Neonatologe & Kinderkardiologe Prof. Dr. Thomas Brune: Frühchen, Elternbegleitung, Zeitarbeit

Folge 11: „Neugeborene haben schon einen richtigen Charakter – manche wirken von Anfang an wie Kämpfer."

Was passiert, wenn aus einer glücklichen Schwangerschaft plötzlich ein kritischer Verlauf wird? Prof. Dr. Thomas Brune (67) ist Facharzt für Kinderheilkunde mit den Schwerpunkten Neonatologie und Kinderkardiologie und blickt auf vier Jahrzehnte Erfahrung in Forschung und Spitzenmedizin zurück. In Folge 11 unseres Podcasts „Stationäre Aufnahme" erzählt er von Frühchen unter 400 Gramm, die heute eingeschult werden, von schwierigen Elterngesprächen zwischen verschiedenen Kulturen und Religionen und warum er sich nach dem Ruhestand für die Zeitarbeit bei doctari entschieden hat.

Dauer: ca. 30 Minuten | Redaktion: Martha Nisi und Julia Schwiedergoll | Jetzt hören auf: Spotify | Apple Podcasts | YouTube

Wer ist Prof. Dr. Thomas Brune?

Prof. Dr. Thomas Brune ist Facharzt für Kinderheilkunde mit den Schwerpunkten Neonatologie und Kinderkardiologie und verfügt über rund 40 Jahre Berufserfahrung. Nach dem Medizinstudium in Münster startete er zunächst in der universitären Forschung und Transfusionsmedizin, später in der klinischen Chemie und Laboratoriumsmedizin. Über ein Forschungsprojekt rund um Neugeborene fand er seinen Weg in die Pädiatrie.

Seine Karriere führte ihn durch verschiedene Führungspositionen: Als Oberarzt für Neonatologie und Kinderkardiologie war er an einer Universitätsklinik tätig, bevor er über 12 Jahre lang als Leiter einer Klinik für Kinder- und Jugendmedizin arbeitete. 2023 ging er in den Ruhestand – doch ganz aufhören wollte er nicht.

Seit 2023 ist er über doctari im Einsatz, vor allem für Hintergrunddienste in der Neonatologie. Seine ruhige, reflektierte Art und sein spürbarer Respekt vor den Familien, die ihm begegnen, machen ihn auch im eigentlichen Ruhestand noch zu einem geschätzten Kollegen.

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Die 'unteren Chargen' in Krankenhäusern, das sind eigentlich Helden des Alltages, die so den ganzen Betrieb aufrechterhalten, die vor Ort die Arbeit machen.

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Oberarzt in der Kinder- und Jugendmedizin Prof. Dr. Thomas Brune

Thomas im Interview: 3 Fragen und Antworten aus dem Podcast

Prof. Dr. Brune beschreibt, warum die schönsten Momente oft aus den kritischsten Verläufen entstehen.

„Fälle in der Neonatologie – wenn sie schwierig sind, sind sie auch immer emotional sehr angespannt. Eine Schwangerschaft und Geburt ist ja normalerweise etwas Schönes, worauf sich alle freuen. Wenn dann plötzlich etwas schiefgeht – eine Frühgeburt oder bei der Geburt etwas nicht gut läuft – und das Kind plötzlich auf der Intensivstation liegt, ist das extrem psychisch belastend für die Eltern und natürlich auch für die Ärzte. Ein besonders schönes Erlebnis hatte ich vor Kurzem: Ein extrem früh geborenes Kind, deutlich unter 400 Gramm, wurde jetzt eingeschult. Da war ich eingeladen – und man konnte nichts mehr sehen. Das sind die Highlights."

Nach vier Jahrzehnten in der Medizin beschreibt Prof. Dr. Brune, was ihn bis heute antreibt, von der Faszination für Neugeborene bis zum Teamwork auf der Intensivstation.

„Gerade die Arbeit mit kleinen Kindern hat mir immer extrem viel Freude gemacht. Ich hatte auch oft den Eindruck, dass selbst Neugeborene schon so etwas wie einen Charakter haben. Manche wirken von Anfang an wie Kämpfer, da hat man das Gefühl: Der schafft das, der überlebt das. Und andere strahlen eher aus, dass sie gar nicht so aktiv am Leben teilhaben wollen. Was mir besonders Freude gemacht hat: Am Ende ist es Teamwork. Es ist ein großes Team, in dem jeder seine Aufgabe hat. Gerade in der Neugeborenenmedizin sind alle Teildisziplinen extrem wichtig – und das wird auch so gelebt."

Der Einstieg in die Zeitarbeit kam für Prof. Dr. Brune über einen Anruf eines ehemaligen Kollegen.

„Das war kurz nachdem ich in den Ruhestand gegangen bin. Ein ehemaliger Kollege, inzwischen Chefarzt, rief mich an und fragte, ob ich kurzfristig einen Hintergrunddienst übernehmen könnte, zwei Kollegen mit den entsprechenden Qualifikationen waren krank geworden. Die Personalabteilung meldete sich dann aber und sagte: ‚So einfach geht das nicht, wegen rechtlicher und versicherungstechnischer Vorgaben.' Die Klinik schlug mir dann selbst vor, mich bei doctari anzumelden, weil das dort über einen vorbereiteten Zeitvertrag unkompliziert abgebildet werden kann. Innerhalb einer Woche hatte ich alle Unterlagen eingereicht und war im System."