Wie hat sich das Geschlechterverhältnis unter Ärztinnen und Ärzten in Deutschland entwickelt? In welchen Fachrichtungen arbeiten Ärztinnen besonders gerne? Auf diese Fragen liefert die aktuelle Ärztestatistik der Bundesärztekammer spannende Antworten. Wir fassen die wichtigsten Fakten zusammen.
Anteil an Ärztinnen steigt weiter
Der Trend der vergangenen Jahre setzt sich fort und der Anteil der Ärztinnen in Deutschland wächst weiter. Von insgesamt rund 437.000 berufstätigen Ärzten und Ärztinnen im Jahr 2024 sind fast 219.000 weiblich. Somit gibt es erstmals mehr berufstätige Medizinerinnen als Mediziner in Deutschland. Ein Jahr zuvor lag der weibliche Anteil noch bei knapp unter 50 Prozent.
Auch bei den Facharztzulassungen sind Frauen mittlerweile stärker vertreten: von 15.378 Facharztzulassungen im Jahr 2024 gingen 8.203 an Frauen. In der Statistik besonders stark vertreten sind junge Ärztinnen. Bei den Unter-35-Jährigen liegt der Anteil bei mehr als 57 Prozent. Das deutet darauf hin, dass der Frauenanteil in der Ärzteschaft auch in den kommenden Jahren weiter steigen wird.
Fachrichtungen: Wo Ärztinnen besonders häufig tätig sind
Betrachtet man die einzelnen ärztlichen Fachrichtungen, zeigt sich: Die Frauenheilkunde und Geburtshilfe ist nach wie vor das Fachgebiet mit dem höchsten Frauenanteil. Hier sind fast drei Viertel aller berufstätigen ÄrztInnen weiblich. Auch in der Kinder- und Jugendmedizin dominieren Ärztinnen mit einem Anteil von rund 65 Prozent.
Weitere Fachgebiete mit hohem Ärztinnenanteil:
- Psychiatrie und Psychotherapie: 55 Prozent
- Allgemeinmedizin: 54 Prozent
- Anästhesie: 45 Prozent
- Innere Medizin: 42 Prozent
- Chirurgie: 24 Prozent
Anhaltender Trend: Mehr Frauen in der Medizin
Die langfristige Entwicklung beim Anteil der weiblichen Ärzteschaft zeigt einen klaren Trend: Seit den 90er-Jahren steigt der Anteil von Frauen in der Medizin kontinuierlich an. Im Jahr 1996 lag der Anteil bei 36 Prozent bezogen auf die berufstätigen Ärztinnen und Ärzte. Seither stieg er langsam, aber kontinuierlich an.
Die Gründe hierfür sind vielfältig – unter anderem spiegelt sich der gestiegene Anteil von Frauen unter Medizinstudierenden wider: Seit Langem gibt es mehr Medizin-Studentinnen als Medizin-Studenten.
Weitere Insights aus der Ärztestatistik gibt es hier.
Titelbild: iStock.com/nensuria
