Wie wird man eine MTA

Viel Praxis in einem Ausbildungsbetrieb gepaart mit theoretischem Unterricht an einer Berufsschule: Die Ausbildung zur medizinischen Fachangestellten ist dual angelegt und trainiert alle wichtigen Fähigkeiten und Fertigkeiten. Alle Infos zur Ausbildung MTA gibt es hier.

Voraussetzung für die Ausbildung zur MTA

Die dreijährige Ausbildung zur MTA folgt einem dualen Ausbildungssystem gemäß dem Berufsbildungsgesetz. Die praktische Ausbildung erfolgt direkt im Ausbildungsbetrieb, zum Beispiel in einer Arztpraxis. Somit gewinnt man schon während der Ausbildung praktische Erfahrung und kann das theoretisch Erlernte direkt praktisch anwenden.

Der theoretische Teil der Ausbildung wird in den meisten Fällen an einer Berufsschule bzw. einer Berufsfachschule absolviert. Prinzipiell gibt es keine Zugangsvoraussetzungen für die Ausbildung zur/zum medizinischen Fachangestellten. Je höher die Schulbildung, desto breiter gefächert sind jedoch in der Regel die Ausbildungsangebote. Die zuständigen Landesärztekammern fordern unter normalen Voraussetzungen zudem ein ärztliches Attest, das die gesundheitliche Eignung des Ausbildungsanwärters bestätigt.

Ausbildungsinhalte

Die Ausbildung zur MTA bzw. Arzthelferin umfasst verschiedene Ausbildungsinhalte. Das Bundesinstitut für Berufsbildung (BiBB) erarbeitete gemeinsam mit Vertretern der Arbeitgeber- und der Arbeitnehmerseite eine bundesweit gültige Ausbildungsverordnung, die die folgenden zehn Themenschwerpunkte als mindestens erforderliche Fertigkeiten, Kenntnisse und Fähigkeiten umfasst:

  1. Inhalte rund um den Ausbildungsbetrieb: Dieser Themenschwerpunkt beinhaltet die Teilgebiete Arbeits- und Tarifrecht, Berufsanforderungen, Rechts- und Organisationsformen der Unternehmen, Gesetze sowie vertragliche Bestimmungen für das Themengebiet Medizinische Versorgung und Umweltschutz.
  2. Hygiene und Gesundheitsschutz: Dieses Themengebiet behandelt die Sicherheit und den Gesundheitsschutz am Arbeitsmarkt, gängige Maßnahmen hinsichtlich Arbeits- und Praxishygiene sowie Schutzmaßnahmen zur Verhinderung von Infektionskrankheiten.
  3. Kommunikation: Ein wichtiger Ausbildungsbestandteil sind auch diverse Kommunikationsformen und -methoden sowie das Verhalten in Konfliktsituationen.
  4. Betreuung und Beratung von PatientInnen: Sowohl die medizinische und psychologische Betreuung von Patienten als auch deren diesbezügliche Beratung werden den Auszubildenden vermittelt.
  5. Organisation des Betriebs und Qualitätsmanagement: Hier stehen Betriebs- und Arbeitsabläufe, Inhalte zu Qualitäts- und Zeitmanagement sowie Teamarbeit und Marketing auf dem Lehrplan.
  6. Verwaltung und Abrechnung: Dieser Ausbildungsschwerpunkt behandelt Verwaltungsarbeiten, die Beschaffung und Verwaltung von Material sowie das Abrechnungswesen.
  7. Informationsmanagement und Dokumentation: Der Umgang mit Informations- und Kommunikationssystemen, Dokumentation sowie Datenschutz und -sicherheit sind ebenfalls wichtige Ausbildungsinhalte.
  8. Diagnostik und Therapie: Unter Anleitung und Aufsicht von Ärztinnen und Ärzten werden medizinische Diagnosen erstellt bzw. therapeutische Maßnahmen eingeleitet. Auch der Umgang mit Arzneimitteln und Impfstoffen wird den Auszubildenden vermittelt.
  9. Vermittlung der Grundlagen in den Bereichen Prävention und Rehabilitation
  10. Korrektes Handeln und Einleiten von Maßnahmen im Fall von Not- und Zwischenfällen

MTA: Ausbildungsvergütung und Kosten der Ausbildung

Während der Ausbildung erhalten die zukünftigen MTA eine Ausbildungsvergütung. Deren Höhe hängt stark vom ausbildenden Betrieb ab. Hier stellt sich die wesentliche Frage, ob dieser tarifgebunden ist oder eine außertarifliche Ausbildungsvergütung bezahlt. In der Regel liegt die außertarifliche Ausbildungsvergütung unterhalb der tariflich fixierten Vergütungssätze.

Die Ausbildungskosten werden dabei normalerweise zum größten Teil von den ausbildenden Betrieben übernommen. Innerbetrieblichen Unterricht, Räumlichkeiten für die Ausbildung sowie Lehr- und Übungsmaterial stellt der Ausbildungsbetrieb als zusätzliche Kompensation für die Arbeitsleistung des Auszubildenden kostenfrei zur Verfügung. Auch die Kosten für Arbeitsbekleidung und eventuell benötigte Schutzkleidung sowie etwaige Prüfungsgebühren übernimmt gewöhnlich der ausbildende Betrieb. Neben der Ausbildungsvergütung erhält die angehende MTA somit auch diverse indirekte, nicht-monetäre Aufwandsentschädigungen während der Ausbildung zur medizinischen Fachangestellten.

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