Ausbildung Hebamme und Entbindungshelfer

Bald nur noch akademisch möglich

Die Ausbildung zur Hebamme und zum Entbindungspfleger befindet sich in Deutschland derzeit im Umbruch. Bislang besuchten die Auszubildenden eine Hebammenschule und hatten einen Ausbildungsvertrag mit der Klinik, die diese Einrichtung betreibt. Seit 2020 ist das anders: Die Ausbildung dieser Berufsgruppe muss künftig an einer Hochschule erfolgen. Die Details sind hier in der Übersicht zusammengestellt.

Übergangsregelung Hebammenausbildung bis 2027

Das am 1. Januar 2020 in Kraft getretene Hebammenreformgesetz hat zum Ziel, die Hebammenausbildung umfassend zu reformieren und zu modernisieren. Die Ausbildung erfolgt in Zukunft im Rahmen eines dualen Studiums. Durch die stärkere wissenschaftliche Auslegung der Ausbildung ist diese international besser vergleichbar. Dadurch können in Deutschland ausgebildete Hebammen und Entbindungspfleger ihrem Beruf künftig in allen EU-Mitgliedsstaaten nachgehen.

Wer bereits eine klassische Hebammenausbildung in Aussicht hat, braucht sich keine Sorgen zu machen. Laut einer Übergangsregelung dürfen Hebammenschulen noch bis zum 31. Dezember 2022 neue Kurse starten. Diese müssen bis 2027 abgeschlossen sein. Die Absolventinnen und Absolventen erhalten weiterhin ihre Berufsurkunde und dürfen als Hebamme beziehungsweise Entbindungspfleger in Deutschland arbeiten. Als Zugangsvoraussetzung genügt hierfür eine zehnjährige allgemeine Schulbildung.

Studium zur Hebamme: Voraussetzungen und Inhalte

Bislang umfasste die Hebammenausbildung mindestens 1.600 Theorie- und 3.000 Praxisstunden. Das Studium misst der Theorie einen größeren Stellenwert bei und erhöht den Theorieanteil auf wenigstens 2.200 Stunden. Der Praxisanteil fällt mit ebenfalls mindestens 2.200 Stunden deutlich geringer aus als bisher.

Die Studiendauer beträgt sechs bis acht Semester. Um teilnehmen zu können, müssen Interessenten folgende Zugangsvoraussetzungen erfüllen:

  • Abschluss einer wenigstens zwölfjährigen allgemeinen Schulausbildung oder eine erfolgreich absolvierte Berufsausbildung als Gesundheits- und Krankenpfleger, Gesundheits- und Kinderkrankenpfleger, Pflegefachfrau oder Pflegefachmann,
  • Gesundheitszeugnis,
  • aktuelles erweitertes Führungszeugnis,
  • sofern Deutsch nicht die Muttersprache ist: eine Bescheinigung über Deutschkenntnisse auf mindestens B2-Niveau.

Das Studium bereitet Hebammen und Entbindungspfleger darauf vor, Schwangeren, jungen Müttern und deren Familien auf dem Weg zur Geburt und im Wochenbett zu begleiten und zu unterstützen. Darüber hinaus stehen Gesundheitsökonomie, Berufsrecht, Qualitätsmanagement, Erwachsenenpädagogik und viele weitere Themen auf dem vielseitigen Stundenplan.

Bildquelle: iStock.com/SDI Productions