Wie wird man Kinderpsychiater

Facharzt für Kinder- und Jugendpsychiatrie und -psychotherapie

Damit aus einem Mediziner ein Facharzt für Kinder- und Jugendpsychiatrie und -psychotherapie wird, muss eine anspruchsvolle Weiterbildung durchlaufen werden. Mehr zum Werdegang kann wie folgend nachgelesen werden.

Weiterbildung zum Facharzt für Kinder- und Jugendpsychiatrie und -psychotherapie

Nur approbierte Ärzte können die Weiterbildung zum Facharzt für Kinder- und Jugendpsychiatrie und -psychotherapie beginnen. Sie schließt sich also dem sechsjährigen Medizinstudium an und dauert selbst mindestens fünf Jahre (60 Monate). Hiervon kann bis zu ein Jahr (12 Monate) zum Kompetenzerwerb in einem anderen Gebiet erfolgen.

Bis 2017 gab es noch die Möglichkeit, einen Titel als Facharzt für Kinder- und Jugendpsychiatrie zu erwerben. Dieser wurde aber seit 2018 nicht mehr verlieren, denn der Zusatz „Psychotherapie“ stellt eine wichtige Ergänzung zum psychiatrischen Arbeitsbereich der Fachärzte dar. Für Kinder- und Jugendpsychiater gibt es darüber hinaus umfangreiche Fortbildungsmöglichkeiten, die die verschiedensten Spezialisierungen zulassen. Mehr dazu hier in der Ärztestatisik 2018 der Bundesärztekammer.

Weiterbildungsinhalte des Facharztes für Kinder- und Jugendpsychiatrie und -psychotherapie

Die Kinder- und Jugendpsychiatrie bzw. -psychotherapie beschäftigt sich mit der Erkennung, Behandlung, Prävention und Rehabilitation psychischer, psychosomatischer und entwicklungsbedingter Erkrankungen bzw. Störungen im Säuglings-, Kindes- und Jugendalter und bei Heranwachsenden bis 21 Jahre. Außerdem gehören psychische und soziale Verhaltensauffälligkeiten unter Beachtung der Einbindung ins familiäre und soziale Umfeld zu den Aufgaben. Zu den wichtigsten Weiterbildungsinhalten gehören:

  • Übergreifende Inhalte zu Gesetzen und Verordnungen
  • Sozial-, Unterbringungs-, Straf- und Familienrecht
  • Krankheitslehre und Diagnostik von entwicklungsbedingten psychischen Störungen und Erkrankungen
  • Behandlung von psychischen und psychosomatischen Störungen im Kindes- und Jugendalter
  • Notfall- und suchtmedizinische Versorgung
  • Früherkennung, Krankheitsverhütung, Rückfallverhütung und Verhütung unerwünschter Therapieeffekte
  • Selbsterfahrung

Weil auch die Gewaltprävention und das Strafrecht zur Ausbildung eines Facharztes in der Kinder- und Jugendpsychiatrie gehören, kann die Arbeit für den Arzt selbst auch sehr belastend sein. Deswegen ist auch die sogenannte Supervision, also der Austausch mit erfahrenen Kolleginnen und Kollegen, ein unverzichtbarer Bestandteil der ärztlichen Ausbildung und Arbeit in diesem Bereich. Eine Fachärztin bzw. ein Facharzt für Kinder- und Jugendpsychiatrie und -psychotherapie leistet somit einen unersetzlich wichtigen Job für die Gesundheit und das Wohlergehen von Kindern und Jugendlichen.