Der Zeitarbeits-Podcast: Einsatzbereit #8
Das 3x3 des TeambuildingsShownotes
Wusstet ihr, dass das Wort "Team" ursprünglich aus dem Altenglischen kommt und schlicht eine "Gruppe von Zugtieren" bedeutete? Erst im 16. Jahrhundert wurde der Begriff im militärischen Kontext auf Menschen übertragen. Dieser kleine Side-Fact von Frieda passt gut zum Thema der achten Folge: Wie gelingt es, sich immer wieder neu in ein Team einzufinden – manchmal im Wochentakt?
Der Auslöser: Eine Sprachnachricht mit zwei Themen
Ausgangspunkt ist eine Sprachnachricht von Hörerin Katrin, die eigentlich schon in Folge 6 zum Thema Unterkünfte lief und dabei nebenbei ein zweites Thema ansprach. Ihr Vergleich bringt es auf den Punkt: "Dieses Team hier hat uns wirklich so toll aufgenommen, als würde man dazugehören. Ich war gleich am dritten Abend mit zu einem Essen eingeladen." Der Kontrast dazu, aus einem früheren Job: "Da wurde ich wie Luft behandelt, da wurde mir meine Arbeit zugewiesen und das war's." Katrins Fazit: Sie ist deswegen wieder gegangen.
Was beim Teameinstieg im Kopf passiert
Zwei Kolleginnen aus dem People-Culture-Team – eine Diplom-Psychologin und ausgebildete Feelgood-Managerin sowie ein Coach aus der Personalentwicklung – bringen fundiertes Wissen mit. Erklärt werden drei psychologische Phasen: Zuerst scannt das Gehirn unbewusst Hierarchien und Stimmung im Raum ("Gefühlsscan-Modus"), dann folgt die Selbstpräsentation im Spannungsfeld zwischen Authentizität und dem Wunsch nach Akzeptanz, und am Ende steht der Aufbau von psychologischer Sicherheit.
Der 3x3-Check-in für die erste Stunde
Der vielleicht praktischste Tipp der Folge: der 3x3-Check-in, am besten in der ersten Stunde eines neuen Einsatzes. 3 Fragen stellen – zum Beispiel "Gibt es etwas, das ich über diese Station unbedingt wissen sollte?" oder "Worauf legt ihr bei der Zusammenarbeit besonders Wert?" Dazu 3 Namen der wichtigsten Ansprechpersonen merken und 3 Orte kennenlernen: Notfallklingel, Medikamente, Dienstzimmer. Auch die Selbstvorstellung bekommt ein Upgrade. Statt des klassischen "Hallo, ich bin der neue Arzt" empfiehlt die Folge so etwas wie: "Hallo, ich bin Frieda, heute und morgen zur Unterstützung hier. Ich bin seit 7 Jahren in der Inneren tätig, spring viel ein, kenne also den Trubel. Sagt mir doch gern, wenn was nicht passt." Kurz, selbstbewusst, empathisch – und signalisiert Teamfähigkeit und Offenheit für Feedback.
Zwei Denkmodelle für mehr Gelassenheit
Der Coach aus der Personalentwicklung bringt zwei Modelle mit ins Studio. Der Circle of Influence unterscheidet zwischen Dingen ohne eigenen Einfluss (z. B. die Organisationsstruktur einer Klinik), Dingen mit Einfluss (z. B. gute Kontakte zum Team) und Dingen, die man komplett selbst kontrolliert – die eigene Haltung. Das Haltungsdreieck aus der Transaktionsanalyse unterscheidet drei "Ich-Zustände": die angepasste oder trotzige Kind-Ich-Haltung, die strafende oder überfürsorgliche Eltern-Ich-Haltung und die souveräne Erwachsenen-Ich-Haltung – das erklärte Ziel, gerade wenn Unsicherheit oder Stress einen sonst leicht in die beiden anderen Muster abrutschen lassen.
Mini Mad Note: Feedback ist mehr als Lob oder Kritik
Zum Abschluss gibt es fünf praktische Tipps zum aktiven Feedback-Einholen im Team: konkret nachfragen statt allgemein ("Gab es etwas, das ich beim Übergabegespräch noch besser hätte erklären können?"), ruhige Momente zwischen KollegInnen nutzen, verschiedene Perspektiven einholen, Feedback zur Routine machen (Was lief gut? Was könnte ich besser machen? Was nehme ich mit?) und auch unbequeme Rückmeldungen offen annehmen. Der Merksatz der Folge: "Feedback früh holen heißt, sich früh orientieren, damit ich schnell sicherer werden kann."
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