So wird man Heilerziehungs­pflegehelfer

Die ein bis drei Jahre dauernde Ausbildung zum staatlich anerkannten Heilerziehungspflegehelfer unterscheidet sich je nach Bundesland in den Zugangsvoraussetzungen als auch bei Ausbildungsstruktur und -inhalten. Die nachfolgenden Ausführungen sind deshalb lediglich als durchschnittlicher Querschnitt zu den jeweiligen Punkten zu betrachten.

Heilerziehungspflegehelfer – Zugangsvoraussetzungen für die Ausbildung

Für den Beginn der Ausbildung zur Heilerziehungspflegehelferin bzw. zum Heilerziehungspflegehelfer reicht oft bereits ein Hauptschulabschluss. Hat man jedoch die Mittlere Reife in der Tasche, ist man auf der sicheren Seite hinsichtlich der schulischen Qualifikation. Um dem chronischen Fachkräftemangel im Bereich Gesundheit, Pflege und Sozialwesen entgegenzuwirken, bestehen neben der Schulbildung oft sehr flexibel gehaltene weitere Zugangsvoraussetzungen wie z. B.:

  • Teilnahme am Bundesfreiwilligendienst (BFD) oder Freiwilliges Soziales Jahr (FSJ) und mindestens einjährige Berufstätigkeit mit sozialem Hintergrund
  • Abgeschlossene Berufsausbildung
  • Mindestens ein Jahr Berufserfahrung in einer sozialen Einrichtung

Neben der klassischen schulischen Ausbildung zum Heilerziehungspflegehelfer bieten immer mehr Ausbildungsträger auch eine berufsintegrierte Ausbildung zum Hep-Helfer an. Der Auszubildende absolviert also einen Teil seiner Ausbildung in Form von praktischer Mitarbeit in einem Ausbildungsbetrieb. Im Gegensatz zur schulischen Ausbildungsvariante erhält der Auszubildende dafür in der Regel eine Ausbildungsvergütung, die beispielsweisebei kirchlichen Trägern rund 1.500 Euro monatlich betragen kann.

Für den schulischen Teil der Ausbildung zum Heilerziehungspflegehelfer fallen oft Kosten für das Schul- und Arbeitsmaterial, für Schulgeld und Anmelde- und Prüfungsgebühren an. Unter bestimmten Voraussetzungen können Auszubildende beim Amt für Ausbildungsförderung staatliche Förderdarlehen (z. B. BAföG) als Unterstützung zur Finanzierung des Lebensunterhalts beantragen.

Ausbildung zum Heilerziehungspflegehelfer – Struktur und Inhalt

Die Ausbildung zum Heilerziehungspflegehelfer beinhaltet einerseits Unterricht in allgemeinbildenden Fächern wie Deutsch, Wirtschaft und Sozialkunde. Der Schwerpunkt des Lehrplans liegt aber auf fachspezifischen Inhalten wie zum Beispiel:

  • Arten der geistigen und körperlichen Behinderungen sowie Varianten von psychischen Erkrankungen
  • Medizinische Grundlagen mit speziellem Bezug zu Behinderungen
  • Planung, Entwicklung, Dokumentation und Auswertung von heilerziehungspflegerischen Maßnahmen
  • Motivations- und Anleitungsmethoden zu Spiel, Bewegungsübungen und Gedächtnistraining
  • Kommunikation mit Klienten und deren Angehörigen und Bezugspersonen
  • Nutzung sozial- und heilpädagogischer Medien bei der beruflichen Arbeit
  • Umgang mit Konfliktsituationen
  • Verwaltungsorganisatorische und administrative Aufgaben

Neben dem fachtheoretischen und praktischen Unterricht an Berufsfachschulen beinhaltet die Ausbildung zum Heilerziehungspflegehelfer in der Regel auch einen praxisorientierten Ausbildungsteil in Form von Praktika oder regelmäßiger beruflicher Mitarbeit in einem Ausbildungsbetrieb.

Durch das Belegen von Zusatzkursen wird den Auszubildenden der Heilerziehungspflegehilfe im Zuge der Ausbildung oftmals der Erwerb eines höherwertigen Schulabschlusses ermöglicht.

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Stand: August 2021