beim Gehalt als Assistenzarzt im ersten Jahr bis hin zum Verdienst als leitender Oberarzt. Das Einstiegsgehalt der einzelnen Gruppen steht in Spalte 1. Die darauffolgenden Spalten bzw. Gehaltsklassen werden mit zunehmender ärztlicher Berufserfahrung erreicht (z. B. ab dem 2. Berufsjahr, ab dem 3. Jahr, etc.).
Lesen Sie übersichtlich alle Informationen zum Thema Arzt und Gehalt, vom Assistenzarzt bis zur Chefärztin, vom niedergelassenen Radiologen bis zur Zeitarbeit.
TV-Ärzte TdL: Gehalt an Universitätskliniken (2026)
Entgeltgruppe | Stufe 1 | Stufe 2 | Stufe 3 | Stufe 4 | Stufe 5 | Stufe 6 |
|---|---|---|---|---|---|---|
Ä1 Assistenzarzt | 5.627 Euro | 5.946 Euro | 6.174 Euro | 6.570 Euro | 7.039 Euro | 7.223 Euro |
Ä2 Facharzt | 7.426,63 Euro | 8.049 Euro | 8.596 Euro | 8.903 Euro | 9.071Euro | 9.302 Euro |
Ä3 Oberarzt | 9.302 Euro | 9.849 Euro | 10.631 Euro | |||
Ä 4 Leitender Oberarzt | 10.942 Euro | 11.724 Euro | 12.347 Euro |
Wie hoch ist der Verdienst eines Assistenzarztes an einem kommunalen Krankenhaus?
Die Entgeltgruppe I zeigt das Gehalt eines Assistenzarztes oder einer Assistenzärztin in einem kommunalen Krankenhaus vom Tag der Einstellung bis hin zum 5. ärztlichen Berufsjahr. Dabei wird deutlich, wie sich das Assistenzarzt-Gehalt nicht nur abhängig von der Entgeltgruppe, sondern auch mit der Berufserfahrung verändert.
TV-Ärzte VKA: Assistenzarzt-Gehalt an kommunalen Krankenhäusern
Entgeltgruppe | Stufe 1 | Stufe 2 | Stufe 3 | Stufe 4 | Stufe 5 | Stufe 6 |
|---|---|---|---|---|---|---|
Assistenzarzt | 5.600 Euro | 5.919 Euro | 6.148 Euro | 6.543 Euro | 7.014 Euro | 7.197 Euro |
Facharzt | 7.404 Euro | 8.024 Euro | 8.570 Euro | 8.888 Euro | 9.198 Euro | 9.509 Euro |
Oberarzt | 9.509 Euro | 10.065 Euro | 10.872 Euro | |||
CA-Vertreter | 11.189 Euro | 11.996 Euro |
Wie viel verdienen Assistenzärzte in privaten Kliniken?
Große, private Klinikkonzerne haben ihre eigenen Tarifverträge, die sich in der Regel an denen der öffentlichen Krankenhäuser orientieren. Wir listen hier, basierend auf Daten des Marburger Bundes, exemplarisch den Verdienst einiger privater Kliniken auf:
TV-Ärzte Asklepios
Entgeltgruppe | 1. Jahr | 2. Jahr | 3. Jahr | 4. Jahr | 5. Jahr | 6. Jahr |
|---|---|---|---|---|---|---|
Assistenzarzt | 5.430 Euro | 5.745 Euro | 5.970 Euro | 6.330 Euro | 6.785 Euro | 6.960 Euro |
TV-Ärzte RKA: Arztgehälter im Überblick
Entgeltgruppe | 1. Jahr | 2. Jahr | 3. Jahr | 4. Jahr | 5. Jahr | 6. Jahr |
|---|---|---|---|---|---|---|
Arzt | 5.303 Euro | 5.625 Euro | 5.847 Euro | 6.155 Euro | 6.433 Euro | 6.667 Euro |
Entgelttabelle der Sana-Kliniken für Ärzte
Entgeltgruppe | 1. Jahr | 2. Jahr | 3. Jahr | 4. Jahr | 5. Jahr | 6. Jahr |
|---|---|---|---|---|---|---|
Arzt | 5.060 Euro | 5.357 Euro | 5.572 Euro | 5.940 Euro | 6.380 Euro | 6.499 Euro |
Assistenzarzt-Gehalt: Zuschläge für Nacht-, Wochenend- und Bereitschaftsdienste
m Rahmen der geltenden Tarifverträge ist genau geregelt, welche Zuschläge zum Gehalt Assistenzärztinnen und Assistenzärzte für Überstunden sowie für Nacht-, Wochenend- oder Feiertagsdienste erhalten.
Am Beispiel des Tarifvertrags TV-Ärzte TdL für Universitätskliniken lässt sich dies gut erklären. Die reguläre Arbeitszeit beträgt dort 42 Stunden pro Woche. Diese 42 Stunden gelten in den Berechnungen der Zuschläge als 100 Prozent der regelmäßigen Arbeitszeit. Leistet ein Arzt oder eine Ärztin darüber hinaus eine Überstunde, wird laut Tarifvertrag ein Zuschlag von 15 Prozent des regulären Stundenlohns gezahlt. In den Tarifverträgen wird dieser Anteil häufig mit der Abkürzung „v. H.“ (vom Hundert) angegeben.
Neben Überstundenvergütungen erhalten Assistenzärztinnen und Assistenzärzte je nach Einsatz zusätzlich Zuschläge für Nachtarbeit, Wochenendarbeit, Feiertagsdienste sowie Bereitschafts- und Rufdienste. Die genaue Höhe dieser Zuschläge ist in den jeweiligen Tarifverträgen festgelegt. Auch im Tarifvertrag TV-Ärzte VKA für kommunale Krankenhäuser sind entsprechende Zuschläge geregelt, die das Grundgehalt je nach Dienstzeiten deutlich erhöhen können.
Zuschläge zum Assistenzarzt-Gehalt laut TV-Ärzte TdL
Zuschlag für | Höhe des Zuschlags (in %) |
|---|---|
Überstunden | 15 v.H. |
Nachtarbeit | 20 v.H. |
Sonntagsarbeit | 25 v.H. |
Feiertagsarbeit ohne Freizeitausgleich | 135 v.H. |
Feiertagsarbeit mit Freizeitausgleich | 35 v.H. |
Arbeit am 24. und 31. Dezember jeweils ab 06:00 Uhr | 35 v.H. |
Arbeit an Samstagen von 13:00 - 21:00 Uhr | 20 v.H. |
Hinweis: Tarifsituation und Vergütungspraxis verändern sich regelmäßig und sind stark vom Einzelfall abhängig. Weiterführende Informationen zum Einkommen bieten statistische Dienste wie statista oder das Statistische Bundesamt, Berufs- oder Fachverbände wie der Marburger Bund oder Entgelttabellen für die einzelnen Tarifverträge.
Regionale Unterschiede beim Assistenzarzt-Gehalt
Neben der Berufserfahrung und dem Träger der Klinik oder des Krankenhauses, kann auch die Region Einfluss auf den Verdienst haben. So verdient ein Assistenzarzt in Bayern meist etwas anders als eine Assistenzärztin in Hessen. Wir haben die unterschiedlichen Regionen deshalb einzeln betrachtet:
Wie viel Gehalt bekommt ein Assistenzarzt oder eine Assistenzärztin bei einem Stellenwechsel?
Was viele Assistenzärzte nicht wissen, ist, dass sich die Eingruppierung in die jeweilige Stufe (Stufe 1 bis Stufe 6) nach der ärztlichen Berufserfahrung richtet und nicht nach der Zeit, die sie in der jeweiligen Weiterbildung verbracht haben.
Das bedeutet: Sollten Sie nach ein paar Berufsjahren das Krankenhaus oder sogar den Fachbereich wechseln, fangen Sie nicht wieder bei Stufe 1 an, sondern Sie behalten automatisch die Stufe entsprechend Ihrer Berufserfahrung.
Mehr Gehalt als Assistenzarzt oder Assistenzärztin: Außertarifliche Bezahlung
Assistenzärzte und Assistenzärztinnen wollen früh wissen, wann und wie sie mehr als das tarifliche Gehalt verdienen können. Da bei Klinikverbänden und -gruppen mit Tarifbindung meist erst die Chefarztposition außertariflich vergütet wird, hoffen viele junge Assistenzärzte und Assistenzärztinnen auf eine gutbezahlte Stelle außerhalb vordefinierter Tarifverträge.
Neben dem Einkommen sollte man bei der Wahl einer neuen Stelle jedoch auch das Wohlbefinden und die zur Verfügung stehende Freizeit beachten. Eine gute Möglichkeit, die eine außertarifliche Bezahlung und viel Flexibilität verbindet, ist die Tätigkeit als Honorar- bzw. Vertretungsarzt. Als Vertretungsarzt oder Vertretungsärztin ist man generell an keine Tarifverträge gebunden. Hier sind weit höhere Gehälter als in Festanstellung möglich und eine bessere Work-Life-Balance.
Als Vertretungsarzt oder Vertretungsärztin kann man sich aussuchen, in welchem Zeitraum und wie viele Stunden man arbeitet. Einige Ärztekammern erkennen Einsätze ab 3 Monaten für die Facharztausbildung an (z. B. Baden-Württemberg). Wir empfehlen jedoch, nicht vor dem 5. Jahr als Vertretungsarzt zu arbeiten.
Gerne unterstützen unsere Karriereberater und -beraterinnen Sie individuell dabei, Vertretungsarzt oder Vertretungsärztin zu werden, um sowohl Ihr Gehalt als Assistenzarzt als auch Ihr Wohlbefinden als Arzt zu verbessern.
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Weitere Fragen zum Assistenzarzt-Gehalt
Wie viel verdient ein Assistenzarzt netto?
Das lässt sich nicht pauschal beantworten, weil es von individuellen Faktoren wie der Steuerklasse abhängt. Wer jedoch sein Bruttogehalt kennt, kann über einen Brutto-Netto-Rechner recht einfach das eigene Netto-Gehalt als Assistenzarzt berechnen.
Wie viel verdient ein Assistenzarzt nach dem Studium?
Nach dem Medizinstudium und dem Erhalt der Approbation starten die frisch gebackenen Ärzte oder Ärztinnen in der Regel in ihren ersten Job als Arzt. Werden sie dabei nach Tarifvertrag bezahlt, erhalten sie in einem kommunalen Krankenhaus rund 5.500 Euro brutto pro Monat. An einer Uniklinik sind es etwa 5.600 Euro pro Monat.
Wie viele Jahre ist man Assistenzarzt?
Die Dauer der Weiterbildungszeit hängt von der Fachrichtung ab. Die meisten Facharzt-Weiterbildungen dauern fünf oder sechs Jahre. Am Ende der Weiterbildungszeit muss die Facharztprüfung abgelegt werden.
Was ist der Unterschied zwischen einem Arzt und einem Assistenzarzt?
Wer nach dem erfolgreich abgeschlossenen Medizinstudium seine Approbation in Händen hält, darf sich offiziell Arzt nennen. Im Anschluss entscheiden sich viele Ärzte dafür, eine Facharzt-Weiterbildung zu machen. Während dieser Zeit der Weiterbildung werden die Ärzte zu Assistenzärzten. Entscheiden sie sich gegen eine Weiterbildung sind und bleiben sie Arzt.
Hinweis: „Bietet doctari Honorar-Tätigkeit an? Nein. doctari bietet für medizinische Fachkräfte ausschließlich Tätigkeiten in Arbeitnehmerüberlassung, als befristete Anstellung in einer medizinischen Einrichtung oder als Festanstellung in einer medizinischen Einrichtung an. Wir verwenden den Begriff „Honorararzt“ bzw. „Honorarpflegekraft“ ähnlich wie ein Deonym und synonym für ÄrztInnen bzw. Pflegefachkräfte, die in Vertretungsjobs der Zeitarbeit tätig sind (vergleichbar damit, wie der Markenname „Tesa“ als Bezeichnung für alle durchsichtigen Klebestreifen oder Tempo für alle Papiertaschentücher genutzt wird).“
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