Der Zeitarbeits-Podcast: Einsatzbereit #2
Ekel in der PflegeShownotes
Triggerwarnung: Diese Folge enthält medizinische Inhalte, die bei einigen Personen Unbehagen auslösen könnten.
"Ekel in der Pflege, Tabuthema oder Alltag?" So bringt Elisa das Thema der zweiten Folge auf den Punkt – ausgelöst durch eine Sprachnachricht von Bianca, seit 15 Jahren Krankenschwester: "Ich persönlich habe das Gefühl, dass das immer noch so ein bisschen Tabuthema ist, dass man sich als Pflegekraft und als Arzt vor Situationen ekelt. Auch wenn man vielleicht lange in dem Beruf ist."
Eine Geschichte, die unter die Haut geht
Bianca schildert eine Situation bei der Versorgung einer Patientin mit starkem Stuhlgang – bis diese schließlich schwallartig abführte: "Man hat halt den ganzen Stuhlgang auf dem Arm und darf erst mal so nach einem Handtuch greifen [...] ich hatte das Gefühl, dass mein Arm ja eine Woche lang nach Stuhlgang gerochen hat." Ihre Kolleg:innen reagierten mit Humor statt Verständnis – ein Muster, das im Podcast noch öfter zur Sprache kommt.
Warum ist Ekel so ein großes Tabu?
Die Folge nennt mehrere Gründe: Zum einen die Würde der Patient:innen – niemand möchte sie zusätzlich beschämen. Zum anderen ein Satz, der laut Frieda vielen Fachkräften begegnet: "Du hast dir diesen Job doch ausgesucht, also stell dich mal nicht so an." Dahinter steckt oft die gesellschaftliche Erwartung, dass Pflege mit einer altruistischen Selbstlosigkeit einhergeht, bei der für eigene unangenehme Gefühle eigentlich kein Platz sein soll. Ganz grundsätzlich ordnet Frieda ein: "Ekel ist ehrlicherweise auch einfach erst mal nur ein Schutzmechanismus vom Körper. Und zwar gegen Krankheitserreger. Also vollkommen unbewertet ist das ja einfach erst mal etwas, was einen schützen soll."
Was passiert, wenn man seinen Ekel runterschluckt?
Die Folge macht deutlich, warum Schweigen gefährlich werden kann: "Neben all dem Stress, der sowieso schon in der Arbeit herrscht, kann das halt auch zusätzlich einen so großen emotionalen Druck auslösen, dass man langfristig halt davon krank wird." Der Schlüssel liegt laut Podcast darin, das Gefühl erst einmal anzunehmen und dann auch darüber sprechen zu dürfen.
Was die Hosts persönlich ekelt
Aufgelockert wird das ernste Thema durch einen sehr menschlichen Moment: Würgegeräusche anderer Menschen, norddeutsche Grützwurst und ein Erlebnis mit einem Pferdeauge sorgen im Studio für spontanes Mitgefühl – ein Beleg dafür, dass Ekel eben höchst individuell ist.
Mini Mad Note: 3 Tipps gegen Ekel im Arbeitsalltag
Zum Abschluss gibt es drei ganz praktische Werkzeuge:
- Duftöle, zum Beispiel unter die Maske;
- die 4-7-8-Atemtechnik (4 Sekunden einatmen, 7 Sekunden halten, 8 Sekunden ausatmen), die auch gegen Stress hilft; und eine
- Desensibilisierungstechnik – sich bewusst machen, welchen positiven Zweck die eigene Arbeit gerade erfüllt.
Das Fazit der Folge
"Sprache für Emotionen finden ist einfach oft der Schlüssel. Wenn wir über diese Themen sprechen, können wir auch Wege finden, professionell und menschlich zugleich zu bleiben in Situationen, die uns schwer fallen."

Noch weitere Einblicke in den Krankenhausalltag...
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