Stationäre Aufnahme Folge 12: Gesundheits- und Krankenpflegerin Laura Oldenburg
„Ich kann eine Woche im Monat freimachen am Stück."Wer ist Laura Oldenburg?
Laura Oldenburg ist examinierte Gesundheits- und Krankenpflegerin und seit mehreren Jahren in Münster zuhause. Nach ersten Stationen in der Frührehabilitation sowie im Intermediate-Care-Bereich (IMC) entschied sie sich letztendlich für die Arbeit in der Notaufnahme. Mit ihrem Talent für Tempo, Verantwortung und klinisches Denken fühlt sie sich dort bestens aufgehoben. Ergänzend hat sie sich fachlich in Richtung (außerklinische) Intensivpflege und Beatmung weiterqualifiziert.
In Folge 12 der Stationären Aufnahme ist Laura zu Gast und erzählt sehr offen, wie sich dieser Job anfühlt: spannend, sinnstiftend, aber oft auch emotional auslaugend. Sie berichtet, wie sie im Rahmen von Teamarbeit unter Druck und dem ständigen Abwägen von Nähe und professioneller Distanz einen kühlen Kopf behält und wie sie dennoch nach der Arbeit abschalten kann. Seit 2023 ist sie in der medizinischen Zeitarbeit mit doctari im Einsatz und beschreibt ihren Schritt aus der Festanstellung als bewusste Entscheidung für mehr Abwechslung, neue Erfahrungen und persönliches Wachstum. Privat findet sie ihren Ausgleich vor allem in der Zeit mit ihrer französischen Bulldogge Daphne, die für sie ein kleiner Ruhepol im oft turbulenten Alltag ist und die auf keinem Einsatz fehlen darf. Lauras reflektierte, klare Art und ihr spürbarer Respekt für die Menschen, um die es in der Pflege jeden Tag geht, machen sie zu einer Person, die wir immer wieder gerne in der Stationären Aufnahme begrüßen würden. Danke Laura!
Auf jedem Einsatz kriege ich von doctari meine Ferienwohnung mit Hund. Das funktioniert wunderbar und sie ist dabei. Sie kennt es nicht anders. Für sie ist mittlerweile da zu Hause, wo das Körbchen steht. Sie freut sich immer wieder über neue Orte.
”Laura im Interview: Die spannendsten 3 Fragen zusammengefasst
1) Warum bist du überhaupt Gesundheits- und Krankenpflegerin geworden?
„Früher hätte ich gesagt, um Menschen zu helfen. Mittlerweile ist es tatsächlich mehr der medizinische Aspekt direkt. Die Notaufnahme bietet mir die Möglichkeit, selbst mitzuforschen. Der Patient kommt - ich weiß noch nicht, was er hat. Ich begebe mich quasi mit auf Spurensuche, was am Ende des Tages das Problem ist. Und das macht es in der Notaufnahme unheimlich spannend und im Intensivbereich ist es nochmal deutlich medizinischer. Natürlich steht das Patientenwohl im Fokus. Da gibt es ganz viele Körperfunktionen, die überwacht werden und das ist meine Aufgabe. Super cool.“
2) Gab es Momente, in denen dich der Job emotional an deine Grenzen gebracht hat?
„Ja, die gab es. Es gab Momente, in denen ich im Dienst weinend da saß und dachte: „Ich schmeiße alles hin und gehe.“ Solche Phasen wird es immer wieder geben – und ich finde, darüber muss man offen sprechen. Wichtig ist dann, wenn man Glück hat, ein gutes Team, das einen auffängt und sagt: „Geh kurz einen Kaffee trinken, nimm dir eine Auszeit und dann kommen wir zurück und rocken das zusammen. Aufgeben ist für mich aber keine Option, weil am Ende ein Mensch da ist, der Hilfe braucht. Also: weitermachen."
3) Wirst du als Zeitarbeitskraft in den Teams eher mit offenen Armen empfangen oder hast du auch schon Gegenwind erlebt?
„Ich kenne beides. Die meisten Kliniken und Teams freuen sich, weil sie wissen, dass sie gerade Unterstützung brauchen. Wenn man dann wirklich mitarbeitet und einen guten Job macht, klappt das in der Regel auch sehr gut. Es gibt aber auch Teams, die durch ständig wechselndes Personal einfach „ausgebrannt“ sind - da ist die Ablehnung gegenüber Zeitarbeit nachvollziehbar, weil es auf Dauer nervt, immer wieder neue Kolleginnen und Kollegen einarbeiten zu müssen. Wenn es im Einsatz wirklich gar nicht passt, gibt es immer die Möglichkeit, Rücksprache mit doctari zu halten und den Einsatz zu beenden, die Vermittler*innen sind da immer sehr hilfsbereit. Man braucht dafür triftige Gründe, aber oft helfen schon ein Gespräch und konkrete Tipps, um doch noch eine Lösung zu finden und den Einsatz gut zu Ende zu bringen."

Besser als jede Krankenhausserie: unser Podcast
Im doctari Podcast „Stationäre Aufnahme“ geben ÄrztInnen und Pflegekräfte spannende, emotionale Einblicke in ihren Arbeitsalltag. Was treibt ihren Puls in die Höhe? Welche Situationen rauben ihnen den Schlaf? Was motiviert sie, in jeder Schicht alles für ihre PatientInnen zu geben? Und: Was wollten sie als Kind werden? Unsere Gäste erzählen von den schönsten – und manchmal schlimmsten – Momenten ihres Berufslebens.

Noch weitere Einblicke in den Krankenhausalltag...
... gefällig? Wir lassen regelmäßig unsere Fachkräfte selbst zu Wort kommen, damit andere von ihren Erfahrungen profitieren oder sich inspirieren lassen können. Unsere Sammlung beinhaltet beispielsweise Berichte von Fachärztinnen aus der Psychiatrie oder von Pflegefachkräften, die als ZeitarbeitnehmerIn auf der Intensivstation arbeiten.