Der Zeitarbeits-Podcast: Einsatzbereit #9
Schichtdienst - YAY oder NEY?Shownotes
Beim Recherchieren zu dieser Folge ist Frieda etwas aufgefallen: "Fast alle [Podcasts] fokussieren sich ausschließlich auf die negativen Auswirkungen von Nachtschichten, sodass bei mir eben auch der Eindruck entstanden ist, dass mit Schichtarbeit sehr oft ausschließlich Nachtschicht gemeint ist." Folge 9 dreht den Spieß deshalb bewusst um: Was ist eigentlich gut am Schichtdienst und wie bleibt man dabei gesund?
Bereitschaftsdienst vs. Rufbereitschaft – endlich geklärt
Ein Dauerbrenner unter den Verwechslungen wird sauber auseinandergenommen: Beim Bereitschaftsdienst ist man körperlich in der Klinik anwesend und jederzeit einsatzbereit – das zählt vollständig als Arbeitszeit. Bei der Rufbereitschaft dagegen ist man zu Hause oder unterwegs erreichbar, "kann dann auch zu Hause sein, oder wenn ich doch mal bei einer Freundin auf einen Geburtstag eingeladen bin, dann gehe ich dahin. Aber wenn das Telefon klingelt, muss ich halt los." Arbeitszeit ist hier rechtlich erst die tatsächliche Einsatzzeit.
Eine Stimme aus der Praxis: Seit 2018 im Schichtdienst
Hörer Christian, seit 2018 als Internist im Einsatz für doctari unterwegs, bringt die Erfahrung eines langjährigen Nachtschicht-Profis mit: "Nachtschichten haben ihre Vorteile, weil man tagsüber nicht arbeitet, auch tagsüber viele Sachen erledigen kann. [...] Man muss sich nicht abstimmen bezüglich Urlauben oder freien Tagen." Sein Fazit nach Jahren im System: "Ich würde es immer wieder machen." Der einzige Wermutstropfen: "Je älter man wird, umso schwieriger wird es, Nachtschichten zu machen."
Yay oder Nay? Die Community hat abgestimmt
Aus einem Gewinnspiel-Aufruf zu Wachmacher-Songs kamen jede Menge Kommentare zurück – mit einem überraschend klaren Ergebnis: rund 60 positive gegenüber etwa 20 negativen Stimmen. Zwei Beispiele aus dem "Nay"-Lager: "Schichtdienst ist hart und im Alter fällt es immer schwerer, bringt aber wenigstens Kohle" und "Schichtdienst hat mir früher gar nichts ausgemacht, allerdings muss ich mich jetzt mit 3 Kindern anders organisieren." Auf der "Yay"-Seite dagegen: "Ich mag die Abwechslung und die freien Tage unter der Woche." Ein Songvorschlag – "Easy" von Cro – bringt es emotional auf den Punkt: die Ruhe in den frühen und späten Stunden, wenn die Welt schon schläft.
Was wirklich für Schichtarbeit spricht
Neben den finanziellen Zuschlägen für Nacht-, Sonn- und Feiertagsarbeit hebt die Folge einen Aspekt hervor, der oft übersehen wird: den Teamzusammenhalt. Kleinere Nachtteams entwickeln laut Podcast oft flachere Hierarchien und ein besonders starkes Wir-Gefühl. Und für junge Eltern oder Berufsrückkehrer:innen bietet Schichtarbeit die Möglichkeit, Arbeitszeiten so zu splitten, dass sich Familie und Beruf tatsächlich vereinbaren lassen – Babys schlafen schließlich meistens genau dann, wenn die Nachtschicht läuft.
Eule oder Lerche?
Ob Schichtarbeit krank macht, hängt laut Folge stark vom eigenen Chronotyp ab: "Eulen" kommen mit Spät- und Nachtdiensten besser klar als mit klassischen frühen Zeiten, bei "Lerchen" ist es umgekehrt. Eine zum eigenen Rhythmus passende Dienstplanung soll nachweislich die Leistungsfähigkeit steigern und krankheitsbedingte Ausfälle senken.
Mini Mad Note: Kuriose Fakten zur Schichtarbeit
Zum Abschluss ein paar Facts zum Weitererzählen: Nachtschichten stehen laut einer Studie von 2017 mit verkürzten Telomeren in Verbindung – die Zellen altern schneller, messbar, aber nicht sichtbar. Eine südkoreanische Studie zeigt, dass Nachtschichtarbeit sogar die Geschmackswahrnehmung für süß und salzig verändern kann. Eine Charité-Befragung fand heraus: 40 % der Nachtschichtarbeitenden ignorieren komplett ihren eigenen Chronotyp. Und: Manche Kliniken bieten längst Powernap-Räume an – die aber oft ungenutzt bleiben, weil sich viele dabei unprofessionell fühlen.
Für die extra Portion Motivation während der Schicht: Hört rein in die doctari-Playlists – mit euren liebsten Songs, abgestimmt auf Früh- oder Nachtdienst.

Noch weitere Einblicke in den Krankenhausalltag...
... gefällig? Wir lassen regelmäßig unsere Fachkräfte selbst zu Wort kommen, damit andere von ihren Erfahrungen profitieren oder sich inspirieren lassen können. Unsere Sammlung beinhaltet beispielsweise Berichte von Fachärztinnen aus der Psychiatrie oder von Pflegefachkräften, die als ZeitarbeitnehmerIn auf der Intensivstation arbeiten.
Datenschutzhinweis: Wir verarbeiten die eingesendeten Sprachnachrichten und Texte ausschließlich zur Veröffentlichung im Podcast. Kontakt: podcast@doctari.de. Weitere Infos: https://www.doctari.de/datenschutzerklaerung
Bildquelle: iStock.com/Tempura