Wie wird man ein Facharzt für Dermatologie?

Weiterbildung zum Facharzt für Haut- und Geschlechtskrankheiten

Die Weiterbildung zur Fachärztin, zum Facharzt für Haut- und Geschlechtskrankheiten erfolgt nach Abschluss des Medizinstudiums. Sie muss an einer befugten Weiterbildungsstätte absolviert werden. Die Gesamtdauer der Weiterbildung beträgt 60 Monate, von denen bis zu zwölf Monate zum Kompetenzerwerb in anderen Fachgebieten abgelegt werden können. Wie genau die Ausbildung abläuft, wird hier erläutert.

Fünfjährige Ausbildung zum Facharzt

Didaktisch sind die Ausbildungsinhalte in den Erwerb von Kenntnissen (kognitive und Methodenkompetenz) sowie von Erfahrungen und Fertigkeiten (Handlungskompetenz) gegliedert. Zukünftige Dermatologinnen und Dermatologen sollen unter anderem folgende fachspezifische Themenbereiche praktisch und theoretisch beherrschen:

  • Dermatologische und venerologische Notfälle und ihre Behandlung, Sofortdiagnostik, mikroskopische und On-Site-Testverfahren
  • Infektionen und infektionsassoziierte Krankheiten der Haut und der Schleimhäute
  • Infektionsprophylaxe
  • diagnostische Verfahren wie direkte und indirekte Immunfluoreszenz, mykologische Diagnostik, Tuberkulinhauttest, Probenentnahme und Präparation von Erregern
  • Entzündungen, Autoimmun- und autoinflammatorische Erkrankungen der Haut
  • Gefäßerkrankungen, entzündliche- und nichtentzündliche Vaskulopathien, Lymphgefäßerkrankungen
  • Systemische Erkrankungen und ihre Manifestationen an Haut und Unterhaut, Anhangsgebilden und Schleimhäuten
  • Dermato-Pharmakologie: Haut-Wirkstoff-Beziehungen, Bioverfügbarkeit, Salben, Cremes, Lotionen, Rezepturen
  • Grundlagen der Allergologie, Erkrankungen durch Umwelteinflüsse, Mineralstoff- und Vitaminmangelerscheinungen
  • Hautadnexerkrankungen: entzündliche und nichtentzündliche Erkrankungen der Talgdrüsen, Haare, Haare, Nägel und Drüsen
  • Tumorgenese und Grundlagen der Tumortherapie: benigne und maligne Neoplasien der Haut und ihrer Anhangsgebilde, operative Behandlung von Tumoren der Haut, konservative Therapie von Lymphomen, Prävention, Früherkennung, Nachsorge und Rehabilitation, Exzisionen, kryotherapeutische Verfahren, Anästhesieverfahren, palliativmedizinische Verfahren
  • fachgebundene genetische Beratung
  • dermatologische Endokrinologie

 

Fachspezifisches Verfahren der Weiterbildung

Die Weiterbildung vermittelt außerdem fachspezifische diagnostische Verfahren wie:

  • Dermatoskopie, transkutane Bildgebung
  • Chromametrie
  • Photobiologische Testungen
  • Physikalische Testmethoden
  • Immunhistochemie, Molekularpathologie und histopathologische Färbetechniken
  • Sonographie der Haut, der Unterhaut und der hautnahen Lymphknoten
  • Biopsietechniken
  • tangenziale Exzisionen
  • funktionelle Untersuchungen wie pH-Metrie, Sebumetrie, Cyanoacrylattechnik

Schließlich werden im Rahmen der Ausbildung auch übergreifende Inhalte wie wichtige Gesetze, Richtlinien und Verordnungen, Prävalenz von Haut- und Geschlechtserkrankungen und die Erstellung wissenschaftlich begründeter Gutachten vermittelt.

Alle Details der Weiterbildung zum Facharzt für Haut- und Geschlechtskrankheiten finden sich in der (Muster) Weiterbildungsverordnung 2018 der Bundesärztekammer

Nach Absolvierung aller Weiterbildungsinhalte ist noch eine Facharztprüfung bei der zuständigen Landesärztekammer abzulegen. Erst danach ist man zu einer selbstständigen Berufsausübung als Dermatologe berechtigt.

 

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