Stationäre Aufnahme Folge 13: Anästhesistin Aline Horn
"Irgendwann habe ich mich gefragt: Geht das so weiter bis zu meiner Rente?"Wer ist Aline Horn?
Aline Horn ist Fachärztin für Anästhesiologie mit breiter klinischer Erfahrung in der Chirurgie. Nach dem Medizinstudium in Homburg/Saar und ihrer Approbation startete sie 2007 in der Allgemein-, Viszeral-, Unfall- und Gefäßchirurgie. Daraufhin arbeitet sie für längere Zeit in Rheinland-Pfalz im Bereich der Allgemein-, Viszeral- und Thoraxchirurgie. Im Jahr 2015 wechselte Aline in die Anästhesiologie, wo sie 2021 zur Fachärztin für Anästhesiologie anerkannt wurde.
Seit Juli 2022 ist sie als Ärztin in der Zeitarbeit tätig. Neben der Schulmedizin interessiert sie sich privat wie beruflich sehr für verschiedene komplementärmedizinische Methoden und besucht in diesem Rahmen regelmäßig Fortbildungen und Kongresse, unter anderem zu Akupunktur und Traditioneller Chinesischer Medizin (TCM). Ihre Freizeit füllt sie gerne mit Kunst, Kultur und Yoga, wobei ihr sowohl die kleinen, alltäglichen Routinen als auch das stetige Erwerben von neuen Eindrücken am Herzen liegen. Sie ist eine Frau mit spürbarer Neugier für Menschen und achtsame Medizin.
Man muss es einfach mal gemacht haben, um zu sehen, ob es einem liegt oder nicht.
”Aline im Interview: Die spannendsten 3 Fragen kurz zusammengefasst
1) Warum hast du dich entschieden, von der Festanstellung in die Zeitarbeit zu wechseln?
„Ich war insgesamt etwa sechseinhalb Jahre an einer kleineren Uniklinik tätig. Abends habe ich mich manchmal mit Kolleginnen und Kollegen getroffen, und am Ende haben wir doch wieder über die Klinik geredet. Irgendwann habe ich mich dann gefragt: „Geht das jetzt so weiter bis zur Rente?“ Da habe ich gemerkt, dass ich mehr Abwechslung brauche und ein Stück weit auf der Stelle trete. Ich will gar nicht sagen, dass eine Uniklinik keine Entwicklungsmöglichkeiten bietet. Im Gegenteil, da gibt es viele Herausforderungen. Aber insgesamt hatte ich das Gefühl: Vielleicht brauche ich einfach einen anderen Radius, andere Menschen, ein anderes Umfeld."
2) Du startest immer wieder Einsätze in neuen Kliniken – fast wie am ersten Schultag. Wie gehst du die ersten Tage an, und welche Tipps hast du für einen guten Start?
„Ich kontaktiere die Klinik ein bis zwei Tage vorher und kläre mit der Ansprechperson die wichtigsten Punkte: Wo soll ich mich wann melden, muss ich etwas Spezielles mitbringen (z. B. eigene Schuhe), und auch so Dinge wie Parken. Am ersten Tag ist mir außerdem wichtig, mich wirklich dem ganzen Team vorzustellen, damit klar ist, wer ich bin und welche Funktion ich habe. Und: Wenn ich etwas nicht weiß oder Abläufe anders sind, frage ich zum Beispiel nach, wie der Operateur es konkret haben möchte. Was auch immer gut ankommt: eine kleine Aufmerksamkeit als Dankeschön, entweder zum Start oder am letzten Tag, Pizza oder Süßkram zum Beispiel."
3) Du hast unter anderem eine TCM-Weiterbildung gemacht. Lässt du Dinge rund um Traditionelle Chinesischen Medizin und Akupressur auch in deinen Berufsalltag einfließen?
„Ich trenne das nicht komplett, sondern nutze es punktuell dort, wo es sinnvoll ist. Ich habe mich mit TCM und Akupressur beschäftigt und mache das vor allem für mich selbst – zum Beispiel zur Entspannung oder wenn ich Beschwerden habe. Einmal hatte ich sogar auf einer Fortbildung Magenschmerzen, habe Akupressur angewendet, und eine halbe Stunde später war es deutlich besser. Im Arbeitsalltag fließt das eher indirekt ein: als zusätzliche Perspektive und als kleine Tools, die helfen können, Ruhe reinzubringen. Aber ganz klar: Das ersetzt keine medizinische Behandlung. Ich sehe es als Ergänzung. Und wenn ich es im klinischen Kontext überhaupt einbringe, dann nur nach Absprache mit den PatientInnen.“

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Im doctari Podcast „Stationäre Aufnahme“ geben ÄrztInnen und Pflegekräfte spannende, emotionale Einblicke in ihren Arbeitsalltag. Was treibt ihren Puls in die Höhe? Welche Situationen rauben ihnen den Schlaf? Was motiviert sie, in jeder Schicht alles für ihre PatientInnen zu geben? Und: Was wollten sie als Kind werden? Unsere Gäste erzählen von den schönsten – und manchmal schlimmsten – Momenten ihres Berufslebens.

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