Berufsbild Allgemeinmedizin (2026)

Tätigkeitsfeld eines Allgemeinmediziners

AllgemeinmedizinerInnen sind erste Anlaufstelle für PatientInnen mit akuten und chronischen Beschwerden. Sie übernehmen Diagnostik, Therapie, Prävention und Koordination weiterer Behandlungen. In Deutschland arbeiten 2024 rund 55.400 FachärztInnen für Allgemeinmedizin, davon über 45.800 ambulant.

Facharzt Allgemeinmedizin: Universaltalente

Breit aufgestellt muss ein Allgemeinmediziner sein und über ein komplexes Wissen verfügen, wenn er in dieser Fachrichtung erfolgreich arbeiten will. Das steht im starken Kontrast zum gesellschaftlichen Bild eines Allgemeinmediziners, nach dem die Hauptaufgaben das Behandeln von Erkältungen und das Überweisen an Spezialisten sind. Die täglichen Herausforderungen sind aber groß. Der Facharzt Allgemeinmedizin betreut Patientinnen und Patienten aller Altersklassen - vom Kind bis zum Rentner - häufig sogar über einen langen Zeitraum hinweg. Als erster Ansprechpartner bei Beschwerden aller Art ist ein fundiertes Wissen in allen medizinischen Bereichen nötig, um in jeder Situation die richtige Unterstützung und Behandlung zu gewährleisten. Gleichzeitig braucht ein Hausarzt ein hohes Maß an Empathie, um das enge Vertrauensverhältnis aufzubauen, das eine Langzeitversorgung benötigt.

Die Allgemeinmedizin ist ein patientenzentriertes, breit angelegtes Fachgebiet. HausärztInnen versorgen Menschen aller Altersgruppen und behandeln:

  • akute Infekte und Alltagsbeschwerden
  • chronische Erkrankungen wie Diabetes oder Hypertonie
  • psychosomatische Beschwerden
  • Multimorbidität im Alter
  • Präventions- und Vorsorgeleistungen

Sie koordinieren Überweisungen zu FachärztInnen und begleiten langfristige Therapieverläufe.

Wie viele AllgemeinmedizinerInnen gibt es?

Laut Ärztestatistik der Bundesärztekammer (Stand 31.12.2024):

  • 55.401 FachärztInnen für Allgemeinmedizin insgesamt
  • 52.112 berufstätig
  • 45.876 ambulant tätig
  • 3.803 stationär tätig

Die Allgemeinmedizin stellt damit eine der größten Facharztgruppen in Deutschland dar.

Quelle: Bundesärztekammer, Ärztestatistik 2024.

Nach Angaben des Zentralinstituts für die kassenärztliche Versorgung (Zi) werden rund 70 Prozent aller medizinischen Erstkontakte in Deutschland im hausärztlichen Bereich abgewickelt. Die hausärztliche Versorgung ist damit tragende Säule des deutschen Gesundheitssystems.

Allgemeinmedizin von Kopf bis Fuß

An jedem Arbeitstag warten in den Behandlungsräumen Menschen mit Beschwerden unterschiedlichster Art. Ihnen gemeinsam ist das Bedürfnis, dass ihre Beschwerden ernst genommen und behandelt werden, damit sie schnellstmöglich wieder gesund werden.

Dadurch sind Fachärzte der Allgemeinmedizin für die erste Diagnose- und Indikationsstellung verantwortlich. Der Hausarzt führt eine ausführliche Anamnese durch, untersucht den Patienten körperlich, misst Blutdruck und Puls oder nutzt diagnostische Verfahren wie Langzeit-EKGs, Ultraschalluntersuchungen des Abdomens und der Schilddrüse oder führt Blutuntersuchungen durch. Auch die Aufklärung und Beratung der Patienten zur Risikominimierung sowie die Früherkennung von Krankheiten gehören in den Aufgabenbereich eines Facharztes für Allgemeinmedizin.

Die besondere Herausforderung der Generalisten besteht in der guten Kenntnis vieler Fachbereiche. Dazu gehören:

  • Hals-, Nasen- und Ohrenheilkunde
  • Augenheilkunde
  • Gastroenterologie
  • Kardiologie
  • Neurologie
  • Allergologie
  • Gerontologie
  • Psychologie
  • Psychosomatik

Arbeitsoptionen, so vielfältig wie das Aufgabengebiet

Wer seinen Allgemeinmedizin-Facharzt erworben hat, kann zwischen mehreren Möglichkeiten wählen. Am häufigsten wird vermutlich die Arbeit in einer Hausarztpraxis mit diesem Ressort assoziiert. Der Bedarf ist groß und die Optionen sind breitgefächert: Selbständigkeit ist genauso möglich wie eine Anstellung, Arbeit gibt es sowohl in der Stadt als auch in ländlichen Regionen. Neben der Gründung einer neuen Praxis bietet sich häufig die Übernahme einer Praxis von einem etablierten Hausarzt an, dessen Patientenstamm und Praxisräume übernommen werden. Die Anstellung in einer Klinik bietet dagegen mehr Karrierechancen, beispielsweise den Schritt hin zu einer Oberarztstelle oder Chefarztstelle. Deutlich weniger Patientenkontakt hat, wer sich für den Weg in ein Industrie- oder Pharmaunternehmen entscheidet. Hier liegen die Aufgaben eher in der Betreuung und Beobachtung von Risikogruppen und im Bereitstellen von Informationen.

Typische Arbeitsorte

  • Hausarztpraxis (Einzelpraxis, Gemeinschaftspraxis, MVZ)
  • Medizinisches Versorgungszentrum
  • ambulante Versorgungszentren
  • stationäre internistische Abteilungen
  • Rehabilitations- und Pflegeeinrichtungen

Der Schwerpunkt liegt klar im ambulanten Bereich.

Alle, die sich diesem spannenden Fachbereich widmen wollen, finden hier unsere Informationen zur Ausbildung zum Facharzt für Allgemeinmedizin. Informationen zum Gehalt eines Allgemeinmediziners stellen wir ebenfalls bereit.

Bildquelle: iStock.com/Ridofranz