Berufsbild: Facharzt/Fachärztin für Innere Medizin und Infektiologie
Fachärztinnen und Fachärzte für Innere Medizin und Infektiologie sind Spezialistinnen und Spezialisten für Infektionskrankheiten, von der Krankenhausinfektion bis zur importierten Tropenkrankheit. Ihr Berufsalltag ist geprägt von diagnostischem Spürsinn, enger interdisziplinärer Zusammenarbeit und wachsender gesellschaftlicher Relevanz.
Diagnostischer Spürsinn und interdisziplinäre Arbeit
Der Berufsalltag von Infektiologinnen und Infektiologen erinnert durchaus an medizinische Detektivarbeit: Fieber unklarer Ursache, Infektionen, die auf Standardtherapien nicht ansprechen, oder komplizierte Verläufe bei immungeschwächten PatientInnen. Hier kommt dann die Infektiologie ins Spiel. Dabei geht es nicht nur um die Behandlung am Krankenbett, sondern auch um die Beratung anderer Fachabteilungen im Rahmen des infektiologischen Konsildienstes: Onkologie, Transplantationsmedizin, Intensivstation und Chirurgie fragen regelmäßig infektiologische Expertise an, etwa bei schwer therapierbaren Wundinfektionen oder bei der Auswahl der richtigen Antibiotikatherapie. Da die Weiterbildung auf der Inneren Medizin aufbaut, verfügen FachärztInnen für Infektiologie über ein breites internistisches Fundament. Das erlaubt ihnen, Krankheitsbilder ganzheitlich einzuordnen, statt nur isoliert den Erreger zu behandeln.
Zum Patientenspektrum zählen unter anderem:
- Menschen mit HIV-Infektion und deren Langzeitbetreuung
- PatientInnen mit multiresistenten Erregern und Krankenhausinfektionen
- Reiserückkehrer mit importierten Infektionskrankheiten (z. B. Malaria, Dengue-Fieber)
- Immungeschwächte PatientInnen, etwa nach Organtransplantation oder unter Chemotherapie
- PatientInnen mit unklarem Fieber oder chronischen Infektionsverläufen
Antibiotic Stewardship: Verantwortung für die Zukunft der Medizin
Eine der zentralen Aufgaben moderner Infektiologie ist das sogenannte Antibiotic Stewardship: die gezielte Steuerung des Antibiotikaeinsatzes im Krankenhaus, um unnötige Verordnungen zu vermeiden und der Ausbreitung multiresistenter Erreger entgegenzuwirken. InfektiologInnen beraten dazu andere Abteilungen, entwickeln hausinterne Behandlungsstandards und arbeiten eng mit der Krankenhaushygiene zusammen.
Dieser Verantwortungsbereich hat in den letzten Jahren spürbar an Bedeutung gewonnen, nicht zuletzt, weil zunehmende Antibiotikaresistenzen von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) als eine der größten globalen Gesundheitsgefahren eingestuft werden. Damit trägt die Infektiologie eine Verantwortung, die weit über die einzelne Patientin bzw. den einzelnen Patienten hinausreicht.
Alternative Berufsfelder für Infektiologen
Neben der klassischen klinischen Tätigkeit in Krankenhäusern und Universitätskliniken gibt es für FachärztInnen der Infektiologie weitere interessante Aufgabengebiete:
- Öffentliches Gesundheitswesen, etwa in Gesundheitsämtern oder bei der Pandemievorsorge
- Krankenhaushygiene als eigenes Verantwortungsfeld
- Forschung und Lehre an Universitäten, insbesondere zu neuen Erregern, Resistenzentwicklung und Impfstoffen
- Internationale Gesundheitsorganisationen und Einsätze im Bereich globaler Gesundheit, etwa bei der Bekämpfung von Epidemien

Weiterbildung Facharzt für Innere Medizin und Infektiologie
So wird man Facharzt für Innere Medizin und Infektiologie

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Stand: August 2026