Wie wird man ein Facharzt für Arbeitsmedizin

Facharzt für Arbeitsmedizin

Der Bereich Arbeitsmedizin ist sehr vielseitig und bietet auch Jobmöglichkeiten jenseits der Kliniken. Was die Inhalte der Facharztweiterbildung Allgemeinmedizin sind und wie man zum Facharzt für Arbeitsmedizin wird, lest Ihr hier.

Umfang und Dauer der Weiterbildung zum Facharzt Arbeitsmedizin

Die Ausbildung zum Facharzt für Arbeitsmedizin erfolgt im Anschluss an das Medizinstudium und dauert fünf Jahre. Sie besteht aus einer Tätigkeit in der Klinischen Medizin/Allgemeinmedizin im Ausmaß von 24 Monaten und einer 36 Monate dauernden Tätigkeit im Fachgebiet Arbeitsmedizin. Insgesamt 12 Monate Ausbildung können in anderen Fachgebieten absolviert werden.

Für Fachärztinnen und Fachärzte anderer Richtungen besteht die Möglichkeit, sich durch eine Zusatzausbildung zur Ärztin oder zum Arzt für Betriebsmedizin arbeitsmedizinisch zu qualifizieren. Die Ausbildungsinhalte sind jenen der arbeitsmedizinischen fachärztlichen Ausbildung sehr ähnlich, die Ausbildungszeit ist aufgrund der fachärztlichen Vorbildung jedoch verkürzt: Sie beinhaltet 12 Monate in der Inneren Medizin/Allgemeinmedizin sowie 24 Monate in der Arbeitsmedizin. Zusätzlich ist ein Grundkurs in Arbeitsmedizin im Ausmaß von 360 Stunden verpflichtend.

Vielfältige Ausbildungsinhalte für Fachärzte Arbeitsmedizin

Das Fach Arbeitsmedizin ist sehr vielfältig, und das schlägt sich auch in den Ausbildungsinhalten nieder. Zu den fachübergreifenden Inhalten der Ausbildung zählen zum Beispiel:

  • Grundlagen der Epidemiologie, Statistik und Sozialmedizin
  • rechtliche Grundlagen
  • betriebliche Organisationsstrukturen
  • Arbeitsphysiologie
  • arbeitsmedizinische Konzepte
  • sozialmedizinische Beratung
  • Gutachtenerstellung

Selbstverständlich stellen klassische arbeitsmedizinische Fragestellungen einen großen Teil der Ausbildungsinhalte dar: Dazu zählen etwa die Kenntnis arbeitsbedingter Erkrankungen und Berufskrankheiten, wie sie im Sozialgesetzbuch (SGB VII) und in der Berufskrankheiten-Verordnung festgelegt sind, sowie die Zusammenhänge zwischen Arbeit und psychischer Gesundheit. Hier kommen der Analyse, Prävention und Beratung eine große Bedeutung zu.

Einen großen Teil der Ausbildung nehmen allgemeinmedizinische Themen wie die Kenntnis von Funktionsstörungen und Erkrankungen von Organsystemen inklusive Differentialdiagnose und Therapieoptionen ein. Dazu zählt auch, berufsbezogene Risiken zu beurteilen sowie die Arbeits- und Beschäftigungsfähigkeit und die psychische und physische Leistungsfähigkeit von Arbeitnehmern zu bewerten.

Die Schwerpunkte Arbeitstoxikologie und umweltmedizinische Risikofaktoren befassen sich mit:

  • toxikologischen Grundlagen
  • Umgang mit Gefahrstoffen
  • Beurteilung von Umweltfaktoren, die gesundheitliche Relevanz am Arbeitsplatz besitzen.

Für zukünftige Betriebsmediziner und Betriebsmedizinerinnen ist schließlich der Ausbildungsblock „Betriebliches Gesundheitsmanagement” besonders interessant: Hier werden:

  • Grundlagen der Gesundheitsförderung am Arbeitsplatz
  • Beratung zum betrieblichen Gesundheitsmanagement
  • Grundsätze der Salutogenese (Entstehung und Bewahrung von Gesundheit) und von gesunder Führung
  • die Kenntnis von Instrumenten zur Gesundheitsförderung und die Koordinierung von betrieblichen Präventionsdienstleistern vermittelt.

Weitere Inhalte der Ausbildung sind die Prävention von arbeitsbedingten Gesundheitsbeeinträchtigungen und Berufskrankheiten (Primär-, Sekundär- und Tertiärprävention). Die (Muster)Weiterbildungsverordnung 2018 der Bundesärztekammer listet alle Inhalte und zu erlangende Kompetenzen im Detail auf.