Der Zeitarbeits-Podcast: Einsatzbereit #14

Alles hat ein Ende

Shownotes

Abschiede gehören zur medizinischen Zeitarbeit dazu wie kaum zu einem anderen Berufsfeld: neue Teams, neue Kliniken, neue Abläufe und irgendwann heißt es wieder loslassen. Folge 14 nimmt sich genau diesem Thema an und beleuchtet, was Abschiednehmen im beruflichen Kontext eigentlich bedeutet und wie man gut damit umgeht.

Kein Umzug, sondern ein Weiterziehen

Die Folge macht gleich zu Beginn eine wichtige Unterscheidung: "Es ist also ein Abschied im Arbeitskontext, der nicht immer endgültig ist, dafür aber immer wieder kommen kann. Also eher so ein Weiterziehen." Trotzdem hängen daran mehr Emotionen, als man denkt: "Wenn ein Einsatz oder eine Stelle endet, gehen da richtig viele Gefühle mit einher. Auch wenn es nicht für immer ist. Man verabschiedet sich von Kolleginnen und vom Team, von vertrauten Abläufen manchmal auch schon."

Schlechtes Gewissen trotz guter Gründe

Ein Aspekt, der viele überraschen dürfte: "Ich glaube, viele verbinden Abschiede sogar ein bisschen mit Schuldgefühlen, so nach dem Motto: Ich kann das Team nicht im Stich lassen." Gerade im Gesundheitswesen, wo Personalmangel und Belastung für alle sichtbar sind, kann das laut Folge besonders stark ausgeprägt sein: "Der Druck und die Missstände liegen ja offen vor einem. Man sieht ja direkt vor sich, womit man die Kolleg:innen jetzt praktisch zurücklässt." Dabei sei das völlig menschlich – "obwohl das eigentlich total schräg ist, denn es gibt ja meistens Gründe, aus denen man den Job wechselt." Sogar der eigene Urlaub kann laut Folge ein schlechtes Gewissen auslösen, wenn man weiß, dass das Team währenddessen unterbesetzt ist.

Warum Professionalität beim Abschluss zählt

Neben der emotionalen Seite bringt die Folge einen praktischen Punkt ein: die saubere Übergabe am Ende eines Einsatzes. "Wenn man den Dienst verlässt, sollte man wirklich darauf achten, dass alle Berichte vollständig und verständlich geschrieben sind und dass eine vernünftige Übergabe stattfindet." Der Effekt wirkt dabei in beide Richtungen: "Das bedeutet nicht nur, dass die Kolleg:innen im nächsten Team nahtlos weitermachen können, sondern auch, dass man selbst mit einem guten Gefühl rausgeht." Eine bewusste Übergabe hilft demnach auch dabei, "den Kopf noch mal frei zu bekommen" für den nächsten Einsatz.

Mini Mad Note: Was Abschiede mit dem Körper machen

Besonders spannend wird es bei der Mini Mad Note dieser Folge: "Abschiede, gerade wenn sie häufig oder teilweise auch unfreiwillig stattfinden, wie in der medizinischen Zeitarbeit, sind nicht nur emotional herausfordernd, sondern wirken sich auch messbar auf unseren Körper aus." Konkret bedeutet das: vermehrte Ausschüttung des Stresshormons Cortisol, ein belastetes Herz-Kreislauf-System mit erhöhtem Puls und Blutdruck, Muskelverspannungen im Nacken-, Schulter- und Rückenbereich sowie Schlafprobleme und Erschöpfung durch die beeinträchtigte Regenerationsphase.

Was wirklich hilft

Die Folge endet mit ganz konkreten, direkt umsetzbaren Tipps:

  • Bewusstes Wahrnehmen und Anerkennen, dass Abschiede belastend und emotional sind. Verdrängung hilft selten.
  • Darüber sprechen – mit Menschen, die einen auffangen können, im Team oder im privaten Umfeld.
  • Regelmäßige Pausen und Entspannung, etwa durch Atemübungen, kurze Spaziergänge oder progressive Muskelentspannung.
  • Körperliche Aktivität, da Bewegung nachweislich stressreduzierend wirkt.
  • Gute Schlafhygiene: feste Routinen vor dem Schlafengehen einhalten, eine Stunde vorher das Handy weglegen, stattdessen lesen, meditieren oder Atemübungen machen.

Das Fazit der Folge

"Abschied kann gut gelingen, wenn man sich Zeit nimmt, wenn man professionell übergibt, ehrlich kommuniziert und für sich sorgt, damit man loslassen kann und mit einem guten Gefühl in den nächsten Einsatz startet."

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