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Fachweiterbildung Intensivpflege und Anästhesie

Eine medizinische Fachkraft kontrolliert auf einem Monitor die Vitalparameter eines Patienten.
Karin Greeck | 20.12.2023 | Lesedauer: 3 Minuten

Ein zusätzlicher Abschluss in der Intensiv- und Anästhesiepflege bietet Pflegefachkräften bessere Berufschancen und Verdienstmöglichkeiten. Ein Überblick.

Für die Versorgung von Patientinnen und Patienten auf Intensivstationen sowie in anästhesiologischen Bereichen benötigen Pflegefachkräfte eine besondere Expertise und Spezialisierung. Dieses zusätzliche Wissen erlangen die Fachkräfte im Rahmen der Fachweiterbildung Intensivpflege und Anästhesie. Hier informieren wir über Voraussetzungen, Dauer, Inhalt und Verdienstmöglichkeiten der Zusatzausbildung.

Welche Voraussetzungen gelten für die Fachweiterbildung Intensiv- und Anästhesiepflege?

Die Fachweiterbildung richtet sich vor allem an praktizierende Gesundheits- und KrankenpflegerInnen, die bereits einschlägige Berufserfahrung sammeln konnten. Die Agentur für Arbeit formuliert in ihrem Steckbrief „Fachkrankenpfleger/in – Intensivpflege/Anästhesie“ als Voraussetzung eine „Abschlussprüfung in einem einschlägigen Gesundheitsfachberuf“ sowie Berufspraxis. Grundsätzlich gilt: Da es sich um eine Weiterbildung handelt und keine Ausbildung im klassischen Sinne, sollte bereits eine entsprechende berufliche Grundlage gegeben sein, auf welche die Weiterbildung aufbauen kann.

Welche Inhalte vermittelt die Weiterbildung?

Inhaltlich vertieft die Weiterbildung zum einen die Kenntnisse in der Pflege von Patientinnen und Patienten in kritischen Zuständen und Notfallsituationen. Zum anderen werden spezifische Maßnahmen der Anästhesiepflege vermittelt. Die Teilnehmenden der Fachweiterbildung erhalten dabei sowohl theoretischen als auch praktischen Unterricht. Die theoretischen Grundlagenmodule vermitteln zunächst berufliches Grundwissen, zum Beispiel zum Managen von Notfallsituationen oder Hygienegrundlagen. Aber auch wirtschaftliches und rechtliches Grundwissen steht hier auf dem Weiterbildungsplan.

In weiteren Fachmodulen werden dann die Kernkompetenzen der Intensiv- und Anästhesiepflege vermittelt. Zudem liegt ein wichtiger Schwerpunkt auf der Anatomie und Physiologie des Herz-Kreislauf-Systems, der Atmung und des Nervensystems. Gemäß der Deutschen Krankenhausgesellschaft teilen sich die Einsatzbereiche und -zeiten im Praxisteil wiederum auf einen Pflicht- und einen Wahlpflichteinsatzbereich auf. Zum Pflichteinsatzbereich zählen jeweils 500 Stunden in der operativen Intensivpflege, der konservativen Intensivpflege und der Anästhesiepflege. 300 weitere Stunden können auf einen selbst gewählten Bereich verteilt werden. 

Intensiv-Krankenschwester Bianca

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Wie lange dauert die Fachweiterbildung und wer führt sie durch?

Die Dauer der Fachweiterbildung variiert abhängig von der gewählten Bildungseinrichtung und Art der Durchführung. Berufsbegleitend ist die Weiterbildung über einen Zeitraum von zwei bis drei Jahren realisierbar. In Vollzeit kann es auch schneller gehen. Grundsätzlich ist die Weiterbildung von FachkrankenpflegerInnen für Intensivpflege und Anästhesie Sache der Länder und wird durch die zuständigen Landespflegekammern in den einzelnen Bundesländern geregelt. Hier kann man sich auch über staatlich anerkannte Bildungseinrichtungen informieren.

Welche Aufgaben übernehmen Fachkräfte für Intensivpflege und Anästhesie?

Das zusätzliche Fachwissen der Intensivpflege und Anästhesie befähigt Pflegerinnen und Pfleger dazu, in Notfallsituationen sofort Maßnahmen zu ergreifen, um Menschen zu stabilisieren oder wiederzubeleben. Ferner verfügt das Fachpflegepersonal über entsprechendes Wissen, um IntensivmedizinerInnen und AnästhesistInnen zu unterstützen.

Dazu zählen beispielsweise folgende Aufgaben: Narkosemittel und -Instrumente einsetzen, hygienische und technische Vorbereitungen für die Narkose treffen, bei der Narkose assistieren und diese während einer OP überwachen sowie die PatientInnen vor und nach einer Narkose betreuen. Auch Gespräche mit Angehörigen kann in den Aufgabenbereich fallen. Neben den grundlegenden pflegerischen Tätigkeiten sollten sich Teilnehmer an der Fachweiterbildung daher auf psychisch belastende und stressige Situationen einstellen.

Welche Berufs- und Verdienstchancen gibt es?

Mit einer Weiterbildung steigen in der Regel auch die Berufschancen am Arbeitsmarkt. Eine zusätzliche Spezialisierung verspricht in Bewerbungsprozessen zumeist mehr Möglichkeiten in Krankenhäusern oder der ambulanten Pflege. Zudem steigen die Verdienstmöglichkeiten: Das deutsche Pflegeportal verweist als Orientierung auf den Tarifvertrag im öffentlichen Dienst mit Monatsbruttogehältern von 3.391 bis 3.713 Euro. In der Zeitarbeit bei doctari können Pflegefachkräfte auf Intensivstationen mit entsprechender Erfahrung und Reisebereitschaft mehr als 40 Euro pro Stunde verdienen, inklusive Zulagen.

Titelbild: iStock.com/A stockphoto

Autor

Karin Greeck

Als freie Journalistin findet sie immer die richtigen Worte, um auch komplexe Sachverhalte verständlich darzustellen. Spezialgebiete: spannende Interviews und Reportagen.

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