Unfallchirurg Wladimir Fichmann: Schockraumalarm, Notfallmedizin & Zeitarbeit – Das Leben retten mit Leidenschaft
Folge 9: „Wenn der Schockraumalarm kommt, dann können wir Leben retten und wirklich was im Leben eines Menschen verändern."
Was bewegt einen erfahrenen Unfallchirurgen, sich nach Jahren als Oberarzt für die Zeitarbeit bei doctari zu entscheiden? Wladimir Fichmann ist Facharzt für Orthopädie und Unfallchirurgie und verbindet zwei Leidenschaften: die Faszination für Mechanik/Technologie in der Traumatologie und die Freiheit, selbst zu bestimmen, wann und wo er arbeitet. In Folge 9 unseres Podcasts „Stationäre Aufnahme" erzählt er von haarsträubenden Sturzfällen, vom legendären Schockraumalarm, der ihm Glückshormone beschert, von Teamwork im OP und davon, wie künstliche Intelligenz seinen ärztlichen Alltag revolutioniert.
Dauer: ca. 35 Minuten | Redaktion: Martha Nisi und Julia Schwiedergoll | Jetzt hören auf: Spotify | Apple Podcasts | YouTube
Wer ist Wladimir Fichmann ?
Wladimir Fichmann ist Facharzt für Orthopädie und Unfallchirurgie mit einer klaren Berufung: Er repariert Menschen, die durch Unfälle, Notfälle und Traumata in medizinische Krisen geraten. Mit großer Faszination für die Kombination aus medizinischer Heilkunde und chirurgischer Technik hat er sich von Anfang an auf die Traumatologie spezialisiert und die Begeisterung dafür nie verloren.
Seine Karriere zeigt eine klassische Entwicklung: Nach der Facharztanerkennung stieg er zur Position des Oberarztes auf und sammelte in verschiedenen Kliniken und Einsatzbereichen umfangreiche Erfahrung in der Unfallchirurgie, Traumatologie und orthopädischen Chirurgie. Besondere Stationen seiner Entwicklung waren vielfältige Weiterbildungen, darunter auch spezialisierte Fertigkeiten in der Bildgebung und interventionellen Diagnostik.
Doch trotz Oberarzt-Position entschied sich Fichmann bewusst für die Zeitarbeit bei doctari: ein Schritt, der ihm die Flexibilität gibt, sein Leben selbst zu gestalten, während er weiterhin dort arbeitet, wo medizinisches Personal am dringendsten gebraucht wird. Als verheirateter Vater von einem Kind ist diese Kombination aus beruflicher Erfüllung und persönlicher Freiheit für ihn zentral.
Wenn man einem Patienten in einer potenziell tödlichen Situation so schnell helfen kann – das macht unglaublich Freude und motiviert jeden Tag aufs Neue.
”Wladimir im Interview: 3 Fragen und Antworten aus dem Podcast
Wladimir berichtet unter anderem von einer besonderen Tendenz der letzten Jahre: E-Scooter-Unfälle und Social-Media-Challenges bei Jugendlichen führen zu immer mehr Traumaverletzungen – von luxierten Daumen bis zu Kreuzbandrissen. Manche Leuten stürzen aber auch einfach besonders ungünstig.
„Da fällt mir eine Patientin ein, die aus ihrem Fernsehsessel aufgestanden ist, sich herumgedreht hat und plötzlich gestürzt war und sich dann einen Oberschenkelhalsbruch zugezogen hat. Ein Mofa-Fahrer ist ganz blöd an eine Bordsteinkante angeraten, dadurch stürzte und zog sich eine offene Unterschenkel-Sprungelenksfraktur zu. Da fragt man sich dann doch: Wie kann so was überhaupt passieren?"
Für Fichmann ist der Schockraum das Herz seiner Arbeit.
„Im Schockraum ist das eine ganz besondere Aufteilung als Teamleader und zusammen mit der Anästhesie, zusammen mit der OP-Pflege, zusammen mit der Radiologie arbeiten wir wie ein schönes Uhrwerk. Jedes Rädchen hat seine Funktion und gemeinsam ermöglicht das Zusammenspiel ein entsprechendes Ergebnis. Und das ist ein Privileg, wenn wir am Ende das Leben eines Patienten retten dürfen."
KI ist für Fichmann längst kein theoretisches Konzept mehr, sondern ein praktisches Werkzeug im Klinikalltag.
„Künstliche Intelligenz ist ein absolut faszinierendes Thema. Sie hilft mir sehr schnell, Dinge aufzufrischen, die ich vielleicht nicht vor Augen habe. Besonders in der Radiologie – wir arbeiten ja unheimlich viel mit Röntgen, CT und MRT – spielt die KI eine sehr große Rolle. Wir hatten eine Patientin mit Auffälligkeiten im Unterschenkel, und auch der Radiologe war sich noch nicht ganz sicher. Dann haben wir eine KI befragt, die MRT-Bilder zur Verfügung gestellt, mit Einverständnis der Patientin, und das hat uns enorm geholfen, eine bessere Diagnose zu stellen."

Besser als jede Krankenhausserie: unser Podcast
Im doctari Podcast „Stationäre Aufnahme“ geben ÄrztInnen und Pflegekräfte spannende, emotionale Einblicke in ihren Arbeitsalltag. Was treibt ihren Puls in die Höhe? Welche Situationen rauben ihnen den Schlaf? Was motiviert sie, in jeder Schicht alles für ihre PatientInnen zu geben? Und: Was wollten sie als Kind werden? Unsere Gäste erzählen von den schönsten – und manchmal schlimmsten – Momenten ihres Berufslebens.

Noch weitere Einblicke in den Krankenhausalltag...
... gefällig? Wir lassen regelmäßig unsere Fachkräfte selbst zu Wort kommen, damit andere von ihren Erfahrungen profitieren oder sich inspirieren lassen können. Unsere Sammlung beinhaltet beispielsweise Berichte von Fachärztinnen aus der Psychiatrie oder von Pflegefachkräften, die als ZeitarbeitnehmerIn auf der Intensivstation arbeiten.
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