Facharzt für Innere Medizin und Gastroenterologie

Was GastroenterologInnen tun, wo sie arbeiten und welche Perspektiven das Fach bietet – kompakt erklärt

Was macht eine Gastroenterologin oder ein Gastroenterologe im Alltag? Der Überblick zeigt Aufgaben, Arbeitsorte und Karrierewege im Fachgebiet.

Kurz-Zusammenfassung

Berufsbild: GastroenterologInnen sind FachärztInnen für Erkrankungen des Verdauungssystems. Sie diagnostizieren und behandeln Krankheiten von Magen, Darm, Leber und Bauchspeicheldrüse. Zentrale Aufgaben sind Endoskopien, Diagnostik und Therapieplanung. Das Fach gehört zur Inneren Medizin, die Weiterbildung dauert rund 6 Jahre.

Tätigkeitsfelder von Gastroenterologen

Gastroenterologinnen und Gastroenterologen widmen sich allen Erkrankungen, die den Verdauungstrakt betreffen - von der Speiseröhre bis zum Anus. Da der Begriff Gastroenterologe Zungenbrecherqualitäten hat, haben sich in der Alltagssprache auch die Bezeichnungen Gastrologe beziehungsweise Gastrologin durchgesetzt.

Häufige Beschwerdebilder, mit denen die Mediziner in ihrem beruflichen Alltag konfrontiert werden, sind chronisch-entzündliche Krankheiten des Darms, Krebserkrankungen des Verdauungstraktes und durch Viren oder Bakterien ausgelöste gastrointestinale Infektionskrankheiten wie die Virushepatitis oder die chronische Gastritis. Zur Diagnostik und Therapie dieser inneren Erkrankungen setzen Gastrologen häufig bildgebende Verfahren ein, vor allem:

  • die Sonografie (Ultraschalluntersuchung), inklusive Kontrastmittel-Sonografie und sonografische Punktionsverfahren,
  • die Endoskopie zur Darstellung von Magen, Darmabschnitten, Bauchspeicheldrüsengängen und Gallenwegen
  • die endoskopische Entfernung von Polypen und/oder kleineren Tumoren
  • radiologisch-endoskopische Verfahren, die interdisziplinär ausgeführt werden

Die Betreuung von Tumorpatienten nimmt viel Raum im Tätigkeitsbereich von Gastroenterologen ein. Sie sind für die Beratung und Aufklärung der Betroffenen sowie für die medikamentöse Tumortherapie verantwortlich und arbeiten im Rahmen der interdisziplinären Indikationsstellung eng mit Fachärztinnen und Fachärzten aus der Onkologie, der Strahlentherapie, der Chirurgie und der Nuklearmedizin zusammen.

Zu den Aufgaben von Gastroenterologen zählen auch die Ernährungsberatung bei Erkrankungen der Verdauungsorgane, die Applikation von Ernährungssonden und das Setzen von Infusionen mit Nährstofflösungen (parenterale Ernährung) im Rahmen der klinischen Ernährung. Zudem führen sie Laboruntersuchungen auf Parasiten und Funktionsüberprüfungen wie die Langzeit-pH-Metrie zur Diagnose der Refluxkrankheit oder den Wasserstoff-Atemtest zur Diagnose der Laktoseintoleranz durch.

Schließlich zählen auch Prävention und Patientenaufklärung zu den gastroenterologischen Aufgaben: Übergewicht, Zigarettenrauchen und übermäßiger Alkoholkonsum sind starke Risikofaktoren für zahlreiche Erkrankungen des Verdauungstraktes.

Typische Tätigkeiten:

  • Durchführung von Endoskopien (Magen- und Darmspiegelung)
  • Diagnostik von Leber- und Darmerkrankungen
  • Entfernung von Polypen und minimalinvasive Eingriffe
  • Therapieplanung und Verlaufskontrolle
  • Beratung und Aufklärung von PatientInnen

Arbeitsorte von GastroenterologInnen

GastroenterologInnen arbeiten in unterschiedlichen Versorgungsstrukturen. Typische Einsatzorte für GastroenterologInnen sind:

  • Krankenhäuser und Universitätskliniken
  • Facharztpraxen
  • medizinische Versorgungszentren (MVZ)

In Deutschland arbeiten rund 1.531 GastroenterologInnen stationär und über 600 ambulant.

Wichtige Fähigkeiten für Gastrologen

Aufgrund der Vielseitigkeit des Faches arbeiten Fachärzte für Gastroenterologie im klinischen Alltag eng mit Kollegen anderer Fachrichtungen zusammen – vor allem mit Internisten, Onkologen und Chirurgen. Diagnostische Verfahren, die dabei häufig zum Einsatz kommen, sind die Endoskopie und die Sonografie. Diese Verfahren zu beherrschen und die Ergebnisse sicher zu interpretieren, ist entscheidend für die Diagnosestellung. Gute Anatomiekenntnisse sind deshalb eine wichtige Voraussetzung für die Tätigkeit.

Da die Therapie von Krebserkrankungen zu einem Schwerpunkt der gastroenterologischen Facharzttätigkeit zählt, sind neben der fachlichen Kompetenz auch persönliche Eigenschaften wie

  • Empathie,
  • die Fähigkeit, zuzuhören,
  • sich auch unter stressigen Bedingungen Zeit nehmen
  • und Betroffene wie Angehörige einfühlsam zu begleiten zu können

wichtige Voraussetzungen für angehende Gastroenterologen.

Karriere & Arbeitsmodelle

Die Gastroenterologie bietet vielfältige Karrierewege. Möglichkeiten sind unter anderem:

  • Facharzt- und Oberarztpositionen in Kliniken
  • Tätigkeit in spezialisierten Praxen
  • Spezialisierung (z. B. Hepatologie, Endoskopie)
  • flexible Arbeitsmodelle wie doctari

Flexible Modelle ermöglichen:

  • mehr Einfluss auf Arbeitszeiten
  • Auswahl von Einsatzorten
  • individuelle Karrieregestaltung

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Bildquelle: iStock.com/Shidlovski