KI-News

NASA und Google arbeiten an "KI-Arzt" für den Flug zum Mars

Ein Astronaut auf dem Mars
Sabine Stahl | 11.8.2025 | Lesedauer: 2 Minuten

Wie können Astronauten auf dem Mars medizinisch versorgt werden? Google und die NASA glauben, dass eine KI helfen kann und arbeiten an einem entsprechenden Assistenten.

Wenn kein Arzt erreichbar ist, übernimmt die KI

Astronauten und Astronautinnen sind in bester körperlicher Verfassung. Das gehört zu ihrem Job. Dennoch können auch die Raumfahrtexperten krank werden. Logisch. Doch was, wenn ihnen das auf dem Flug zum Mond oder gar zum Mars passiert? Was, wenn keine 1-zu-1-Kommunikation mit einer Ärztin oder einem Arzt auf der Erde möglich ist oder zumindest nur mit extremer zeitlicher Verzögerung?

Google und die NASA arbeiten an genau diesen Fragen und nennen das Konzept „Crew Medical Officer Digital Assistant“ (kurz: CMO-DA). Das berichtet Google auf dem eigenen Blog. Dieser medizinische Assistent, der sich aktuell noch im "Proof-of-Concept"-Stadium befindet, nutzt eine multimodale Schnittstelle, die auf KI basiert. Die KI wurde zudem mit Raumfahrtliteratur trainiert.

KI-Assistent liefert vielversprechende Ergebnisse

Der "KI-Arzt" soll bei längeren Missionen Antworten auf dringende medizinische Fragen geben können, wenn kein Arzt oder keine Ärztin direkt gefragt werden kann. Zu seinen Fähigkeiten gehören die Diagnose anhand von beschriebenen Symptomen und die anschließende Behandlung mit Hilfe von geschultem Personal an Bord.

Bislang musste der CMO-DA unterschiedliche medizinische Szenarien "behandeln". Laut der Website TechCrunch wurden drei Szenarien getestet: eine Knöchelverletzung, Ohrenschmerzen und Schmerzen in der Flanke. Die Ergebnisse wurden mit einem Tool bewertet, mit dem sonst Medizinstudierende bewertet werden. Laut Google waren die bisherigen Ergebnisse vielversprechend. TechCrunch beziffert die Bewertung der Ergebnisse auf 88 Prozent für die Knöchelverletzung, 80 Prozent bei den Ohrenschmerzen und 74 Prozent bei der Flanke.

Der erste Flug zum Mars oder auch zum Mond steht noch in den Sternen. Die Entwicklung, KI-Assistenten in der Medizin zu nutzen, hilft laut Google jedoch auch hier auf der Erde, etwa bei der medizinischen Versorgung in entlegenen Gebieten. Wir sind gespannt.

Titelbild: iStock.com/dottedhippo

Redakteurin und Contentmanagerin

Sabine Stahl

Die erfahrene Journalistin und Medizin-Redakteurin arbeitet seit 2021 in der doctari-Redaktion und beschäftigt sich am liebsten mit Ratgeber- und Statistikthemen.

Inhaltsverzeichnis
Teilen

Mehr zum Thema

WHO-Studie
Europa: Ärzte, Ärztinnen und Pflegekräfte sind psychisch stark belastet

Die WHO schlägt Alarm: Einer neuen Studie zufolge leiden viele Beschäftigte in der Gesundheitsbranche an Depressionen oder Ängsten.

Zum Artikel >
Wie geht es Ärzten und Pflegekräften in Europa? Laut einer neuen Studie leiden sie häufiger unter einer Depression.
Forsa-Umfrage
Großteil der Deutschen befragt das Internet zu Gesundheitsthemen

87 Prozent der Deutschen suchen online nach Gesundheitsinfos, doch viele zweifeln an der Qualität der Ergebnisse. Das zeigt eine aktuelle Befragung.

Zum Artikel >
Junge Frau sucht im Internet nach Antworten zu Gesundheitsfragen
Gutachten
Wie viel Geld ist nötig, um Krankenhäuser krisensicher zu machen?

Die DKG fordert eine nationale Strategie zur Stärkung der Resilienz von Krankenhäusern – mit Milliardeninvestitionen für Cyberabwehr, bauliche Sicherheit und pe…

Zum Artikel >
Krankenhäuser sind in Deutschland nicht ausreichend auf Krisen vorbereitet, sagt die DKG
News
Presseschau: Interessantes aus der Medizin

Viele Arztbesuche und dennoch kürzere Lebenserwartung – KI-Tool hilft gegen Burnout bei Ärzten – Das Sparpaket trifft vor allem Kliniken.

Zum Artikel >
Eine Grafik zeigt ein Krankenhaus, einen Arzt und einen Roboter
Politik
Umfassende Reform der Lebendorganspende beschlossen

Die Bundesregierung hat eine umfassende Reform der Lebendorganspende auf den Weg gebracht. Künftig sollen auch Überkreuz- und anonyme Nierenspenden möglich sein…

Zum Artikel >
Ein neuer Gesetzesentwurf soll die Organspende von einem lebenden Spender erleichtern
Politik
Gesundheitsetat 2026: Mehr für Cybersicherheit, weniger für Corona

Der Gesundheitsetat 2026 steigt auf 20,09 Mrd. Euro. Mehr Geld für Cybersicherheit, weniger für Impfstoffe und Prävention – das sind die Schwerpunkte.

Zum Artikel >
Der Gesundheitsetat 2026 steht fest.