Berufsbild und Tätigkeitsfeld Seniorenpflege

Altenpflegerinnen und Altenpfleger helfen älteren Menschen, so lange wie möglich selbstbestimmt und würdig zu leben. Die steigende Lebenserwartung der Menschen der Gesellschaft führt dazu, dass die Pflegefachkräfte immer wichtiger werden. Aber was macht man als Altenpfleger eigentlich genau?

Das macht man als Altenpflegerin bzw. Altenpfleger

Die Ausbildung zur Altenpflegerin oder zum Altenpfleger befähigt zur umfassenden Versorgung alter Menschen. Folgende Aufgaben muss eine Fachkraft in der Seniorenpflege wahrnehmen können:

  •  Pflegebedarf von alten Menschen erkennen
  •  Pflege- und Betreuungsprozesse planen und organisieren sowie Pflegediagnostik durchführen
  •  Pflege bei alten Menschen mit gesundheitlichen Problemlagen
  •  Gesundheitsförderung und Prävention
  •  Pflege in hoch belasteten und kritischen Lebenssituationen

Altenpflegerinnen und Altenpfleger müssen nicht nur körperlich und geistig robust sein, sondern auch ausgeprägte soziale Kompetenzen besitzen.

Arbeitsmittel und Techniken für Altenpfleger

Die Arbeit in der Altenpflege ist körperlich ansstrengend und kann die eigene Gesundheit gefährden. Dem soll mit geeigneten Sachmitteln und betrieblicher Gesundheitsförderung entgegengewirkt werden.

Typische Arbeitsmittel sind daher Bettleitern, Drehscheiben und Antirutschmatten sowie technische Hilfsmittel zum Bewegen von Pflegebedürftigen wie elektrische Rollstühle und Betten. Außerdem haben sich Methoden wie das Bobath-Konzept entwickelt, um Problemen bei der Befundung und Behandlung von Menschen mit neurologischen Erkrankungen zu begegnen.

Gesundheitsförderung in der stationären Altenpflege

Im Jahr 2015 wurde das sogenannte Präventionsgesetz (PrävG) geschaffen. Die Pflegekassen sind verpflichtet, Gesundheitsförderungsmaßnahmen in voll- und teilstationären Pflegeeinrichtungen zu erbringen. Diese sollen gleichermaßen Pflegebedürftige wie Pflegekräfte erreichen, damit Heime und Krankenhäuser zu einer gesunden Arbeitsumgebung werden. Dabei können BewohnerInnen und Beschäftigte Präventionskurse wie eine Rückenschule besuchen.

Die Gesundheitsförderung soll aber auch Bereiche des Stressmanagements umfassen. Die Berufsgenossenschaft für Gesundheitsdienst und Wohlfahrtspflege hat zur Prävention in der Pflege ein ganzheitliches Konzept entwickelt, das neben einer Verbesserung der Arbeitsorganisation (z. B. Dienstplangestaltung, Arbeits- und Pausenzeiten) auch technische und bauliche Maßnahmen umfasst. In der Branche tut sich also mittlerweile einiges, um die Situation für die Beschäftigten zu verbessern.

Zukunft der Altenpflege

Altenpflegerinnen und Altenpfleger stellen die größte Berufsgruppe im Pflegesektor. So waren 2015 etwa 135.000 Menschen im stationären Bereich berufstätig. Das deutsche Krankenhausinstitut prognostiziert, dass die Zahl der Pflegebedürftigen bis 2030 um 37,3 Prozent steigen wird. Das bedeutet, dass man als Altenpflegefachkraft in der Regel einen sicheren Job inne hat.

Allerdings ist es schwierig, ausreichend Nachwuchs für den Bereich der Altenpflege zu begeistern und es ist unklar, ob der steigende Bedarf an Altenpflegekräften auch gedeckt werden kann. Technische und digitale Lösungen können nach Ansicht von Experten nur einen Beitrag leisten, um die Optimierung von Arbeitszeit- und Organisationsmodellen voranzutreiben.

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