Fachärztin für Anästhesiologie Aline Horn: OP-Alltag, kritische Fälle & Zeitarbeit
Folge 13: „Irgendwann habe ich mich gefragt: Geht das so weiter bis zu meiner Rente?"
Flexibilität mit System: Wie gelingt der Neustart nach über 6 Jahren Festanstellung? Aline Horn ist Fachärztin für Anästhesiologie mit breiter Erfahrung in der Chirurgie – und seit 2022 als Zeitarbeiterin bei doctari deutschlandweit im Einsatz. In Folge 13 unseres Podcasts „Stationäre Aufnahme" – erstmals aufgenommen mit Live-Publikum in Berlin – berichtet sie von kritischen OP-Situationen wie Reanimationen in Bauchlage, teilt ihre persönlichen Tipps für einen gelungenen Start in neuen Kliniken und erklärt, wie ihr Interesse an TCM und Akupressur ihren Arbeitsalltag bereichert.
Dauer: 36 Minuten | Redaktion: Martha Nisi und Julia Schwiedergoll | Jetzt hören auf: Spotify | Apple Podcasts | YouTube
Wer ist Aline Horn?
Aline Horn ist Fachärztin für Anästhesiologie mit über 17 Jahren Berufserfahrung in der Klinik. Nach ihrem Medizinstudium und der Approbation 2006 startete sie in der Allgemein-, Viszeral-, Unfall- und Gefäßchirurgie, wo sie insgesamt 6 Jahre Erfahrung sammelte. 2015 wechselte sie in die Anästhesiologie und erwarb 2021 ihren Facharzttitel.
Seit Juli 2022 ist sie als Ärztin in der Zeitarbeit bei doctari tätig – mittlerweile hat sie in über 13 verschiedenen Kliniken deutschlandweit gearbeitet. Neben der Schulmedizin interessiert sie sich für komplementärmedizinische Methoden: Sie hat Weiterbildungen in Akupunktur, Traditioneller Chinesischer Medizin (TCM), Naturheilverfahren und Hypnose absolviert und befindet sich aktuell in einem Führungskräftetraining.
Ihre Motivation für die Zeitarbeit? Nach sechseinhalb Jahren an einer Universitätsklinik suchte sie neue Impulse und mehr Abwechslung. Heute schätzt sie die Möglichkeit, verschiedene Kliniken, Führungsstile und Arbeitsweisen kennenzulernen und so das Beste aus jedem Einsatz mitzunehmen.
Man muss es einfach mal gemacht haben, um zu sehen, ob es einem liegt oder nicht.
”Aline im Interview: 3 Fragen und Antworten aus dem Podcast
Nach sechseinhalb Jahren an einer Universitätsklinik spürte Aline, dass sie auf der Stelle tritt und dringend mehr Abwechslung braucht.
„Ich war insgesamt etwa sechseinhalb Jahre an einer kleineren Uniklinik tätig. Abends habe ich mich manchmal mit Kolleginnen und Kollegen getroffen, und am Ende haben wir doch wieder über die Klinik geredet. Irgendwann habe ich mich dann gefragt: Geht das jetzt so weiter bis zur Rente? Da habe ich gemerkt, dass ich mehr Abwechslung brauche. Vielleicht brauche ich einfach einen anderen Radius, andere Menschen, ein anderes Umfeld."
Aline hat klare Routinen entwickelt, um sich schnell in neue Teams zu integrieren, von der Vorbereitung bis zum Mitbringsel.
„Ich kontaktiere die Klinik ein bis zwei Tage vorher und kläre die wichtigsten Punkte: Wo soll ich mich wann melden, muss ich etwas Spezielles mitbringen, wo kann ich parken? Am ersten Tag ist mir wichtig, mich wirklich dem ganzen Team vorzustellen – jeder weiß dann, wer ich bin und welche Funktion ich habe. Wenn ich etwas nicht weiß oder Abläufe anders sind, frage ich einfach nach. Und was auch immer gut ankommt: eine kleine Aufmerksamkeit als Dankeschön, Pizza oder Süßkram zum Beispiel."
Aline nutzt ihr Wissen aus der Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM) punktuell auch in der Klinik, vor allem zur Entspannung und zur Unterstützung von Patientinnen und Patienten.
„Ich trenne das nicht komplett, sondern nutze es dort, wo es sinnvoll ist. Im Aufwachraum oder bei der Narkoseeinleitung kann es sein, dass ich ganz nebenbei einen Akupressurpunkt am Handgelenk drücke – gegen Aufregung oder Übelkeit. Ich frage dann natürlich den Patienten, ob ich das machen darf. Einmal hatte ich auf einer Fortbildung Magenschmerzen, habe Akupressur angewendet, und eine halbe Stunde später war es deutlich besser. Aber ganz klar: Das ersetzt keine medizinische Behandlung, ich sehe es als Ergänzung."

Besser als jede Krankenhausserie: unser Podcast
Im doctari Podcast „Stationäre Aufnahme“ geben ÄrztInnen und Pflegekräfte spannende, emotionale Einblicke in ihren Arbeitsalltag. Was treibt ihren Puls in die Höhe? Welche Situationen rauben ihnen den Schlaf? Was motiviert sie, in jeder Schicht alles für ihre PatientInnen zu geben? Und: Was wollten sie als Kind werden? Unsere Gäste erzählen von den schönsten – und manchmal schlimmsten – Momenten ihres Berufslebens.

Noch weitere Einblicke in den Krankenhausalltag...
... gefällig? Wir lassen regelmäßig unsere Fachkräfte selbst zu Wort kommen, damit andere von ihren Erfahrungen profitieren oder sich inspirieren lassen können. Unsere Sammlung beinhaltet beispielsweise Berichte von Fachärztinnen aus der Psychiatrie oder von Pflegefachkräften, die als ZeitarbeitnehmerIn auf der Intensivstation arbeiten.