Gehalt in der Allgemeinmedizin (2026)

Verdienst als Allgemeinmediziner und Hausarzt

Breit aufgestellt, unermüdlich im Einsatz, stets ansprechbar: Die Arbeit als Allgemeinmediziner ist umfang- und abwechslungsreich. Das Gehalt in der Allgemeinmedizin hängt von Position und Tätigkeitsform ab. Angestellte ÄrztInnen werden nach Tarif bezahlt, niedergelassene HausärztInnen erzielen einen praxisabhängigen Reinertrag. Aktuelle Zahlen für Deutschland (Stand 2026) im Überblick.

So viel verdienen Allgemeinmediziner und -medizinerinnen

Das Gehalt von AllgemeinmedizinerInnen wird von mehreren Faktoren bestimmt. Entscheidend sind die Art der Anstellung, die Berufserfahrung, die Position innerhalb der Hierarchie sowie die Frage, ob eine Tätigkeit im Krankenhaus oder in eigener Praxis ausgeübt wird.

In Universitätskliniken, kommunalen Krankenhäusern und vielen privaten Klinikträgern gelten Tarifverträge für ÄrztInnen. Maßgeblich sind insbesondere der TV-Ärzte VKA (kommunale Häuser) und der TV-Ärzte TdL (Universitätskliniken). Das Gehalt richtet sich dort nach Entgeltgruppe und Erfahrungsstufe.

Die Berechnung erfolgt aus der Kombination von:

  • Entgeltgruppe (z. B. AssistenzärztIn, FachärztIn, OberärztIn, LeitendeR OberärztIn)
  • Stufe, die sich nach der Dauer der Berufserfahrung richtet

ChefärztInnen werden in der Regel außertariflich vergütet.

Wichtig ist: Innerhalb der Tarifverträge wird nicht nach Fachrichtung unterschieden. So bekommt ein Assistenzarzt für Anästhesie gleich viel Geld wie eine Assistenzärztin für Gynäkologie, eine Fachärztin für Kinderheilkunde erhält genauso viel Geld wie ein Facharzt für Psychiatrie. Das Gehalt in der Weiterbildung Allgemeinmedizin ergibt sich somit aus der Zugehörigkeit zur Entgeltgruppe „AssistenzärztIn“ sowie dem jeweiligen Weiterbildungsjahr bzw. der Erfahrungsstufe.

Im ambulanten Bereich – etwa als niedergelassene Hausärztin oder niedergelassener Hausarzt – gelten hingegen keine Tarifverträge. Dort hängt das Einkommen vom Praxisumsatz, der Kostenstruktur und der individuellen Organisation ab.

Gehalt nach Position

Gehalt als Assistenzarzt / Assistenzärztin Allgemeinmedizin

AssistenzärztInnen im Krankenhaus werden nach TV-Ärzte VKA oder TV-Ärzte TdL vergütet.

  • TV-Ärzte VKA (ab 01.06.2026): 5.722 € bis 7.355 € brutto pro Monat
  • TV-Ärzte TdL (ab 01.01.2026): 5.626 € bis 7.222 € brutto pro Monat

Das entspricht einem Jahresbruttogehalt von rund 67.000 € bis 88.000 € ohne Zuschläge.

Gehalt als Facharzt / Fachärztin Allgemeinmedizin

FachärztInnen werden in Entgeltgruppe Ä2 eingruppiert.

  • TV-Ärzte VKA (ab 01.06.2026): 7.552 € bis 9.698 € monatlich
  • TV-Ärzte TdL (ab 01.01.2026): 7.426 € bis 9.302 € monatlich

Das Jahresbruttogehalt liegt tariflich zwischen rund 90.000 € und 116.000 € ohne Zuschläge.

Quelle: Marburger Bund, Entgelttabellen TV-Ärzte VKA und TdL 2026.

Verdienst als Hausarzt

Neben der Anstellung in einem Krankenhaus gibt es für Allgemeinmediziner auch die Möglichlichkeit, sich in einer Hausarztpraxis oder Gemeinschaftspraxis niederzulassen. Diese Varianten gibt es:

  • Einzelpraxis – sein eigener Chef sein
  • Praxisgemeinschaft – Praxisräume, Geräte und Fachpersonal gemeinsam nutzen, aber den eigenen Patientenstamm bedienen
  • Gemeinschaftspraxis – man teilt sich Praxisräume und Geräte und behandelt einen gemeinsamen Patientenstamm
  • Anstellung als Arzt – Angestellt in einer Praxis oder einem Medizinischen Versorgungszentrum (MVZ)
  • Teilzulassung – erlaubt die Mischung halb Klinik, halb niedergelassen
  • Jobsharing-Praxis – Kooperation mit einem bereist niedergelassenen Arzt, man verteilt die Arbeitszeit auf beide Partner

Wenn der Allgemeinmediziner eine eigene Hausarztpraxis betreibt, wird er zum Unternehmer. Er ist Arbeitgeber für sein Praxisteam und muss alle Arbeitsabläufe selbst organisieren. Voraussetzung dafür, ist die Zulassung als Vertragsarzt durch die Kassenärztliche Vereinigung. Nur dann darf er gesetzlich versicherte Patienten behandeln und seine Leistungen mit der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) abrechnen. Was der Hausarzt am Ende verdient, hängt von Faktoren wie Größe des Patientenstammes, Praxiskosten und Betriebsausgaben ab. Geschätzt beträgt das Nettoeinkommen von niedergelassenen Ärzten etwa 23,5 Prozent des Honorarumsatzes.

Laut Kostenstrukturstatistik des Statistischen Bundesamtes (neueste veröffentlichte Datenbasis 2021/2022, Veröffentlichung 2023) liegt der durchschnittliche Reinertrag je PraxisinhaberIn in der Allgemeinmedizin bei rund 227.000 € pro Jahr.

Quelle: Destatis, Kostenstruktur bei Arztpraxen 2023.

Der Reinertrag ist kein Nettogehalt. Abgezogen werden müssen:

  • Einkommensteuer
  • Krankenversicherung
  • Altersvorsorge
  • Investitionsrücklagen

Die tatsächliche Einkommenshöhe hängt von Praxisgröße, Standort und Privatanteil ab.

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