Whitepaper: Ärzte in Zeitarbeit 2026
Wenn ärztliche Kapazitäten flexibel dorthin gelangen, wo sie gebraucht werden, steigt auch die Versorgungssicherheit. Grund genug, einen genaueren Blick auf die Daten zu werfen. Jetzt Whitepaper herunterladenHintergrund
Das deutsche Gesundheitssystem steht unter Druck. Die Krankenhausreform verändert bestehende Strukturen, die Ambulantisierung verlangt eine Anpassung interner Behandlungsprozesse und der Fachkräftemangel ist für viele Kliniken längst ein dauerhafter Begleiter im Arbeitsalltag. Gleichzeitig zeigen Ereignisse wie die Grippewelle und die Warnstreiks im Frühjahr 2025, wie schnell Dienstpläne an ihre Grenzen stoßen und wie anfällig die gesundheitliche Versorgung in Belastungssituationen ist. Inmitten dieser Veränderungen wächst die Bedeutung flexibler ärztlicher Einsätze als strukturelle Antwort auf Lücken im System. Was das konkret bedeutet, wo Zeitarbeit besonders gebraucht wird, wer die Ärztinnen und Ärzte in der Zeitarbeit sind und wie sich der Markt aktuell entwickelt, wurde im Whitepaper "Ärzte in Zeitarbeit 2026" datenbasiert beleuchtet.

Welche Fachrichtungen sind besonders gefragt?
Die Nachfrage nach ärztlicher Zeitarbeit hat sich seit 2020 mehr als verdreifacht, mit einem pandemiebedingten Höchststand in 2023 und einer anschließenden Normalisierung auf 14.186 Anfragen im Jahr 2025. Zu den klassischen Engpassfächern gehören die Innere Medizin, Anästhesiologie und Neurologie. Besondere Anstiege der Anfragen lassen sich in den Fachbereichen Urologie (60 Prozent mehr Einsätze), Radiologie (+73 Prozent) und Kinder- und Jugendpsychiatrie und -psychotherapie (+57 Prozent) erkennen.
75 Prozent
...aller Einsätze finden im ländlichen Raum statt.

Wer macht Zeitarbeit und mit welchen Zusatzqualifikationen?
Typischerweise bringen doctari-Ärztinnen und -Ärzte circa 12 Jahre Berufserfahrung mit, das durchschnittliche Alter liegt bei rund 42 Jahren. Männer sind dabei deutlich stärker vertreten (13.593 vs. 6.790 Frauen). Viele bringen Zusatzqualifikationen mit, allen voran in den Bereichen der Notfallmedizin (3.528 Ärztinnen und Ärzte), Intensivmedizin (933) und Palliativmedizin (396).
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Medizinische Qualität entsteht dort, wo Teams regelmäßig komplexe Eingriffe durchführen, mit der notwendigen Erfahrung, der richtigen Ausstattung und ausreichendem Personal.
”Zentrale Erkenntnisse
Nachfrage mehr als verdreifacht
Von 3.956 auf 14.186 Anfragen seit 2020, bei 1.258 kooperierenden Kliniken. Auch wenn medizinische Zeitarbeit häufiger zur kurzfristigen Überbrückung von Personallücken genutzt wird, zeigt sich in den Fachbereichen mit einem größeren Fachkräftemangel, dass sie zum festen Baustein der Personalplanung wird.
In folgenden Fachbereichen lässt sich ein Anstieg feststellen:
- Urologie (60 Prozent mehr Einsätze),
- Radiologie (+73 Prozent) und
- Kinder- und Jugendpsychiatrie und -psychotherapie (+57 Prozent).
25 Prozent aller Einsätze sind krisenbedingt
In Spitzenlastphasen wie Grippewellen oder Streiks gelingt in 33 Prozent der Fälle noch am selben Tag eine Besetzung, auch in Spezialbereichen wie Anästhesiologie oder Kardiologie.
75 Prozent der Einsätze außerhalb der Städte
Dort, wo der Ärztemangel am stärksten spürbar ist, leistet Zeitarbeit den größten Beitrag zur Versorgungssicherheit. Dafür nehmen Ärztinnen und Ärzte im Schnitt 158 Kilometer zum Einsatzort in Kauf.
Innere Medizin und Anästhesiologie dominieren weiterhin die Nachfrage
Knapp 30 Prozent aller Anfragen entfallen auf die Innere Medizin.
doctari Ärztinnen und Ärzte bringen im Median 12 Jahre Berufserfahrung mit
Viele haben außerdem eine Zusatzqualifikation. Unangefochtener Spitzenreiter ist hier der Bereich der Notfallmedizin (3.528 Ärztinnen und Ärzte), gefolgt von der Intensivmedizin (933) und der Palliativmedizin (396).
Flexibilität schlägt Gehalt
56 Prozent wechseln wegen besserer Planbarkeit, 54 Prozent wegen fehlender Wertschätzung in der Festanstellung in die Zeitarbeit. Die Work-Life-Balance ist der entscheidende Faktor.
Infos zur Datenerhebung
Die Datenanalyse basiert auf dem doctari-Personalpool, in dem sich über 50.000 Ärztinnen und Ärzte sowie 32.000 Pflegefachkräfte befinden. Dafür wurden Datensets aus den Bereichen des Arbeitsmarktes (z. B. gearbeitete Tage), der Fachkräfte (z. B. zurückgelegte Distanzen) und der Vermittlungsphase (z. B. wie oft eine Ärztin oder ein Arzt erneut angefragt wird oder die durchschnittliche Einsatzdauer) analysiert.
Zeitarbeitnehmende Ärztinnen und Ärzte machen in Deutschland rund 1,5 Prozent aus. Da doctari in diesem Bereich Marktführer ist, sind die Daten damit statistisch relevant.