Pflegefachkräfte verdienen in Deutschland im Median rund 4.300 Euro brutto monatlich. Einstiegsgehälter beginnen bei etwa 3.400 Euro, mit Erfahrung sind über 4.100 Euro möglich. Tarifverträge (TVöD Pflege) und Zuschläge beeinflussen das Einkommen maßgeblich. Seit 2025 liegt der Mindestlohn für Pflegefachkräfte bei 20,50 Euro pro Stunde. In der Zeitarbeit sind noch einmal deutlich höhere Löhne möglich.
Die Pflege ist eine essenzielle Säule des Gesundheitswesens und für viele eher Berufung als Beruf. Doch trotz der meist hohen Leidenschaft für die Pflege von Kranken, Alten und anderen Hilfsbedürftigen ist sie dennoch ein Beruf und dabei spielt das Thema Gehalt eine wichtige Rolle. Bleibt also die Frage: Wie viel verdient eine Pflegefachkraft in Deutschland eigentlich?
In diesem Artikel werfen wir einen detaillierten Blick auf das Gehalt von Pflegefachkräften – beginnend beim Verdienst während der Ausbildung über das Einstiegsgehalt bis hin zu weiteren Verdienstmöglichkeiten in Krankenhäusern, Kliniken und in privaten Einrichtungen.
Gehalt während der Ausbildung zur Pflegefachkraft
Im Jahr 2020 wurde die Pflegeausbildung umfassend reformiert. Seither starten die früheren Berufe „Gesundheits- und KrankenpflegerInnen“, „AltenpflegerInnen“ und „Gesundheits- und KinderkrankenpflegerInnen“ gemeinsam in die generalistische Ausbildung. Erst im dritten Ausbildungsjahr können sich angehende Pflegefachkräfte spezialisieren.
Die Vergütung während der Ausbildung zur Pflegefachkraft hängt von mehreren Faktoren ab, darunter der Träger der Ausbildung und die Region. Laut Tarifvertrag des öffentlichen Dienstes (TVöD Pflege, Stand 2025) verdienen Auszubildende:
- 1. Ausbildungsjahr: 1.415,69 Euro brutto pro Monat
- 2. Ausbildungsjahr: 1.477,07 Euro brutto pro Monat
- 3. Ausbildungsjahr: 1.578,38 Euro brutto pro Monat
Diese Ausbildungsvergütung gilt für angehende Pflegefachkräfte in der Gesundheits- und Krankenpflege, der Gesundheits- und Kinderkrankenpflege, der Altenpflege sowie in der Entbindungspflege. Auch Auszubildende in der Operationstechnischen Assistenz (OTA) und in der Anästhesietechnischen Assistenz (ATA) orientieren sich häufig an diesen tariflichen Strukturen.
Auszubildende, die in privaten oder nicht tarifgebundenen Einrichtungen lernen, erhalten häufig eine deutlich niedrigere Ausbildungsvergütung.
Einstiegsgehalt als Pflegefachkraft
Nach erfolgreich abgeschlossener Ausbildung stellt sich für viele die Frage: Wie hoch ist das erste Gehalt als examinierte Pflegefachkraft? Wie so oft beim Thema Gehalt gilt: Es kommt auf den Arbeitgeber an. Denn das Einstiegsgehalt variiert je nachdem, ob Pflegefachkräfte in einer öffentlichen, kirchlichen oder privaten Einrichtung arbeiten.
- Tarifgebundene Einrichtungen:
In öffentlichen Einrichtungen richtet sich das Gehalt nach dem Tarifvertrag des öffentlichen Dienstes (TVöD Pflege). Pflegefachkräfte werden nach der Ausbildung in der Regel in die Entgeltgruppe P7 eingruppiert. Das Einstiegsgehalt liegt hier bei rund 3.415 Euro brutto pro Monat (Stufe 2, Stand 2025/2026). Mit zunehmender Berufserfahrung steigt das Gehalt in mehreren Stufen deutlich an. - Kirchliche Einrichtungen:
Bei Arbeitgebern wie Caritas oder Diakonie gelten eigene Tarifwerke (z. B. AVR), die sich in der Praxis häufig am TVöD orientieren. Das Einstiegsgehalt bewegt sich daher meist auf einem vergleichbaren Niveau. - Private Pflegeeinrichtungen:
In privaten Einrichtungen können die Gehälter stärker variieren. Während einige Träger tarifähnliche Vergütungen zahlen, liegen die Einstiegsgehälter in anderen Fällen darunter. Gleichzeitig gibt es zunehmend Anbieter, die mit überdurchschnittlichen Gehältern und Zusatzleistungen um Fachkräfte werben.
Regionale Unterschiede beim Gehalt von Pflegefachkräften
Darüber hinaus gibt es auch regionale Unterschiede: In Westdeutschland sind die Gehälter meist höher als in Ostdeutschland, wobei sich dieser Unterschied in den vergangenen Jahren zunehmend angeglichen hat.
Laut dem Entgeltatlas der Bundesagentur für Arbeit verdient eine Gesundheits- und Krankenpflegerin oder ein Gesundheits- und Krankenpfleger in Deutschland rund 3.950 Euro pro Monat (Median). Daraus ergibt sich rein rechnerisch ein Stundenlohn von etwa 23 Euro pro Stunde.
In München liegt das Gehalt mit rund 4.300 Euro jedoch deutlich darüber. In Nürnberg, nur etwa zwei Autostunden von München entfernt, erhält eine Pflegefachkraft monatlich rund 3.900 Euro brutto.
Vergleicht man die Gehälter in den einzelnen Bundesländern, dann liegt Hamburg ganz vorne mit einem Verdienst von rund 4.100 Euro. In Mecklenburg-Vorpommern sind es hingegen monatlich etwa 3.600 Euro. In Bayern und in Nordrhein-Westfalen liegt das Pflegefachkraft-Einkommen bei jeweils rund 4.000 Euro.
Gehaltsentwicklung und Aufstiegsmöglichkeiten
Das Gehalt von Pflegefachkräften in Deutschland hat sich in den letzten Jahren deutlich entwickelt. Aktuelle Zahlen zeigen:
- 4.310 Euro brutto im Monat verdienen Fachkräfte in der Gesundheits- und Krankenpflege im Median (Stand: April 2024)
- Über alle Pflege- und Gesundheitsberufe hinweg liegt der mittlere Verdienst bei 4.048 Euro brutto monatlich
Damit liegt die Pflege inzwischen leicht über dem Durchschnitt vieler anderer Berufsgruppen. Mit zunehmender Berufserfahrung steigen auch die Verdienstmöglichkeiten. Pflegefachkräfte, die sich weiterbilden oder spezialisieren, können ihr Gehalt spürbar erhöhen. Möglichkeiten sind:
- Fachweiterbildungen (z. B. Intensivpflege, Anästhesiepflege, Palliativpflege)
- Studium im Bereich Pflegewissenschaft oder Pflegemanagement
Durch solche Weiterqualifikationen können Pflegefachkräfte ihr Gehalt um mehrere hundert Euro monatlich steigern.
Tarifverträge für Pflegefachkräfte: TVöD, AVR und Co.
Das Gehalt einer Pflegefachkraft wird maßgeblich durch Tarifverträge beeinflusst. Die wichtigsten Tarifwerke sind:
- TVöD-P (Tarifvertrag für den öffentlichen Dienst im Bereich Pflege): Er regelt die Vergütung in kommunalen Krankenhäusern und Pflegeeinrichtungen.
- AVR (Arbeitsvertragsrichtlinien kirchlicher Träger): Hierzu gehören Caritas und Diakonie mit tarifähnlichen Regelungen.
- Tarifverträge privater Träger: Einige große Pflegeheimbetreiber haben eigene Tarifverträge, die sich am TVöD orientieren.
Zusätzlich erhalten Pflegekräfte oft Zuschläge für Nacht-, Wochenend- oder Feiertagsdienste sowie Sonderzahlungen wie Weihnachtsgeld. All das erhöht das Bruttogehalt. Wie viel Pflegefachkräfte netto verdienen, das liegt an vielen persönlichen Faktoren, wie Familienstand und Steuerklasse, Kinderfreibeträgen, der Krankenkasse und ob Kirchensteuer gezahlt wird oder nicht.
Rechenbeispiele: Pflegefachkraft Gehalt netto
Bruttogehalt | Steuerklasse | Familienstand | Bundesland | Alter | Netto-Gehalt |
|---|---|---|---|---|---|
3.000 Euro | Steuerklasse 1 | ledig, keine Kinder | Bayern | 25 | ca. 2.030-2.055 Euro |
3.000 Euro | Steuerklasse 4 | verheiratet, 1 Kind | Berlin | 35 | ca. 2.025 bis 2.065 Euro |
Pflegefachkräfte-Gehalt in der Zeitarbeit
Ein kleiner Teil der Pflegefachkräfte in Deutschland arbeitet in der Zeitarbeit. Der Vorteil: Die Pfleger und Pflegerinnen können häufig deutlich höhere Stundenlöhne und somit ein höheres Gehalt erzielen. Zudem berichten viele Leasingkräfte von einer deutlich höheren Wertschätzung seitens des Arbeitgebers im Vergleich zu festangestellten Pflegekräften.
Fazit: Pflegefachkraft-Gehalt variiert stark
Das Gehalt einer Pflegefachkraft hängt von vielen Faktoren ab – von der Art des Arbeitgebers über die Region bis hin zu Zusatzqualifikationen und Berufserfahrung. Wer sich weiterbildet oder spezialisierte Tätigkeiten übernimmt, kann sein Gehalt spürbar steigern. Auch die Zeitarbeit kann eine Möglichkeit sein, das eigene Gehalt positiv zu beeinflussen.
FAQ zum Gehalt von Pflegefachkräften
Wie hoch ist das Gehalt von Pflegefachkräften in Deutschland?
Pflegefachkräfte verdienen in Deutschland aktuell im Median rund 3.900 bis 4.300 Euro brutto monatlich. Das tatsächliche Gehalt hängt stark von Berufserfahrung, Arbeitgeber, Region und Spezialisierung ab.
Wie entwickelt sich das Gehalt nach der Ausbildung?
Das Einstiegsgehalt liegt meist bei etwa 3.400 bis 3.500 Euro brutto im Monat (TVöD Pflege). Mit zunehmender Erfahrung und Verantwortung steigt das Gehalt schrittweise auf über 4.000 Euro oder mehr.
Welche Rolle spielen alternative Arbeitsmodelle wie Zeitarbeit?
Arbeitsmodelle wie die Zeitarbeit können zusätzliche Verdienstmöglichkeiten bieten und gleichzeitig mehr Flexibilität ermöglichen. Voraussetzung ist, dass Einsätze, Vergütung und Rahmenbedingungen transparent geregelt sind – wie es bei spezialisierten Anbietern wie doctari der Fall ist.
Welche Faktoren beeinflussen das Gehalt in der Pflege am stärksten?
Die wichtigsten Einflussfaktoren sind:
- Berufserfahrung
- Arbeitsmodell
- Tarifbindung (z. B. TVöD, AVR)
- Einrichtung (Krankenhaus, Pflegeheim, ambulant)
- Region
- Zusatzqualifikationen (z. B. Intensivpflege, OP)
Gibt es große regionale Unterschiede beim Gehalt?
Ja, die Unterschiede sind deutlich: In westdeutschen Bundesländern und Großstädten wie Hamburg oder München sind die Gehälter meist höher als in Ostdeutschland. Allerdings gleichen sich die Unterschiede zunehmend an.
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