Whitepaper: Frauen in der medizinischen Zeitarbeit

Flexibel arbeiten als Frau in der Medizin: Wie lassen sich Beruf, Familie und persönliche Lebensphasen verbinden? Das neue doctari Whitepaper untersucht, welche Rolle flexible Arbeitsmodelle für ihre berufliche Teilhabe spielen. Whitepaper herunterladen

Frauen sichern die medizinische Versorgung

Frauen sind im Gesundheitswesen stark vertreten: Ende 2024 waren 50,1 Prozent der berufstätigen Ärztinnen und Ärzte weiblich; in den Pflegeberufen lag der Frauenanteil im Juni 2025 bei 81,0 Prozent. Im doctari-Fachkräftepool liegt er dagegen bei 27,9 Prozent unter den Ärztinnen und Ärzten sowie bei 60,5 Prozent unter den Pflegefachkräften. 

Das Whitepaper zeigt, wer sich für medizinische Zeitarbeit entscheidet und wie Arbeitszeit, Einsatzdauer und Einsatzort an die eigene Lebenssituation angepasst werden können. Denn die Vereinbarkeit von Familie und Beruf hängt nicht allein von Vollzeit oder Teilzeit ab – auch Planbarkeit und kurze Einsätze können entscheidend sein. 

88,8 Prozent

...der Ärztinnen im doctari-Pool arbeiten mit reduziertem Stundenvolumen. 

Erfahrene Fachkräfte mit zentralen Qualifikationen

Frauen in der medizinischen Zeitarbeit sind überwiegend erfahrene Fachkräfte: 72,4 Prozent der Ärztinnen im doctari-Pool sind mindestens 40 Jahre alt; bei den weiblichen Pflegefachkräften liegt der Anteil der über 40-Jährigen bei 59,0 Prozent. 80,3 Prozent der Ärztinnen sind Fachärztinnen. 

Innere Medizin, Zentrale Notaufnahme, Gynäkologie und Geburtshilfe, Anästhesiologie sowie Kinder- und Jugendmedizin machen zusammen 37,1 Prozent der weiblichen Ärzteprofile aus. Rund 31 Prozent der Ärztinnen und 16,5 Prozent der weiblichen Pflegefachkräfte verfügen über mindestens eine dokumentierte Zusatzqualifikation. 

Mir hat die Zeitarbeit die Möglichkeit gegeben, zu entscheiden, wann ich arbeite und wann ich nicht arbeite.

Tue Minh Tran, Assistenzärztin für Psychiatrie und Psychotherapie

Zentrale Erkenntnisse

  • Berufliche Kontinuität: Medizinische Zeitarbeit kann eine Option sein, wenn Fachkräfte nach einer Unterbrechung zurückkehren oder ihre Arbeitszeit an eine neue Lebensphase anpassen möchten.

  • Selbstbestimmung: Arbeitsumfang, Einsatzdauer und Einsatzort geben Fachkräften zusätzlichen Gestaltungsspielraum.

  • Vergütung: Der Gender Pay Gap bleibt relevant. Eine apoBank-/DocCheck-Umfrage ermittelte unter ambulant angestellten Ärztinnen und Ärzten einen durchschnittlichen Gender Pay Gap von 21 Prozent. Bei doctari wird die Vergütung nach Qualifikation, Erfahrung, regionaler Verfügbarkeit und zeitlicher Flexibilität vereinbart.

  • Versorgung: Frauen arbeiten in zentralen medizinischen und pflegerischen Bereichen. Flexible Arbeitsmodelle können dazu beitragen, ihre Qualifikation im Gesundheitswesen zu halten.

  • Einordnung: Medizinische Zeitarbeit ist kein Modell für alle und keine alleinige Antwort auf den Fachkräftemangel – aber eine konkrete Option für mehr Gestaltungsspielraum.

Infos zur Datenerhebung

Analysiert wurden eindeutige Profile von 4.089 Ärztinnen und 1.477 weiblichen Pflegefachkräften im doctari-Fachkräftepool. Alle Profile arbeiten seit 2022 mit doctari und hatten mindestens einen aktiven Einsatz. Zum Vergleich wurden 10.570 Ärzte und 966 männliche Pflegefachkräfte unter denselben Bedingungen betrachtet. Datenstichtag war der 28. April 2026.

Der doctari-Pool bildet die Geschlechterverteilung des gesamten Gesundheitswesens nicht ab. Die ergänzenden Erfahrungsberichte sind nicht repräsentativ, geben aber Einblicke in persönliche Motive und Erfahrungen mit flexiblen Arbeitsmodellen.