Der Zeitarbeits-Podcast: Einsatzbereit #10
Bis einer weint – Arbeitsschutz in der MedizinShownotes
"Und damit herzlich willkommen zur ersten deutschen Work-Safety-Show bei Einsatzbereit" – mit diesem Augenzwinkern eröffnet Elisa, ihres Zeichens Fachkraft für Arbeitssicherheit, die zehnte Folge des Podcasts. Diesmal sitzt die Expertise nämlich direkt mit im Studio: "Wir bei doctari haben die Abteilung Work Safety mit Fachkräften für Arbeitssicherheit."
Warum Zeitarbeit den Arbeitsschutz komplizierter macht
Der Ausgangspunkt der Folge: Wer ständig Team, Klinik und Abläufe wechselt, bekommt seltener die gründliche Einweisung, die Festangestellte selbstverständlich erhalten. Und wenn Zeitarbeit zum Einsatz kommt, "brennt" es im wörtlichen wie übertragenen Sinne oft schon, für eine saubere Unterweisung bleibt dann kaum Zeit. Genau hier, machen die Hosts klar, liegt die gemeinsame Verantwortung von Klinik und Personaldienstleister.
Der Klassiker: Der Rücken
Beim Thema körperliche Belastung wird es konkret. Heben, Mobilisieren, stundenlanges Stehen am OP-Tisch – Hebelifter, Rutschmatten oder in neueren Kliniken fest verbaute Deckenlifter sollen entlasten. Das Problem in der Praxis bringt Elisa auf den Punkt: "Die Personen [sind] nicht gut geschult. Und sie stehen zu weit weg. Es ist dann quasi zu umständlich, das erst mal zu holen, und man geht ran und sagt: mach ich mal eben." Genau dieses "mal eben" kann sich über Jahre zu ernsthaften Rückenproblemen summieren.
Psychische Gesundheit – genauso real wie ein Ermüdungsbruch
Ein zentraler Satz der Folge, der die Haltung des gesamten Podcasts zusammenfasst: "Psychische Gesundheit ist genauso real, genauso wichtig und genauso schützenswert wie körperliche." Hoher Stresspegel kann demnach nicht nur zu Burnout führen, sondern auch die Fehlerquote erhöhen – im Gesundheitswesen mit potenziell gravierenden Folgen für PatientInnen.
Strahlenschutz, Dosimeter und ein Angebot an alle Fachkräfte
Kompakt erklärt: Abstand zur Strahlenquelle, Bleischürze als persönliche Schutzausrüstung (PSA) und ein Dosimeter, das die tatsächliche Strahlenbelastung inklusive jährlicher Grenzwerte dokumentiert. Wichtig für alle, die im Einsatz sind: "Auch wenn ihr bei uns unterwegs seid oder für uns und kein Dosimeter bekommt, kommt sofort auf uns zu. Wir schicken das auch raus."
Mehr zum Strahlenschutz bei doctari:Interview mit doctari Fachkaft Sabrina zum Strahlenschutz
Zu Gast: Brandschutz im Klinikalltag
Ein externer Brandschutzexperte bringt Praxiswissen mit, das viele so nicht erwartet hätten: "Der Großteil der Brände in Krankenhäusern entsteht durch Patienten tatsächlich, und da ist der Knackpunkt Rauchen." Klassiker wie Betten, die Fluchtwege blockieren, oder Deko aus Plastik in Fluren werden ebenso angesprochen wie die Bedeutung stiller Alarme. Die vielleicht wichtigste Zahl der Folge: "Weit über 90 % [ist] die Todesursache für die Person bei Bränden" – nämlich Rauch, nicht die Flammen selbst. Funktionierende Brandschutztüren mit automatischer Schließung sind entsprechend zentral.
Gewalt am Arbeitsplatz – ein unterschätztes Risiko
Gerade in Notaufnahme, Psychiatrie oder Langzeitpflege kann es zu verbaler und körperlicher Gewalt kommen. Zeitarbeitskräfte sind laut Podcast besonders gefährdet, weil ihnen häufig die Vorgeschichte einzelner Patient:innen fehlt. Die Folge plädiert für gute Übergaben, Deeskalationstrainings und – mindestens genauso wichtig – eine ernst gemeinte Nachsorge statt eines schulterzuckenden "Gehört halt dazu".
Mini Mad Note: Nadelstichverletzung – 5 Schritte für den Ernstfall
Die Folge endet mit einem besonders praxisrelevanten Ablauf für den Fall der Fälle: Ruhe bewahren, die Stelle kurz bluten lassen, mit einem alkoholischen Desinfektionsmittel behandeln, den Vorfall sofort bei Einrichtung und Personaldienstleister melden und ärztlich abklären lassen. Eine Postexpositionsprophylaxe (PEP) sollte dabei im besten Fall innerhalb von 2, spätestens 72 Stunden erfolgen. Und ganz am Ende: alles dokumentieren – nicht nur für die eigene Gesundheit, sondern auch aus versicherungstechnischen Gründen.

Noch weitere Einblicke in den Krankenhausalltag...
... gefällig? Wir lassen regelmäßig unsere Fachkräfte selbst zu Wort kommen, damit andere von ihren Erfahrungen profitieren oder sich inspirieren lassen können. Unsere Sammlung beinhaltet beispielsweise Berichte von Fachärztinnen aus der Psychiatrie oder von Pflegefachkräften, die als ZeitarbeitnehmerIn auf der Intensivstation arbeiten.
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